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Oberhavel Hans-Joachim Maaz erntet Kritik
Lokales Oberhavel Hans-Joachim Maaz erntet Kritik
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11:10 07.03.2018
Hans-Joachim Maaz stellte sein Buch in Bergsdorf vor. Quelle: Anne Stege
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Bergsdorf

Waren Sie als Schüler besonders ehrgeizig, und haben beruflich eine ausgezeichnete Kariere hingelegt? Vielleicht sind Sie ein berühmter Künstler, lieben es im Rampenlicht zu stehen? Oder gehören Sie zu der Sorte, die auch mit 30 noch im elterlichen Haushalt lebt? Egal, zu welchem Typ Mensch Sie sich entwickelt haben – Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz beschreibt in seinem Buch „Das falsche Leben“, dass es vorhersehbar ist, welche Richtung ein Mensch in seiner Entwicklung einschlagen wird. Er spricht darüber, dass ein Leben im falschen Selbst ein Erziehungsprodukt sei oder infolge einer frühen Beziehungsstörung auftritt. Am Samstagnachmittag stellte Hans-Joachim Maaz seinen Besteller im Bergsdorfer Kurt-Mühlenhaupt-Museum vor. Mehr als einhundert Gäste hatten sich auf den Weg gemacht, um dem Psychoanalytiker zuzuhören.

Maaz, der zuvor von seinem Interviewpartner vorgestellt wurde, erläuterte seinem Publikum, welche Fehler Mütter und Väter in der Erziehung ihres Kindes machen, die den Eltern selber gar nicht bewusst seien. Im Kind jedoch hinterlasse das falsche Zusammenspiel von Muttermangel (Kind fühlt sich nicht genug geliebt) und Vaterterror (Kind wird mit Erwartungen überfordert) Spuren, die zu einem Leben im falschen Selbst führen.

Maaz ist überzeugt davon, dass eine Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren nicht richtig sei. Er geht sogar einen Schritt weiter und beschreibt, dass eine zu frühe Abgabe der Entwicklung eines Kindes schaden würde. Als Konsequenz der frühen Trennung von Mutter und Kind durch die stundenweise Abgabe in eine Kindertageseinrichtung nennt Maaz einen anhaltenden Schmerz, den die betroffenen Menschen auf unterschiedliche Weise zu unterdrücken versuchen, indem sie eben dieses Negativgefühl durch ein anderes, schönes Gefühl beiseite schieben. Im häufigsten Fall werden aus ihnen gute Schulabgänger, erfolgreiche Arbeitnehmer, nicht selten auch ausgezeichnete Führungskräfte oder Unternehmer. Im Erwachsenenalter führe diese Entwicklung häufig zu einem „Burnout“. Solche Fälle sind dem Psychiater zu hunderten bekannt.

Was aber, wenn ein falsches Ich Einfluss auf unsere Gesellschaft nimmt? Eines ist für Hans-Joachim Maaz ganz sicher – die Entscheidung Angela Merkels darüber, „unkontrollierte Flüchtlingswellen“ ins Land zu lassen, sei genauso falsch gewesen wie über den Familiennachzug überhaupt nur nachzudenken. „Wir brauchen eine Obergrenze“. Weshalb wird der Islam toleriert?“, fragte sich Maaz.

Weiterhin ließ er seinem Unverständnis darüber, dass die ganze Welt über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump herziehe, vor dem Bergsdorfer Publikum freien Lauf. Eigentlich hätte er sich für den gestrigen Sonntag ein anderes Abstimmungsergebnis erhofft: Neuwahlen! Laut Maaz wären sie das einzig Richtige für Deutschland. Doch schon am Sonnabendnachmittag spekulierte er ziemlich sicher darüber, dass die Sozialdemokraten der großen Koalition zustimmen würden, da der Wunsch nach Machterhalt zu groß sei. Das derzeitige Jetzt käme ihm vor wie das Ende der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Maaz gab seinem Publikum den dringenden Rat mit auf den Weg, sich über Alternativnachrichten zu informieren und persönlich miteinander zu kommunizieren.

Seine Thesen stießen auf Protest: Im Publikum, das inzwischen wieder über einige freie Plätze verfügte, streckten allmählich einige Arme in die Höhe. In der nun folgenden Fragerunde an den Fachmann ließ es sich der Berliner Günter Ewald nicht nehmen, seine persönliche Kritik rauszulassen: „Mir ist es schwergefallen, so lange durchzuhalten“, äußerte sich der Rentner kritisch, und fand verteidigende Worte für die Flüchtlinge. Ein weiterer Gast machte deutlich, dass er nicht zu einer Wahlveranstaltung gekommen sei.

Sein Buch konnte am Sonnabend übrigens gleich mit nach Hause genommen werden. Die Chance, ein Autogramm ins frisch gekaufte Bestseller-Exemplar schreiben zu lassen, ließen sich wenige entgehen. Eine in der langen Schlange war die Granseerin Helga Schneider. „Er spricht mir aus dem Herzen“, so die Ärztin.

Von Anne Stege

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