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Oberhavel Hedwig-Bollhagen-Nachlass ist national wertvolles Kulturgut
Lokales Oberhavel Hedwig-Bollhagen-Nachlass ist national wertvolles Kulturgut
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17:00 23.12.2015
Hedwig Bollhagen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Velten

Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst verkündete die Aufnahme des keramischen Nachlasses von Hedwig Bollhagen in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes. „Ich freue mich, dass wir die Liste national wertvollen Kulturgutes mit dem keramischen Nachlass von Hedwig Bollhagen um eine bedeutende Sammlung ergänzen konnten“, so Kunst. Bollhagen habe als eine der bedeutendsten Keramikerinnen die moderne Keramik des 20. Jahrhunderts geprägt. Viele ihrer Formen und Dekore gehörten zu den Klassikern der Moderne und genössen internationale Anerkennung. Der keramische Nachlass, so Kunst weiter, biete mit seinen vielen, teilweise seltenen und bedeutsamen Einzel- und Serienstücken einen einzigartigen, repräsentativen Überblick über das künstlerische und keramische Schaffen Hedwig Bollhagens, das von der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik in den 1990er Jahren die unterschiedlichen Gesellschaftssysteme des 20. Jahrhunderts spiegelte.

Laut Bundesrecht können die Bundesländer Kulturgut als „national wertvoll“ einstufen und in der Datenbank national wertvolles Kulturgut eintragen. Dort finden sich derzeit rund 2700 Eintragungen, in Brandenburg unter der Schreibtisch König Friedrichs II. von Preußen.

Der Nachlass besteht aus Einzelwerken von Bollhagen sowie Arbeiten befreundeter Künstler wie Charles Crodel, Theo Bogler, Werner Burri. Enthalten sind auch Schülerarbeiten, die Bollhagens Einfluss auf jüngere Keramiker zeigen. Der keramische Nachlass befindet sich als Dauerleihgabe im Veltener Bollhagen-Museum, das im Juli eröffnet wurde.

Die 1907 in Hannover geborene Hedwig Bollhagen übernahm nach ihrer Ausbildung 1934 die künstlerische Leitung der neu gegründeten HB-Werkstätten für Keramik GmbH in Marwitz. Die HB-Werkstätten produzierten vor allem Gebrauchsgeschirr, Garten- und Baukeramik. Hedwig Bollhagen führte die Werkstätten auch nach 1945 bis zur Verstaatlichung im Jahr 1972 weiter. Bis zur Reprivatisierung im Jahr 1993 blieb sie künstlerische Leiterin, danach übernahm sie als Eigentümerin erneut die Leitung der Werkstätten bis zu ihrem Tod im Jahr 2001.

Von MAZonline

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