Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Heimpläne für Armeegelände

Muna wird Wohnstätte Heimpläne für Armeegelände

Auf dem Gelände des früheren Munitionsdepots in Wolfsruh plant der Gib-Verein eine weitere Wohnstätte für Menschen mit Intelligenzminderung. Der Berliner Träger investiert rund 2,7 Millionen Euro auf der Liegenschaft.

Voriger Artikel
Sinti und Roma auf Wanderschaft
Nächster Artikel
Kremmen nimmt Flüchtlinge auf

Aus Sorge um Vandalismus wir die frühere Armeeliegenschaft streng bewacht.

Quelle: Cindy Lüderitz

Wolfsruh. Der Gib-Verein expandiert weiter: auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots in Wolfsruh will der Berliner Träger eine neue Wohnstätte für geistig behinderte Menschen nach dem Vorbild Seilershof errichten. Das bestätigte der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende Erik Boehlke gegenüber der MAZ. Der Verein hat den Verwaltungsbereich des früheren Armeestandortes erworben und will dort drei Häuser mit 16 Wohnplätzen herrichten. Die Investitionskosten bezifferte Boehlke mir insgesamt 2,7 Millionen Euro. Das Projekt habe nach Monaten der Planung alle wichtigen Hürden genommen, die Baufreigabe soll in Kürze vorliegen. Bezogen wird die Einrichtung voraussichtlich im Frühjahr 2016.

Vor zwei Jahren hatte Boehlke Wolfsruh schon fast abgeschrieben. „Ich habe immer gesagt, nach Seilershof werden wir nichts mehr bauen. Es sei denn, wir bekommen Wolfsruh. Danach sah es aber lange Zeit nicht aus“, so der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Die Wende kam mit dem westfälischen Investor der Liegenschaft, der die Pläne des Gib-Vereins wohlwollend begleitet und gemeinsam mit Boehlke auch über erste Kooperationen nachdenkt. Etwa über die Schaffung von Angeboten für den späteren Arbeitsbereich der Wohnstätte. Zum Konzept von Gib gehört es, die Bewohner ihren Fähigkeiten entsprechend zu beschäftigen.

Neben dem Investor hätten auch die Mitglieder des Ortsbeirates die Wohnstätten-Pläne wohlwollend aufgenommen, sagte Boehlke. Die Idee, in der „Muna“ eine soziale Einrichtung zu realisieren, sei so neu auch nicht. Im Verbund mit einem weiteren Träger aus der Region sollte ursprünglich eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung und benachteiligte Jugendliche entstehen.

2010 war das evangelische Johannesstift mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit getreten, eine Jugendhilfeeinrichtung am Standort zu realisieren (MAZ berichtete). Die sind offenbar vom Tisch. Er persönlich, so Boelke, sei von dem Objekt und den Möglichkeiten dort von Anfang an fasziniert gewesen, auch von der Geschichte und von den baulichen Anlagen, etwa den unterirdischen Bunkern. Wolfsruh wäre der fünfte Standort des gemeinnützigen Vereins im Norden Oberhavels. Neben der Wohnstätte in Seilershof bewirtschaftet Gib eine Seniorenwohnstätte, eine Tagespflege für Senioren und das „Haus Geronsee“ nebst Wohngruppe in Gransee. Insgesamt gibt es sechs Wohngruppen für Menschen mit leichter bis schwerster Intelligenzminderung und gravierenden Verhaltensauffälligkeiten beziehungsweise psychiatrischen Erkrankungen.

Die Geschichte der Muna

Die militärische Nutzung der ehemaligen Munitionsanstalt „Muna“ Wolfsruh reicht zurück bis ins Jahr 1936. Die deutsche Wehrmacht errichtete das Depot zur Lagerung von Infanterie-, Abwurf-, Bordwaffen- sowie Leucht- und Signalmunition. Später kamen Rote Armee, NVA und Volkspolizei.

1991 übernahm die Bundeswehr die Anlage und nutzte sie bis 2004.

Auf dem 225 Hektar großen Areal verteilen sich 66 Bunker mit einer Nutzfläche von je 140 Quadratmetern sowie 25 Lagerhallen aus den 70er-Jahren mit je 700 Quadratmetern Fläche. Die übrigen Bauten umfassen 7000 Quadratmeter Wohnfläche. 2008 wurde die Liegenschaft an irische Investoren verkauft, die dort vor allem Waldwirtschaft betreiben wollten.

Erste Sanierungsarbeiten auf dem Gelände in Wolfsruh sollen Ende August starten. Laut Boehlke findet dort dann ein mehrtägiges Workcamp mit Teilnehmern aus zehn Ländern statt. „Alles junge Leute zwischen 20 und 25 Jahren, die sich für das Projekt interessieren und helfen wollen.“ Vermutlich wird die Entkernung der Kellerräume eine erste Aufgabe für die Helfer sein. Untergebracht sind die Gäste während ihres Arbeitseinsatzes im früheren Wentowsee-Hotel in Seilershof. „Wir sind dankbar für die tolle Unterstützung“, so Boehlke.

Von Cindy Lüderitz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg