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Gymnasiasten zur US-Wahlnacht im ZDF-Studio

Gransee Gymnasiasten zur US-Wahlnacht im ZDF-Studio

Hautnah bei der US-Präsidentschaftswahl. Zumindest beim übertragenden ZDF in Berlin. Zwei Schülerinnen des Granseer Strittmatter-Gymnasiums und ihre Lehrerin erlebten das Politspektakel in der nacht zu Mittwoch im Fernsehstudio. Oder besser: am Studio.

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Lena Franke, Lehrerin Heike Grützmacher und Jennifer Berg vor dem gläsernen Studio in Berlin.

Quelle: Stefan Blumberg

Berlin/Gransee. Sie waren in der „Nacht der Entscheidung“ ganz nah dran an der großen Weltpolitik. Zwei Schülerinnen des Granseer Strittmatter-Gymnasiums und ihre Lehrerin erlebten die Wahl in Amerika in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch im ZDF-Studio in Berlin. Oder besser: am Studio.

Eigentlich war ein Live-Auftritt von ihnen während der fast siebenstündigen Sendung (0.15 bis 7 Uhr) eingeplant. Jennifer Berg und Lena Franke sowie Englischlehrerin Heike Grützmacher quasi gemeinsam mit dem neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf der Mattscheibe – so oder ähnlich hätte es sein sollen. So kam es aber nicht.

„Es tut mir sehr leid“, entschuldigte sich ein junger ZDF-Mitarbeiter, der sich im Hintergrund um die Gäste kümmerte. Weil den Fernsehmachern vor lauter Einspielern, Interviews, Hochrechnungen und Statements die Zeit davonlief, kickten sie den Beitrag der drei Damen aus Oberhavel aus dem Programm

Dabei war zunächst alles nach Plan gelaufen: Die beiden Schülerinnen und die Lehrerin wurden mit einem Taxi um 23.30 Uhr aus Gransee abgeholt. Eine Stunde später saßen sie im großen ZDF-Gebäude in der Straße Unter den Linden 36 bis 38. Die von Bettina Schausten und Christian Sievers moderierte Sendung lief zu dem Zeitpunkt schon in dem großen gläsernen Studio. Vom darüber liegenden Wartebereich war durch die Scheiben alles gut zu verfolgen.

Um 1.15 Uhr ging es in die Maske. Es war alles für den avisierten Kurzauftritt um 1.40 Uhr vorbereitet. Bis der junge Mann die bedauerliche Nachricht überbrachte. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass es sich verschiebt, aber dass es für uns komplett ausfällt, das hatte ich nicht geglaubt“, sagte Lena Franke.

Weil sich der von Heike Grützmacher geleitete Englischkurs an einem Wettbewerb beteiligt hatte, bei dem es um die Wahlen in Amerika ging, bekamen die Gymnasiasten die Chance, in der Wahlnacht im ZDF-Studio zu sein. 21 Granseer Schüler hatten sich intensiv mit dem Bundesstaat North Carolina befasst. „Wir sollten vorhersagen, wer dort gewinnen würde. Wir haben diskutiert und abgestimmt. Donald Trump haben wir vorn gesehen“, sagt Lena Franke.

Dann aber nahmen die Granseer Kontakt zu einer Schule in North Carolina auf. „Die Schüler dort haben uns in Briefen geschrieben, wen sie vorn sehen. Da Trump unter anderem als ausländer- und frauenfeindlich gilt, haben wir unsere Meinung geändert und sagten Hillary Clinton als Siegerin voraus“, so Jennifer Berg. „Wir würden auch Clinton wählen“, so die beiden 17-Jährigen unisono. Gewonnen hat in North Carolina schließlich Donald Trump mit 50,5 Prozent.

So ganz umsonst war der nächtliche Ausflug in die Hauptstadt nicht. „Es ist schon interessant zu sehen, wie es hinter den Kulissen läuft“, meinte Heike Grützmacher, die es trotzdem „irgendwie unreal“ fand, eine große Fernsehsendung aus nächster Nähe miterleben zu können. Die Zehdenickerin Jennifer Berg war überrascht, „dass das Studio relativ klein ist und trotzdem so viele Leute dort arbeiten“. Mit „so viel Technik“ hätte Lena Franke nicht gerechnet. Scheinwerfer, hunderte Meter Kabel, eine Unmenge an Kameras, Techniker, die die ständig neuen Gäste verkabelten – es wirkte wie ein großer Ameisenhaufen.

Einige Promis tauchten auch im Studio auf: US-Botschafter John Emerson, Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Schauspieler Walter Sittler und ZDF-Moderator Steven Gätjen, die beide einen US-Pass besitzen. Auch Rocksängerin Doro Pesch saß im Studio sowie YouTube-Star Dner.

Die Grünebergerin Lena Franke fasste den Ausflug so zusammen: „Ich bin nicht enttäuscht, dass wir nicht interviewt wurden. Aber ich kann auch nicht sagen, dass es sich gelohnt hat, nach Berlin zu fahren.“ Immerhin hatten beide Mädchen am Mittwoch schulfrei.

Von Stefan Blumberg

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