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Hacker-Urlaub in Brandenburg

Chaos Computer Club (CCC) trifft sich Hacker-Urlaub in Brandenburg

In Mildenberg sind die Hacker los. Noch bis Dienstag verweilen die Technik-Freaks auf dem Gelände des Ziegeleiparks und halten dort das Sommercamps des Chaos Computer Clubs (CCC) ab. Für viele Teilnehmer ist das Treffen das Highlight und Urlaub zugleich. Wir haben sie besucht.

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Landperspektive: Die Wege ins Internet öffnen sich überall.

Quelle: Luise Fröhlich

Mildenberg. Zwischen den Backsteinhäusern und Türmen des Ziegeleiparks in Mildenberg bei Zehdenick liegt ein Meer aus Zelten. Große und kleine, dicht aneinander gereiht. Der Wind wirbelt den Staub über das gesamte Gelände. Mittendrin steht „Fairydust“, das riesenhafte Modell einer grünen Rakete, die überall dort landet, wo der Chaos Computer Club (CCC), Europas größte Hacker-Vereinigung, gerade ist. Insgesamt 4500 Teilnehmer versammelten sich zum diesjährigen Sommercamp des Vereins in Mildenberg.

Seit einigen Tagen herrscht Ausnahmezustand im sonst so beschaulichen Dörfchen. „Viele sind mit Auf- und Abbau der Zeltlager zehn Tage hier“, berichtet Falk Garbsch, ein Sprecher des CCC aus Hannover. Der Club für Computer- und Technikbegeisterte gründete sich 1981 in Berlin. Sie selbst sehen sich als „galaktische Gemeinschaft von Lebewesen“ – deshalb auch die Rakete, die die Offenheit des Vereins verdeutlichen soll. Warum die Standortwahl in diesem Jahr auf den Mildenberger Ziegeleipark fiel, beantwortet Softwareentwickler Falk Garbsch in einem Satz: „Weil der super ist.“ Dieser Ort sei optimal, das Alte mit dem Neuen zu vereinen. „Wir spielen mit Gegensätzen. Die Technologie von heute würde es ohne die Arbeit von damals nicht geben.“ Im Vorfeld des Events musste aber für schnelles Internet, Strom und ausreichend Trinkwasser gesorgt werden.

Obwohl beim CCC das Chaos programmiert sein sollte, ist die Zeltstadt durchaus organisiert. Die Münchener Technik-Freaks, die einen eigenen Bereich bewohnen, entwickelten vor einiger Zeit das „Radio-Batch“, eine elektrische Platine, die Nachrichten senden und empfangen kann. Aktuell forschen sie damit, erklärt Ray aus München. „Wir können damit sämtlichen Funk abfangen, das hat einen großen Hacker-Nutzen. Damit lassen sich zum Beispiel Garagentore oder Funksteckdosen manipulieren.“ Schaden wolle man damit nicht anrichten. Es ginge darum, Sicherheitslücken aufzudecken.

Bei seinem Rundgang durch das Camp fällt Falk Garbsch immer wieder Neues auf. Das Highlight, sagt er, ist die nächtliche Beleuchtung. „Wir haben all die alten Gebäude, Türme und Kräne des Parks beleuchtet. Wir wollen sie nicht verstecken, sondern hervorheben.“ Damit wolle man demonstrieren, dass der CCC kein abgehobener Verein ist, sondern ein Teil der Gesellschaft. Dass viele Menschen den Hackern mit Vorurteilen begegnen, liegt laut Garbsch daran, dass der Hacker-Begriff negativ besetzt ist. „Wir hacken uns nicht in Rechner ein, um Schaden anzurichten. Wir wollen etwas Gutes tun. Die Technologie sollte keine Waffe sein, sondern eine Basis, um kreativ mit Dingen umzugehen.“

Freies WLAN für Flüchtlinge in Asylunterkünften war eines der großen Themen beim Sommercamp. Damit wolle man den Neuankömmlingen die Kommunikation mit der Heimat erleichtern. „In der Art, mit anderen zu kommunizieren, unterscheidet sich der Mensch von anderen Lebewesen. Das macht uns doch aus“, sagt Garbsch. Die Technologie könne das Zusammenleben bereichern.

Von Luise Fröhlich

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