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Handwerker-Messe feiert 10. Jubiläum

Oranienburg Handwerker-Messe feiert 10. Jubiläum

Zum zehnten Mal fand an diesem Wochenende die Handwerker-Messe in der Oranienburger MBS-Arena statt. Ob Dämmstoffe, Klimatechnik, Heizungssysteme, Raumausstattung, Sicherungssysteme, Kellertrockenlegung oder Zäune – es gab einiges zu sehen. Nebenan präsentierten sich Vereine und Unternehmen bei der Freizeit- und Tourismusmesse.

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Landrat Ludger Weskamp traute sich auf das Spezialtrampolin in der MBS-Arena. Er flog bei einigen Sprüngen bis unter das Hallendach.

Quelle: Fotos: Uwe Halling

Oranienburg. Und dann springt der Landrat auf das Trampolin, immer höher schießt er in die Luft. Elastische Seile sichern und beschleunigen ihn zugleich. Mehrmals fliegt Ludger Weskamp fast bis unter das Dach der MBS-Arena, die Menge in der Halle johlt. „Normalerweise meide ich alles, was höher als drei Stufen ist“, verrät Weskamp hinterher. Das Sprunggerät, der sogenannte „Quarter-Tramp“, war das der Highlight der Freizeit- und Tourimusmesse, die am Sonnabend zum dritten Mal in der MBS-Arena stattfand. Im HBI-Sportforum nebenan drängten sich die Besucher derweil auf den Gängen der 10. Handwerkermesse. Oberhavels Landrat Ludger Weskamp, Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, HBI-Chefin Heike Bergmann, Moderatorin Vivienne Netzeband und Co. machten am Sonnabend zur Eröffnung beider Messen einen kleinen Rundgang durch die Hallen mit insgesamt 3600 Metern Ausstellungsfläche und 104 Ausstellern.

Der große Bahnhof hatte einen Grund: In diesem Jahr feiert die Handwerkermesse ihr zehntes Jubiläum. Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke lobte die Tatsache, dass in all den Jahren immer regionale Unternehmen Vorrang hatten. „Hier bieten keine Vertreter ohne Beziehung zur Stadt ihre Produkte an, darauf hat Frau Bergmann als echte Lokalpatriotin immer großen Wert gelegt“, so Laesicke. Oranienburg und der ganze Landkreis Oberhavel hätten seit Jahren starken Zuzug, es gebe auch viele junge Familien, die Eigenheime bauten. „Genau diese Leute holen wir mit der Messe ab.“

Ob Dämmstoffe, Klimatechnik, Heizungssysteme, Raumausstattung, Sicherungssysteme, Kellertrockenlegung oder Zäune – die Besucher konnten sich auf der Messe rund um das Eigenheim oder die Mietwohnung informieren. Am Stand von Fliesenlegermeister Olaf Scholz blieb die kleine Delegation um Weskamp und Laesicke stehen und ließ sich neue Spezialfliesen zeigen. Sie sind nur 4,8 Millimeter dünn und lassen sich auf die alten Fliesen aufbringen. „So hat man das ganze Bad in zwei Tagen gefliest“, erklärt der Experte. Scholz ist Aussteller der ersten Stunde, schon bei der ersten Messe 2007 hatte er seinen Stand hier. Die Qualität der Aussteller sei in all den Jahren besser geworden. Zudem wüssten die Besucher heute genau, warum sie kommen. Drei Kunden mit gezielten Anfragen hatte er nach den ersten Minuten auf der Messe schon beraten. „Sie suchen hier nach Lösungen. Fast, als wenn sie zum Arzt gehen“, so der Oranienburger.

Ein paar Meter weiter brutzelte ein Schweinefilet in der Pfanne am Stand von Mike von Ahlen, der ein Musterhaus-Küchen-Fachgeschäft in Oranienburg betreibt. Der Clou der Küche: Die Dunstabzugshaube ist nicht wie gewöhnlich über dem Herd, sondern in die Kochplatte eingelassen. Sie saugt die Abluft an, die dann mit Fett- und Kohlefiltern gesäubert wird. „Am Ende wird die Luft wieder in den Raum abgegeben“, erklärt Inhaber Mike von Ahlen. So gibt es keine verrauchte Küche und keine klebrige Abzugshaube mehr.

Willi und Stefanie Blankenberg informierten sich derweil über Verbundfenster mit Aluminium. Das junge Paar hat im vergangenen Jahr in Mühlenbeck ein altes Häuschen gekauft, das sie auf Vordermann bringen wollen. „Da bietet sich die Messe gut an, um mal einen Überblick zu bekommen“, so Willi Blankenberg, der demnächst Vater wird. Die Eintrittskarten hatte er von einem befreundeten Aussteller bekommen. „Da schaut man sich doch gerne auch gleich alles an“.

In der MBS-Arena nebenan hatten insgesamt 42 Aussteller ihre Stände aufgebaut, davon 14 Vereine aus der Region. Der Modellfliegerclub Neuholland präsentierte ferngesteuerte Helikopter und Flugzeuge, der Kreissportbund bot Ergometer-Rudern und die Oberhaveler Volkssolidarität informierte über ihre Projekte. Viele Besucher blieben auch am Stand des Geschichtsstübchens Birkenwerder stehen. Hier zeigten Barbara Hanke und andere Vereinsmitglieder, wie Hausfrauen vor fast 100 Jahren ihre Wäsche gewaschen haben. Mit Waschbrett, Kernseife und Wäschemangel war das damals eine Knochenarbeit, das wurde bei den Vorführungen der Frauen deutlich. Auch Strom für das Bügeleisen gab es damals noch nicht. Und so wurde s auf den Herd gestellt, bis es glühte. „Wir wollen vor allem jungen Leute einen Einblick geben, wie schwer das Leben damals war“, erklärt Barbara Hanke.

Von Marco Paetzel

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