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Helfer mit dem Herzen dabei

Lehnitz Helfer mit dem Herzen dabei

Zahlreiche Besucher, ob Einheimische, ob Geflüchtete, waren am Sonnabend zum Fest der Kulturen ins Lehnitzer Kulturhaus Friedrich-Wolf gekommen – auf Einladung der Stadt Oranienburg, der Initiative „Willkommen in Oranienburg“ sowie dem Unterstützerkreis Oranienburg.

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Geflüchtete Frauen servieren syrische und tschetschenische Speisen.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Lehnitz. Die Kleinen auf der Bühne hören nicht mehr auf zu singen. Lied folgt auf Lied, bei „Shalom Aleichem“ klatschen alle mit. Der Funke war auf die Anwesenden im Saal übergesprungen. Ausgelöst hatte ihn der Kinderchor der Waldschule Oranienburg, der beim „Fest der Kulturen vergangenen Sonnabend“ auftrat.

Zahlreiche Besucher, ob Einheimische, ob Geflüchtete, waren ins Lehnitzer Kulturhaus Friedrich-Wolf gekommen, auf Einladung der Stadt Oranienburg, der Initiative „Willkommen in Oranienburg“ sowie dem Unterstützerkreis Oranienburg.

Im vergangenen Jahr hatte das Fest noch am Weltflüchtlingstag, den 20. Juni, stattgefunden. Dieses Jahr wurde es auf den Juli verschoben, wegen des Fastenmonats Ramadan. Die gläubigen Muslime unter den Gästen sollen schließlich auch auf ihre Kosten kommen, sagt Elena Wiezorreck vom Amt für Bildung und Soziales der Stadt Oranienburg. Neben der Torhorstschule und dem Christlichen Jugendzentrum Oranienburg hatten auch einige geflüchtete Frauen die Vorbereitungen tatkräftig unterstützt. Sie hatten syrische und tschetschenische Speisen zubereitet, die Tische im Saal bogen sich fast ob des gewaltigen Büffets. Zudem gab es ein buntes Programm, neben Musik jede Menge Mitmachaktionen. Drinnen wie draußen. Diverse Workshops, etwa Basteln mit Recycling-Materialien, Kinderschminken oder Trommeln, ferner eine Hüpfburg und ein Mitmach-Zirkus. Dieses Mal sollte das Programm nicht ganz so straff ausfallen, so Elena Wiezorreck, so bleibe mehr Raum für Begegnungen und Gespräche zwischen Einheimischen und Geflüchteten. Geflüchtete wie Duplex Tenssona, der Kameruner ist mit einigen Freunden aus seiner alten Heimat gekommen, begleitet von Gerhard Bauermeister von der Initiative „Willkommen in Oberkrämer, Leegebruch und Velten“. Oktober 2015 war er nach Deutschland gekommen, hat sich gut eingelebt, wie er versichert: „Kein Problem, alles super“. Vor zwei Tagen ist er Vater geworden. In Potsdam absolviert er ein Aufbaustudium, später will er mal BWL studieren. Auf dem Fest hoffen die Kameruner, auf andere Afrikaner zu treffen.

Und vielleicht motiviert die Feier den einen oder anderen Gast, selber ehrenamtlich tätig zu werden. Das hofft zumindest Anne Schumacher. Ob Deutschkurse, ob Hilfe bei den alltäglichen Dingen des Lebens wie Arztbesuche oder Behördengänge, es gebe noch jede Menge zu tun, so die Vorsitzende von „Willkommen in Oranienburg“.

Umso mehr freut sie sich über die vorhandenen Helfer. Die verhalten sich so, wie es Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke in seiner Eingangsrede erwähnt hatte, sagt sie: „Sie sind mit dem Herzen dabei“.

„Wir gehen aufeinander zu“

Anne Schumacher, Vorsitzende von „Willkommen in Oranienburg“ über das Engagement ihrer Initiative.

MAZ: Wie tragen Sie zu dem Fest bei?

Anne Schumacher: Wir werden unter anderem ein antikes Fahrrad versteigern, der Erlös geht an unseren Fahrradtreff. Dort können Geflüchtete zweimal pro Woche ihre Räder reparieren lassen, gerade für die schulpflichtigen Kinder sehr wichtig. Dabei geht es auch um Hilfe zur Selbsthilfe.

Wie hat sich die Situation der Geflüchteten bisher entwickelt?

Schumacher: Sehr gut. Nach dem Hype von 2015 findet die Hilfe eher geräuschlos statt, es steckt aber noch viel Knochenarbeit dahinter. Vor zwei Jahren hatten wir völlig andere Sorgen. Kriegen wir das Miteinander überhaupt hin? Zum Glück hat das gut funktioniert. Wir gehen aufeinander zu. Wir stellen uns auf ihre spontane Lebensweise ein, sie auf unsere, für sie ungewohnten formalen Regeln.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Schumacher: Neben mehr Ehrenamtlichen vor allem eine feste Adresse für uns, eine permanente Anlaufstelle, an die sich die Geflüchteten wenden können. Einen Raum für Begegnungen und Information.

Von Fritz Hermann Köser

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