Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Halbes Jahrhundert Nächstenliebe gepredigt
Lokales Oberhavel Halbes Jahrhundert Nächstenliebe gepredigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:52 01.10.2014
In Feierlaune (v. l.): Karl-Dietmar Plentz, Norbert Bartels, Kathrin Fischer, Damaris Bienengräber. Quelle: Robert Tiesler
Schwante

„Als die Kremmener Bahn gebaut wurde, kamen auch viele Berliner nach Schwante“, erzählt Karl-Dietmar Plentz, der zum sechsköpfigen Leitungsteam der Gemeinde gehört. „Schon damals sind kleine Gottesdienste gefeiert worden.“ Zu den Initiatoren gehörte Johannes Hartmann aus Berlin.

Im Laufe der Jahre wuchs die Zahl der Gläubigen, sodass 1964 in der Dorfstraße in Schwante eine kleine Kapelle gebaut wurde. Das ist auch das Gründungsjahr der Kirchengemeinde. „Für die damaligen Verhältnisse war das eine Sensation“, sagt Karl-Dietmar Plentz. „Es waren in der DDR die Jahre der Ulbricht-Regentschaft. Ideologisch wehte ein scharfer Gegenwind.“ Eigene Schriften wie Gottesdiensteinladungen waren in gedruckter Form nicht gern gesehen. „Wir wurden geduldet, der Ausdruck trifft es gut“, so Plentz.

Damals kamen 20 Leute regelmäßig zu den Gottesdiensten. Um 2000 herum waren es schon weit mehr als 100 Mitglieder, die Kapelle wurde zu klein. 2005 ist das Gemeindehaus an der Vehlefanzer Lindenallee eröffnet worden. Inzwischen kommen jeden Sonntag etwa 200 Leute. In Zeiten, in denen die evangelischen und katholischen Kirchen oft keine wöchentlichen Gottesdienste mehr anbieten, weil nur noch eine Handvoll Leute kommen, ist das eine enorme Zahl. Die Kirchen arbeiten deshalb auch immer öfter zusammen, es entstehen freundschaftliche Beziehungen. So wird der evangelische Pfarrer Thomas Hellriegel am Sonntag beim Jubiläum dabei sein.

Was aber ist der Unterschied zwischen der evangelischen und evangelisch-freikirchlichen Gemeinde? „Bei uns gibt es nicht den einen Pfarrer, wir haben ein Team, die Aufgaben werden auf viele Schultern verteilt“, sagt Karl-Dietmar Plentz. Die Kinder werden nicht automatisch durch den Willen der Eltern getauft, sie können sich selbst dafür entscheiden, der Gemeinde beizutreten.

Das Jubiläumsprogramm

Das 50. Jubiläum der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Oberkrämer wird am Sonntag, 5. Oktober, ab 10 Uhr in der Vehlefanzer Lindenallee 65 gefeiert.
Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst. Die Festpredigt hält Henrik Ullrich aus Riesa. Grußworte sprechen der stellvertretende Bürgermeister Peter Matschke und Pfarrer Thomas Hellriegel.
Ab 11.30 Uhr gibt es Kaffee und andere Getränke. Um 12 Uhr beginnen Hausführungen, ab 12.30 Uhr gibt es Mittagsessen, ab 13 Uhr ist Open Stage mit spontanen Musikbeiträgen, Erinnerungen, Fotos und vielen Anekdoten.

Aber natürlich gehe es vor allem um den Glauben an Gott. Er sei kein abstraktes Konzept, sondern er lebe und liebe, und er habe einen Plan für das Leben jedes Menschen. So steht es im Flyer der Gemeinde.

Für Damaris Bienengräber, die in Vehlefanz für die Arbeit mit den Kindern zuständig ist, steht die Nächstenliebe ganz weit im Vordergrund. „Gerechtigkeit, füreinander da sein und der Umgang mit Zweifeln“, das möchte die 31-Jährige gern vermitteln. „Wenn es hart auf hart kommt, dann denkt oft jeder nur an sich, und das finde ich nicht gut.“

Aber die Zeiten ändern sich, zum Beispiel was die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie angeht. „Für uns steht sie immer noch im Vordergrund“, sagt Karl-Dietmar Plentz. „Wir versuchen, sie weiter zu fördern.“ Allerdings sei die Gemeinde, so Plentz, auch immer offen für Menschen, die das anders sehen und auch anders leben. „Besser sein zu wollen als andere, das gibt es bei uns nicht.“ Dennoch vermittele die evangelisch-freikirchliche Gemeinde „verhältnismäßig konservative christliche Werte“, so der in Schwante lebende Plentz.

Von Robert Tiesler

Oberhavel Bei Erdarbeiten gefunden und von Interessengemeinschaft aufgearbeitet - Gedenkstein in Fürstenberg gerettet

Fast 100 Jahre lag der Gedenkstein für Carl Petersen im Erdreich verborgen. Vermutlich in den 20er- oder 30er-Jahren hatte ihn die Stadt Fürstenberg oder deren dankbare Bürger seinem Andenken gewidmet, denn der Apotheker und Senator Petersen war der Begründer von Parkanlagen in der Röblinsee-Siedlung.

30.09.2014
Oberhavel Unbekannte zerstören Freizeit-Öko-Projekt der Baumhain-Piraten - Ein Baumschiff im Hohen Neuendorfer Wald

Angefangen hat alles 2013 mit einer kleinen Hütte irgendwo im Wald an den Rotpfuhlen in Hohen Neuendorf. Seither ist das "Baumschiff" auf eine beachtliche Größe angewachsen. Naturverbundene Jugendliche nutzen den Ort im Wald als Refugium und Erholungsort. Die Idylle der Baumhain-Piraten ist jedoch in Gefahr.

30.09.2014
Polizei Oberhavel: Polizeibericht vom 30. September - Diebesbande in Oranienburg gestellt

+++ Oranienburg: Dreiste Diebesbande in Drogerie gestellt +++ Schildow: Exhibitionist mit Phantombild gesucht +++ Oberhavel: Polizei sucht Betrugsopfer eines angeblichen Reiseunternehmens +++ Oranienburg: Falscher Fünfziger im Umlauf +++

30.09.2014