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Oberhavel Heiße Spur zum „Münzschatz“ in Oranienburg
Lokales Oberhavel Heiße Spur zum „Münzschatz“ in Oranienburg
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20:39 16.05.2017
Der Rat der Stadt hatte sie in Auftrag gegeben. Auf der einen Seite ist das Stadtwappen, auf der anderen das Schloss zu sehen. Quelle: E. Kugler
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Oranienburg

Der „Münzschatz“ vom Dachboden des Schlosses hat für Aufregung gesorgt. 1100 versilberte „Gedenkmedaillen“, geprägt 1982, hatte Bürgermeister-Sekretärin Silvia Schneider entdeckt. Doch zu welchem Anlass? Und warum wurden sie einfach ausrangiert? Viele MAZ-Leser meldeten sich.

Peter Wilke, 1975 bis 1980 Mitarbeiter beim Rat des Kreises und zuständig für Liebenwalde hat eine heiße Spur: Liebenwalde bereitete 1982 seine 750-Jahr-Feier anlässlich des verliehenen Stadtrechtes vor. Doch dann sei vom Rat angeordnet worden: Absagen! Die Daten seien unsicher. Liebenwalde nicht ausdrücklich im Dokument genannt. Doch da die große Feier vorbereitet war, Bierkrüge beschriftet und die Festbroschüre gedruckt, habe Liebenwalde die Sache durchgezogen, Oranienburg hingegen die Fete abgeblasen, vermutet Peter Wilke.

Denn während die erste urkundliche Erwähnung von Oranienburg 1216 verbrieft ist und deshalb 2016 die 800-Jahrfeier groß begangen wurde, ist das mit dem „Stadtrecht“ von 1232 so eine Sache, bestätigt auch Stadtarchivar Christian Becker. Peter Wilke sei da wohl „zu 99 Prozent auf der richtigen Spur“. Während man 1957 noch getrost die 725 Jahre Stadtrecht auch in Oranienburg gefeiert hatte, war man sich dessen 1982 nicht mehr sicher.

1232 habe es auf Grundlage eines sogenannten „Rechtszuges“ die Möglichkeit gegeben, dass sich wachsende Orte wie Oranienburg nach Spandauer Stadtrecht ebenso „das Stadtrecht nehmen konnten“. Das habe aber ein Historiker aus Berlin in den 1980er-Jahren als „Fälschung“ entlarvt. Man war sich unsicher. Es könne sein, dass die Sache deshalb abgeblasen und die Medaillen später anderweitig verwendet wurden oder eben auf dem Boden landeten.

Arno Koch (82) vom Männerchor Sachsenhausen nennt auch eine Medaille sein Eigen: „Die damalige Bürgermeisterin Busse hat uns 1985 acht Stück zusammen mit einer Urkunde für gute Leistungen überreicht.“

Andere Oranienburger haben sich Mitte der 1980er Jahre Exemplare gekauft und vom Angebot auch in der „Märkischen Volksstimme“ gelesen. Zu ihnen gehört Familie Kühnke: „Es gab sie in der Sparkasse“, weiß Detlef Kühnke. Er hätte gern eine gehabt, doch das Geld in der jungen Familie war knapp, erinnert er sich und schlägt vor, sie für den guten Zweck zu verkaufen und den Erlös gemeinnützigen Projekten zur Verfügung zu stellen. Er würde gern mehrere kaufen. „Jetzt hätte ich das Geld“, so Detlef Kühnke. Dann würde doch noch ein kleiner Schatz daraus.

Von Heike Bergt

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