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Oberhavel Salat auf dem Gesicht
Lokales Oberhavel Salat auf dem Gesicht
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11:34 26.05.2014
Quelle: Promo
Oranienburg

Das Wellness-Hotel hat nur einen Stern, wie kann da das Klo etwas taugen? Viel zu klein, bereits nach zwei Tagen voll, poltert die ältere Dame auf der Bühne der sehr gut besuchten Oranienburger Orangerie.

Also schnell die Rezeption angerufen. Wie wäre es mit Spülen, empfiehlt der Concierge. Aber da hat er die Rechnung ohne Luise Koschinsky gemacht. Du Pimpf, faucht sie, ich stelle für einen Teller doch auch nicht gleich die Geschirrspülmachine an. Egal, dann nimmt sie eben die Badewanne.

Vergangenen Sonnabend las Hans Werner Olm aus seinem Buch „Ein Pullover voll Frau“, das im Mai erscheinen soll. Tatsächlich steckt in dem Kleidungsstück der Kabarettist, Sänger und Schauspieler. Das Multitalent hatte sich mit Liebe zum Detail in einen Drachen verwandelt. Strähnige Haare, karierter Rock, Pantoffeln, weiße Socken. Die Brille ist fast so gewaltig wie der Vorbau und das Hinterteil. Gestatten, Luise Koschinsky aus Meppen – Olms neue Kunstfigur.

Luise, die Garantin für einen gediegenen und gepflegten Abend. Sie rülpst, kratzt sich am Allerwertesten, schläft zwischendurch laut schnarchend in ihrem orangenen Sessel ein. Dann steht sie auf, greift zur Gitarre, besingt Kulinarisches, sehr frei nach Peter Maffay. Oder „De Randfichten“. Lebt denn die alte Seezunge noch? Der ganze Saal stimmt mit ein.

Zurück zum Buch. Meine Biografie, sagt Luise. Warum auch nicht? Alle, wirklich alle belästigen die Menschheit mit ihrem Leben. Etwa Justin Biber. Mit gerade mal 16. „Mein langer Weg durch den Geburtskanal“, hätte der Titel lauten müssen, so die Autorin. Oder die Katzenberger. Biografie? Bei uns heißt das Mängelliste, ätzt Luise. Oder Thomas Anders. Der Inhalt passt auf eine Tube Selbstbräuner, befindet sie.

Luise hält inne, glotzt lüstern durch ihre Brille. Könnte ja ein Kerl dabei sein, sie ist immer wieder auf der Suche. Gut, das hautenge Andrea-Berg-Leder-Outfit blieb im Schrank hängen, sie will die Herren ja nicht unnötig scharfmachen. Die Schönheitskur in dem besagten Luxus-Tempel soll fürs Erste reichen.

Jules, ihr persönlicher Wellness-Assistent, legt Gurkenscheiben auf ihr Gesicht. Die sind im Nu verputzt. Nicht übel, der Salat. Jetzt ein Schnitzel. Aber bitte mit Teller.

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