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Oberhavel Handy im Unterricht? Ja? Nein? Vielleicht?
Lokales Oberhavel Handy im Unterricht? Ja? Nein? Vielleicht?
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12:35 27.02.2018
Handys sind in der Schule unerwünscht und doch immer wieder zu sehen, manchmal sogar im Unterricht. Quelle: Enrico Kugler
Oberhavel

Brandenburg will Handys im Unterricht erlauben – Brandenburgs Schüler sollen künftig ihre eigenen Smartphones und Tablets auch im Unterricht nutzen dürfen. Das fordert Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Nicht in der Grundschule, aber zumindest in den weiterführenden Schulen sollten Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Geräte im Unterricht nutzen dürfen“, sagte Ernst der MAZ. Doch was denkt Oberhavel über den Vorstoß?

Die Oranienburger Schulen handhaben es so: „Unsere Schulkonferenz hat ein rigides Handyverbot beschlossen“, sagt der Leiter des Runge-Gymnasiums Henry Krüger. Für private Nutzung sind Smartphones nicht erlaubt, weder im Schulhaus, noch in der Mensa. „Höchstens in Notfällen, wenn der Bus weg ist, dürfen die Schüler damit telefonieren.“ Für Unterrichtszwecke werden bei Runge aber durchaus die Handys benutzt, sofern es der Lehrer erlaubt. Krüger findet das auch sehr sinnvoll. Für den Physikunterricht können Apps für Experimente benutzt werden. „Da staunen sogar die Schüler, was man damit alles machen kann.“

Oder im Sportunterricht filmen die Schüler ihre Übungen am Reck, um sie besser auswerten zu können. „Aber klar ist, keine Whats App im Unterricht.“ Die Eltern seien sehr dankbar, wenn ihre Kinder mal nicht am Handy hängen. „In den Pausen sollen die Schüler wirklich mal runterkommen oder ein paar Bälle werfen“, meint der Rektor. Und es funktioniert. „Die spielen sogar Karten in der Pause“, freut sich Henry Krüger.

„Mit Unterrichtsbeginn werden die Handys ausgeschaltet“

Ähnliche Regeln gelten in der Jean-Clermont-Schule in Sachsenhausen. „Mit Unterrichtsbeginn werden die Handys ausgeschaltet und verschwinden in der Mappe oder Hosentasche“, sagt Schulleiter Olaf Wildgrube. Die Smartphones dürfen auch nicht auf dem Tisch liegen. „Das haben wir alles in der Hausordnung verankert.“ Halten sich die Schüler nicht daran, zieht Wildgrube die Handys bis Unterrichtsschluss ein. „Wenn der Lehrer allerdings Internet-Recherchen plant, dann dürfen sie die Handys benutzen“, sagt Wildgrube. Wenn es Sinn mache, sei er dafür. „Ich bin ein Gegner von Verboten.“ Gerade gestern wurden im Kunstunterricht Fotos gemacht, das war sehr hilfreich für die Schüler.

Schulleiter Dieter Starke vom Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg meint kurz und knapp: „Für Recherchearbeiten und auf dem Schulhof sind bei uns Handys zugelassen.“ Ansonsten nicht.

Wörter nachschlagen möglich

Andreas Mertke, Englischlehrer am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium, lässt die Schüler im Unterricht durchaus Smartphones nutzen. Etwa, wenn es darum geht, Wörter nachzuschlagen. Jedem Kollegen an der Schule sei es aber selbst überlassen, ob er im Unterricht Handys gestattet. Grundsätzlich findet Andreas Mertke aber, dass man sich den Neuen Medien auf Dauer nicht verschließen kann. „Aber es muss sichergestellt werden, dass Smartphones als Unterrichtsmittel nicht zu Mehrkosten für die Schüler führt.“ Voraussetzung dafür wäre natürlich ein W-Lan-Netz an den Schulen, das der Schulträger installieren muss.

Ähnlich sieht das auch Herbert Gorr, Leiter der Veltener Barbara-Zürner-Oberschule. „Es ist ein Schritt in die Zukunft. Und so wird es auch kommen.“ Es müsse aber ein W-Lan-Netz in allen Räumen geben, das sei momentan noch nicht der Fall. Zudem müsse man Schülern, die kein Handy haben, im Zweifel eines stellen. „Es muss auch eine Lösung für das Problem her, dass manche Schüler die abgelegten Geräte ihrer Eltern nutzen und andere das neueste Gerät haben“, so Gorr.

Zudem könnten die Schüler die Telefone für Whatsapp-Nachrichten nutzen, oder um Fotos von Lehrern und Klassenkameraden zu machen. Auch aus solchen Gründen erlaubt Herbert Gorr die Nutzung von Smartphones im Unterricht noch nicht. „Es braucht ein vernünftiges Konzept vom Bildungsministerium zum Thema“, so der Schulleiter.

Regeln in der Hausordnung verankert

„Wir haben seit 2013 auf Antrag der Schülersprecher in der Hausordnung verankert, dass Multimediageräte (Handys) im Unterricht zu Zwecken des Unterrichts und nach Anweisung durch die Lehrkraft eingesetzt werden können“, sagt so Kathrin Haase, Schulleiterin der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck. „Für die unterschiedlichsten Aufgaben geschieht dies je nach Lehrkraft mehr oder weniger häufig.

Beispiele sind natürlich Recherche, kleine Tutorials drehen, Tafelbilder oder Mitschriften abfotografieren, gegenseitiger Informationsaustausch oder der Einsatz von aufgenommenen Sprachnachrichten (voicemails) im Fremdsprachenunterricht. Als Taschenrechner ist das Handy jedoch nicht erlaubt.“

Nutzung auf kleiner Flamme

Manche Schüler würden aber auch unerlaubt das Handy außerhalb dieses Rahmens nutzen, so Haase. „Doch dann greift die Hausordnung. Dies ist nicht gestattet und nervt. Wir finden es wichtig, dass dieses so wichtige und niemals durch die Schüler zu Hause vergessene Medium, anders als Lehrbücher, Hefter oder Hausaufgaben gelegentlich im Unterricht genutzt wird – wenn es Sinn macht.“

„Ganz sicher geht der Trend zur Nutzung digitaler Medien. Trotzdem sollte das auf kleiner Flamme passieren“, sagt Uwe Zietmann, Leiter des Strittmattergymnasiums Gransee. Die Smartphones oder Tablets seien keine standardisierten Lehrmittel. Außerdem gebe es in der Schule ein Computerkabinett.

Auch das Problem der Werbefreiheit im Internet kann Uwe Zietmann nicht erkennen. Und zu bedenken gibt es, dass das zwischenmenschliche Element verloren gehe, wenn die Technik immer mehr Raum einnehme. „Ich denke, dass es da erlaubt sein sollte, wo es passt.“

In der Verantwortung des Lehrers

Im Gebäude der Exin-Oberschule Zehdenick müssen die Smartphones und Handys ausgeschaltet sein. „Im Unterricht ist die digitale Technik aber zu Recherchen erlaubt“, sagt Karl-Heinz Jünger, Leiter der Einrichtung. Wenn es ums Googeln gehe oder um sinnhafte Recherche. Aber prinzipiell seien die Geräte nicht angeschaltet. „Letztlich sollte es in der Verantwortung des jeweiligen Lehrers liegen, ob das Handy im Unterricht genutzt werden darf.“

Auch Annette Borchert, Leiterin der Goethe-Grundschule in Kremmen, hat von der Idee gehört. „Wir sind ja Medienschule und haben uns unsere Gedanken über mobile Endgeräte im Unterricht gemacht“, so Borchert. „Wir haben uns gegen Handys und für Tablets entschieden. Jede Klasse hat fünf.“ Die Grundschule befinde sich in der Testphase. „Es gibt klare Regeln was geht und was nicht. Sollten sich die Tablets durchsetzen, dann wollen wir künftig ein Gerät für zwei Schüler anbieten.“ Das Handy an sich bleibt während der Schulzeit aber aus. „Das steht so in unserer Hausordnung. Das wird nicht geändert.“

Von MAZonline

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