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Hedwig Bollhagen wird posthum Ehrenbürgerin

Velten (Oberhavel) Hedwig Bollhagen wird posthum Ehrenbürgerin

Ihr Werk ist seit 2015 nationales Kulturgut: Am 10. November wäre Hedwig Bollhagen 110 Jahre alt geworden. Die Stadt Velten hat die berühmte Keramikerin nun posthum zur Ehrenbürgerin erklärt. Den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt nahm Bollhagens Nichte und Alleinerbin Silke Resch vor.

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Silke Resch ist die Nichte von Hedwig Bollhagen. Sie ist Alleinerbin des künstlerischen Nachlasses, der in einer Stiftung verwaltet wird.

Quelle: Robert Roeske

Velten. Für die Veltenerin Barbara Schweihofer-Ellis war die 2001 verstorbene Keramikerin Hedwig Bollhagen, die liebevoll HB genannt, am Freitag posthum zur Ehrenbürgerin von Velten ernannt wurde, lange das „Zentrum“ ihres Lebens.

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Anlässlich ihres 110. Geburtstages wurde der Keramikerin Hedwig Bollhagen posthum die Ehrenbürgerwürde der Stadt Velten verliehen. Bollhagens Nichte Silke Resch nahm den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt vor.

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Bei fröhlichen Kinderfesten, ebenso wie in traurigen Momenten, wie dem, als der Vater von Schweihofer-Ellis starb, war HB für die Familie da. Damals war die Veltenerin noch ein Kind. „Sie hat mich einfach in den Arm genommen.“ Es war eine große Verbundenheit und tiefe Freundschaft zwischen Familie Schweihofer und der 1907 geborenen Künstlerin, deren 1600 Exponate umfassendes Werk 2015 zum nationalen Kulturgut erklärt wurde.

Bis zu ihrem Tod im Jahr 2001 habe man sie begleitet und gepflegt, erinnert sich Schweihofer-Ellis, die bis heute eine enge Freundschaft, die schon mit ihrem Großvater begonnen habe, zu Silke Resch pflegt. Resch ist als Nichte Alleinerbin von Bollhagens künstlerischem Vermächtnis und nahm für ihre Tante am Freitag den Eintrag in das Goldene Buch der Ofenstadt Velten vor.

Hedwig Bollhagen 1997 in ihrem Atelier in Marwitz (Oberhavel)

Hedwig Bollhagen 1997 in ihrem Atelier in Marwitz (Oberhavel).

Quelle: dpa

Am selben Tag hätte Hedwig Bollhagen ihren 110. Geburtstag gefeiert. Und so war der Abend eine Mischung aus persönlichen Erinnerungen, an eine emanzipierte und doch stets liebevolle Frau, die für ihre Angestellten zur Hochzeit Bollerwagen mit Geschirr befüllte und mit Blumen dekortierte oder bei Kinderfesten die Geschenke im Paternoster herbeizauberte. Gleichzeitig spürte man die Bewunderung für das großartige Schaffen einer kreativen Künstlerin, deren Lieblingszitat „Das sind doch bloß Töppe“ auch an diesem Abend nicht fehlen durfte. 2015 setzte man Bollhagen mit dem Veltener Museum, für 1,8 Millionen Euro erbaut, ein würdiges Denkmal. „Ich liebe diesen Raum“, zeigte Bollhagens Nicht Silke Resch ihre große Begeisterung für die besondere und preisgekrönte Architektur des Museums. Die Werkstatt in Marwitz hingegen sei bis heute Heimat, so Resch. „Sie war meine Tante und mein Idol.“

Blau-weiß ist typisch für HB-Keramik

Blau-weiß ist typisch für HB-Keramik.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Passend zum Anlass hatte man eine Kaffeetafel mit HBs Dekor „Paradiesgarten“ gedeckt, auf der auch ihr typischer Knappkuchen nicht fehlen durfte. Die neue Sonderausstellung anlässlich des Jubiläums wird zudem von 110 HB-Kannen und Kännchen gebildet. Mit dieser Sonderausstellung, die sich der Serienproduktion HBs widme, wolle man den Inhalt des Museums vervollständigen und einen Überblick über Bollhagens keramisches Lebenswerk geben, erklärte Museumsleiterin Nicole Seydewitz. „Die Reaktionen der Besucher auf die Dauerausstellung sind überwältigend, doch die meisten vermissen Liebgewonnenes.“ Man suche die HB-Gebrauchskeramik, die man selbst auch zuhause im Schrank habe, ergänzte Udo Arndt, Vorsitzender der Fördervereins des Museums. Und so wolle man mit dieser Ausstellung vor allem die emotionale Bindung zwischen Museum, Bollhagen und den Besuchern stärken.

Arndt hatte zudem eine gute Nachricht für die Besucher, die seit Monaten um den Erhalt des Museumsstandortes bangen: Eine Schweizer Stiftung habe sich bereit erklärt, das Grundstück der alten Ofenfabrik Schmidt&Lehmann für den Förderverein zu erwerben. Das Geld sei bereitgestellt, so dass man nun in konkrete Verkaufsverhandlungen treten könne. Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil ließ anklingen, dass auch das Land noch in Gesprächen sei, sich einbringen werde. „Auch wir kämpfen noch.“

Und so war dem Satz „Wenn`s hilft.“ von Silke Resch, wie ihre Tante wohl auf die Ehrenbürgerwürde reagiert hätte, nichts hinzuzufügen.

Von Ulrike Gawande

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