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Oberhavel Heiße Schokolade und Gabeln mit zwei Zinken
Lokales Oberhavel Heiße Schokolade und Gabeln mit zwei Zinken
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00:51 14.03.2018
Vater und Tochter interessierten sich für die Ausstellung: Nina Rehr und Christoph Schröder aus Berlin. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

An der fürstlichen Tafel gab es mitnichten für jeden Gast ein Besteck. Das musste schon jeder selbst mitbringen und hatte es zum Transport in einem Kästchen „besteckt“. Daher rührt der heutige Begriff. Dabei galt das Benutzen der Gabel anfangs als „weibliches Gezier“ und „sinnloses Getue“, erst ab dem 17. Jahrhundert galt es als kultiviert, die Gabel, vorerst mit zwei Zinken, zu benutzen. Bis dahin reichten Finger, Messer und Löffel. Und alles wurde selbstverständlich am Tischtuch abgewischt.

Wie es „bei Königs“ so zuging beim Essen, was auf den Tisch kam und von woher es „importiert“ wurde, das erfuhren die Besucher bei der Sonderausstellung, die seit Sonntag im Oranienburger Schloss zu sehen ist. Im Orangesaal, dem früheren Speisesaal Friedrichs I., ist eine symbolische Tafel gedeckt. Bilder und Schrifttafeln zeigen und beschreiben, wie es dort zuging. „An der Tafel saß der Monarch in der Mitte“, erklärt Kastellanin Berit Gloede. Essen war auch Statussymbol. Auf der einen Seite der „öffentlichen Tafel“ nahmen er und die Gäste Platz, auf der anderen die, die dabei zusehen durften.

Als „goldene Früchte“ galten im Barock Orangen. Zitrusfrüchte gediehen auch in Oranienburg, im Winter waren die Pflanzen in der Orangerie untergebracht. Und man schenkte sie dem Thronfolger, dem damit ein „goldenes Zeitalter“ beschieden sein sollte.

Aus der Zeit des Prunks und Reichtums an europäischen Höfen stammt auch die bis heute verwendete Wendung des „bitteren Beigeschmacks“. Denn während hierzulande die Aristokratie Schokolade und Kakao von den Plantagen in Südamerika genoss, wurden sie dort von afrikanischen Sklaven unter jämmerlichen Bedingungen geerntet. Auch der Spottbegriff vom „reichen Pfeffersack“ stammt aus dieser Epoche, als sich der Wert von exotischen Gewürzen aus Asien auf Weg nach Europa oft vertausendfachte für seine Besitzer.

An der Tafel können Museumsbesucher über die gesamte Sommersaison an Gewürzen und Duftöl aus Orangeblüten schnuppern. Sie erfahren Wissenswertes über Luxusgüter der Zeit und das fürstliche Jagdvergnügen, beim dem Louise Henriette auch den Landstrich des heutigen Oranienburg entdeckt haben und sich in ihn verliebt haben soll.

Und auch ein Abstieg in die Silberkammer lohnt sich. Der Tresor, aus dem die Prunkterrinen und Kettenflaschen für Wein für „unterwegs“ nur in den Gemächern verteilt wurden, wenn der König nach Oranienburg kam. Die Reisezeit betrug von Berlin aus vier Stunden. Auch der Karl-Emil-Humpen, bestehend aus 162 Münzen, ist zu bestaunen, an dem Louise Henriette anlässlich der Geburt ihres Sohnes genippt haben soll.

Von Heike Bergt

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