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Haare ab – für ein krebskrankes Kind

Velten Haare ab – für ein krebskrankes Kind

Ein mutiger Schritt: Die Veltener Schülerin Lillian Hoffmann (12) hat sich ihre Haare abschneiden lassen, damit daraus eine Perücke für ein krebskrankes Mädchen werden kann. Sie scheint es nicht zu bereuen: 2019 will die angehende Rettungsschwimmerin die Aktion wiederholen.

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Lillian Hoffmann ist angehende Rettungsschwimmerin und trainiert jeden Mittwoch im Hennigsdorfer Stadtbad.

Quelle: privat

Velten. Sie hatte sich längst in ihre Mähne verliebt. Bis kurz unter die Schulter reichte das Haar von Lillian Hoffmann. Umso schwerer fiel der 12-Jährigen der Gang zum Friseur. 31 Zentimeter fielen der Schere zum Opfer, zwei Jahre lang hatte die junge Veltenerin zuvor ihre Haare wachsen lassen. Doch der Zweck ist wirklich edel: Lilli, wie sie alle rufen, spendete das Haar, damit daraus eine Perücke für ein krebskrankes Kind gemacht werden kann. „Ich hatte schon Herzklopfen, als sie die Schere angesetzt hat. Aber ich würde nach einer Chemotherapie auch wieder Haare haben wollen.“ Nun wurde die angehende Rettungsschwimmerin von ihrer DRK-Wasserwacht beim Jahrestreffen in Velten ausgezeichnet. Sie bekam ein Handtuch mit ihrem Namen und zwei Freikarten für die TURM-Erlebnis-City in Oranienburg.

Lillian Hoffmann ist angehende Rettungsschwimmerin und trainiert jeden Mittwoch im Hennigsdorfer Stadtbad

Lillian Hoffmann ist angehende Rettungsschwimmerin und trainiert jeden Mittwoch im Hennigsdorfer Stadtbad.

Quelle: privat

Für Burkhard Krope, den stellvertretenden Leiter der Wasserwacht-Ortsgruppe Hennigsdorf, ist das Dankeschön für das Mädchen eine Selbstverständlichkeit. Immerhin sei es außergewöhnlich, dass sich eine pubertierende junge Dame nach zwei Jahren ihr langes Haar abschneiden lasse. „Als ich davon erfahren habe, hatte ich schon ein bisschen Pipi in den Augen“, sagt Krope.

Bis kurz unter die Schulter reichte das Haar von Lillian Hoffmann

Bis kurz unter die Schulter reichte das Haar von Lillian Hoffmann.

Quelle: privat

Auf die Idee kam Lilli, als sie im Fernsehen von der Internetseite www.haare-spenden.de aufmerksam wurde. Jeder Zopf, der mindestens 25 Zentimeter lang ist, geht dort einem Produzenten von Echthaarperücken zu. Davon profitieren kranke Menschen, die ihre Haare verloren haben, sie selbst müssen für die Perücke nichts zahlen. Zudem kommt dabei noch Geld zusammen, das zwei Krebshilfe-Organisationen zugute kommt. So können laut der Seite Haare-spenden.de bei Zöpfen ab 40 Zentimetern in perfektem Zustand nochmal bis zu 130 Euro für den guten Zweck zusammenkommen.

Schnipp, schnapp, Haare ab

Schnipp, schnapp, Haare ab.

Quelle: privat

Wer nun ihre Haare auf dem Kopf trägt, kann Lilli nicht genau sagen. Sie weiß nur, dass es wohl ein Mädchen sein soll. „Ich würde aber eigentlich gerne mehr über sie erfahren“, sagt die 12-Jährige. Mehr erfahren wollten auch ihre Mitschüler in der Veltener Löwenzahn-Grundschule. Als Lilli am Tag nach dem Friseurtermin mit kurzem Haar ankam, war sie Gesprächsthema Nummer eins. „Alle wollten wissen, warum meine schönen Haare ab waren“, so das Mädchen. Den Grund dafür hätten auch alle Mitschüler bewundernswert gefunden. Doch bislang habe sich noch niemand gefunden, der ebenfalls zu einer Haarspende bereit sei, sagt Lilli. „Meine beste Freundin zum Beispiel glaubt, dass ihr kurze Haare einfach nicht stehen.“

Mehr als 30 Zentimeter fielen der Schere zum Opfer

Mehr als 30 Zentimeter fielen der Schere zum Opfer.

Quelle: privat

Auch Burkhard Krope von der Hennigsdorfer Wasserwacht-Ortsgruppe hat zuletzt immer wieder mitbekommen, dass Lilli auf der Suche nach weiteren Spendern ist. „Sie ist schon bemüht, als Vorbild aufzutreten. Und unsere Vereinsmitglieder ziehen alle den Hut vor ihr.“ Eventuell könnte Lilli Erfolg haben. Einige Vereinsmitglieder würden nun überlegen, in einer Art Gemeinschaftsaktion ihre Haare ebenfalls zwei Jahre lang wachsen und dann kappen zu lassen. Lilli ist auf jeden Fall wieder dabei. „2019“, sagt das Mädchen, „kommen die Haare wieder ab.“

Von Marco Paetzel

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