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Oberhavel Harte Zeiten für 32.000 Oberhaveler Pendler und Berliner
Lokales Oberhavel Harte Zeiten für 32.000 Oberhaveler Pendler und Berliner
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11:27 04.05.2017
Petra Kroll aus Oranienburg: Auf die S-Bahn warten macht ihr nichts aus. „Besser als wenn gar nichts fährt“, so die 57-Jährige. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Pendler zu sein ist nicht einfach. Zugausfälle, lange Wartezeiten, Anschlusszug um eine Minute – trotz Hetzerei natürlich! – verpasst. In Oranienburg sind Pendler momentan besonders frustriert. Grund ist der Zugausfall auf der Linie RE 5 des Regionalexpress zwischen Oranienburg und Gesundbrunnen. Hier geht bis Anfang Juni nichts mehr.

Fahrgäste Richtung Berlin und aus der Hauptstadt kommend müssen in die S-Bahn steigen. Für Petra Kroll ist das aber nicht so dramatisch. Die 57-jährige Oranienburgerin hatte am Mittwoch einen Arzttermin in Berlin. „Das schaffe ich, ich muss nur pünktlich losfahren“, sagte sie. Ihre Tochter ist da eher betroffen. „Sie studiert an der Technischen Universität und fährt eigentlich jeden Tag mit der Regionalbahn, jetzt muss sie immer früher los, weil sie länger unterwegs ist.“ Wie Petra Krolls Tochter geht es vielen.

Wartezeit mit Lesen vertreiben. Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg kann als Auspendlergemeinde beschrieben werden. Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit pendeln täglich 10.927 Menschen aus der Kreisstadt in andere Gemeinden, um dort ihrer Arbeit nachzugehen. Die meisten, genauer: mehr als 5600, fahren direkt nach Berlin zu ihrer Arbeitsstätte.

Der komplette Landkreis Oberhavel „verliert“ jeden Tag 32.123 Menschen, die als Pendler nach Berlin fahren. Der Kreis ist aber auch als Arbeitsort beliebt: Etwa 10.200 Berliner kommen für ihren Job hierher. Jeweils über 400 Menschen reisen tagtäglich aus Falkensee, Wandlitz und Neuruppin nach Oberhavel, nehmen Verspätungen der Bahn und Zugausfälle in Kauf.

Auch die S-Bahn fährt bald nicht mehr

Zu den täglich 186 Pendlern aus Nauen gehört auch Dave Bading. „Ich fahre immer über den Bahnhof Friedrichstraße nach Oranienburg“, erzählt der 26-Jährige. Von da aus brauchte er bisher mit dem Regionalexpress 25 Minuten bis zur Kreisstadt. „Jetzt ist es meist eine gute Stunde, seit ich auf die S-Bahn-Verbindung angewiesen bin“, so der Verkäufer im Oranienburger Bahnhofsgeschäft Eckert. „Das heißt, ich muss jeden Tag ungefähr eine Stunde früher los, um es auch pünktlich zu schaffen, das ist schon eine Umstellung.“

Die harten Zeiten für Pendler sind dabei noch lange nicht vorbei. Noch bis zum 5. Juni wird der Regionalexpress 5 nicht nach Berlin fahren. Auch der 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Berlin wird sich ändern, wenn vom 15. bis 28. Mai sowie am Pfingstwochenende vom 2. bis 5. Juni ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Oranienburg und Gesundbrunnen angeboten wird – aufgrund von Bauarbeiten bei der S-Bahn und „kapazitätsbedingten Einschränkungen im S-Bahnverkehr“, so die Deutsche Bahn. Nahe des Bahnhofs Wollankstraße finden Brückenbauarbeiten statt, die S 1 wird in dieser Zeit über Mühlenbeck und Blankenburg zur Bornholmer Straße geführt.

Von Marco Winkler

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