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Hassknecht trifft auf Löwenzahn

Dreharbeiten für ZDF-Kinderserie in Hennigsdorf Hassknecht trifft auf Löwenzahn

In einem Garten in Hennigsdorf steht der blaue Bauwagen aus der ZDF-Kinderserie „Löwenzahn“. Am Donnerstag wurde eine neue Folge abgedreht. Mit dem Schauspieler Hans-Joachim Heist in einer Gastrolle. Fernsehzuschauern besser bekannt als der cholerische Nachrichten-Kommentator Gernot Hassknecht.

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Fritz Fuchs (l.) und Professor Jakobus Nachtigall am bekannten Bauwagen. Guido Hammesfahr und Gernot Hassknecht drehten gestern in Hennigsdorf eine Löwenzahn-Episode.

Quelle: Foto: Ulrich Bergt

Hennigsdorf. Der Kunstprofessor Jacobus Nachtigall ist außer sich. Was die Bewerber für ein Kunststudium da an Arbeiten bei ihm eingereicht haben. „Alles Pfusch. Fürchterlich!“ Der Professor tobt und wütet.

Ja, so kennen ihn die Zuschauer der ZDF-Satiresendung „Heute-Show“. Doch diesmal ist Gernot Hassknecht, mit bürgerlichem Namen Hans-Joachim Heist, nicht der cholerische Nachrichten-Kommentator. Hier ist „Bärstadt“, der Ort, an dem seit vielen Jahren die Löwenzahn-Geschichten spielen, in denen Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) naturwissenschaftliche Themen für Kinder anschaulich erklärt. Der berühmte blaue Bauwagen mit der abenteuerlichen Treppe aus alten Stühlen steht seit drei Jahren in einem Hennigsdorfer Garten. „Den Winter über war er eingemottet, im Mai ist er wieder flottgemacht worden“, sagt Jörg Streller, stellvertretender Produktionsleiter von Studio TV.Film. Am Donnerstag war letzter Drehtag für den ersten Teil der neuen Staffel.

Interview mit Gernot Hassknecht

Der Schauspieler Hans-Joachim Heist ist vielen Fernsehzuschauern besser bekannt als der Choleriker Gernot Hassknecht.

Herr Heist, werden Sie eigentlich noch mit Ihrem richtigen Namen angesprochen oder nur noch mit Gernot Hassknecht?

Hans-Joachim Heist: Hin und wieder nennt noch jemand meinen richtigen Namen. Ich bin schon froh, dass meine Familie ihn noch kennt.

Haben Sie sich heute eigentlich schon richtig gefreut?

Heist: Ja, über den Drehort heute Vormittag. Da waren wir im Atelier, das uns Uwe Müller-Fabian zur Verfügung gestellt hat. Das war sehr interessant.

Was hat Sie am Gastauftritt bei „Löwenzahn“ gereizt?

Heist: Als mir die Rolle angeboten wurde, habe ich natürlich sofort zugesagt. „Löwenzahn“ ist einfach Kult. Mit unseren beiden inzwischen erwachsenen Kindern haben wir uns das früher immer angesehen.

Ihre Wutausbrüche in der Heute-Show haben inzwischen auch Kultstatus. Neigen Sie im Privaten auch dazu?

Heist: Nein, ich bin nicht cholerisch. Eher der Heinz-Ehrhard-Typ mit dem Schalk im Nacken. Aber wenn es die Rolle erfordert, kommen ich ganz schnell von Null auf Hundert. Wichtig ist nur, dass man genauso schnell wieder runterkommt. Ansonsten bin ich schon der Meinung, dass man berechtigten Frust nicht in sich reinfressen sollte.

Der begann am Vormittag im Atelier von Uwe Müller-Fabian im benachbarten Vehlefanz. Die passende Kulisse für den Auftritt von Kunstprofessor Nachtigall. Als die Szene im Kasten ist, wird abgebaut, der ganze Tross zieht um. Zum Bauwagen im Hennigsdorfer Gärtchen. Davor steht die Hütte von „Keks“. Der Berner Sennenhund sucht sich erst einmal ein ruhiges Plätzchen im Schatten und wartet auf seinen Auftritt. Doch zunächst macht der Drehstab erst einmal Mittag.

„Der ist durch und durch Profi“, sagt Filmtiertrainerin Carola Conrad. Eigentlich hört der gemütliche Hund mit dem kuscheligen Fell auf den Namen Toschi und steht seit drei Jahren auf der Besetzungsliste von „Löwenzahn“. Toschi hat einen Heimvorteil. Er und sein Frauchen sind ganz in der Nähe zu Hause, die Hundeschule der Conrads befindet sich in Schwante.

Inzwischen ist die Drehpause vorbei, die Technik aufgebaut, es kann weitergehen. Guido Hammesfahr kommt aus der Maske, die im Nachbargarten in einem Geräteschuppen untergekommen ist. In der neuen Folge, die in ein paar Wochen im ZDF-Kinderprogramm zu sehen ist, geht es um Sand. Fritz Fuchs erklärt den Unterschied von Bausand und Wüstensand und solchem, aus dem man Skulpturen erschaffen kann. Denn mit einer solchen Sandskulptur will er die Aufnahme seiner Cousine Charlie an der Kunsthochschule retten, nachdem er die richtige Bildhauerarbeit versehentlich kaputt gemacht hat.

Das Tolle an „Löwenzahn“ sei, so sagt Guido Hammesfahr, dass er selbst immer noch Neues dazulernt. Das Erfolgsrezept der nicht nur bei Kindern beliebten Sendung ist für ihn die besondere Art und Weise, wie Wissen vermittelt wird: „Es geht darum, auch komplizierte Dinge möglichst einfach und logisch zu erklären.“ Fritz Fuchs schaut dabei auch in die Kamera, spricht seine Zuschauer direkt an - was sonst eher verpönt ist. Hammesfahr: „Um diesen Kamerablick beneiden mich manche Kollegen.“

Jeden Sommer erwacht der Garten mit dem blauen Wohnwagen zum Leben. „Wir sind unwahrscheinlich nett hier aufgenommen worden“, sagt Hammesfahr. Die Nachbarn seien hilfsbereit und verständnisvoll. Denn manchmal verlangen die Dreharbeiten, dass absolute Ruhe herrscht. Einige Hennigsdorfer wirken gelegentlich auch als Statisten mit und ab und an kommen Kinder zu Besuch, um den TV-bekannten Bauwagen einmal im Original ansehen zu können. Der nächste Drehtag ist schon in der kommenden Woche. Und zwischen August und September wird sich Hennigsdorf wieder in „Bärstadt“ verwandeln.

Von Ulrich Bergt

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