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Oberhavel Helga Duchow macht die Seniorenarbeit
Lokales Oberhavel Helga Duchow macht die Seniorenarbeit
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00:28 17.03.2018
Helga Duchow hat einen dicken Ordner mit Übersichten und Abrechnungen. Quelle: Robert Tiesler
Bötzow

Manchmal sitzt sie nachts um zwei zu Hause und brütet über den Abrechnungen. „Ich rechne so lange, bis alles stimmt“, sagt Helga Duchow. „Wenn auch nur zwei Cent fehlen – das gibt es bei mir nicht.“ Seit dem Jahr 2000 kümmert sich die 75-Jährige um die Seniorenarbeit in Bötzow – zunächst als bezahlte Kraft, seit 2005 ehrenamtlich.

Kommt im Gemeindezentrum die Skat-Runde zusammen – Helga Duchow ist schon vorher da und bereitet alles vor. Trifft sich nach dem Sport in der Turnhalle die Runde noch im Seniorenraum – Helga Duchow hat schon etwas vorbereitet. Findet der Spiele-Nachmittag statt – Helga Duchow hat schon Kaffee gekauft und gebrüht.

Helga Duchow am Schaukasten vor dem Bötzower Gemeindezentrum. Quelle: Robert Tiesler

Ganz alleine ist sie nicht, wenn es darum geht, Veranstaltungen für Senioren in Bötzow zu organisieren. Aber sie gehört zu den treibenden Kräften. „Ich habe das immer gern gemacht“, sagt sie. „Bis auf wenige Momente, aber damit kann man leben. Ich will auch gerne, dass das, was ich mache, den anderen gefällt.“ Für sich selbst müsse sie nicht so viel schuften, fast jeden Tag ins Gemeindezentrum kommen, einkaufen, alles abrechnen und organisieren. Sie schreibt noch auf einer alten elektrischen Schreibmaschine, der Olympia, das Programm für das Quartal. Einmal verschrieben, fängt sie noch mal von vorn an. „Die gibt aber auch schon bald den Geist auf.“

Es ist einiges los in Bötzow. Einmal im Monat gehen die Senioren zum Kegeln, Sport steht jede Woche auf dem Plan, der Spiele-Nachmittag immer am letzten Mittwoch im Monat, Skat immer am zweiten und vierten Dienstag. Viermal im Jahr ist zudem Frauenfrühstück, organisiert von der Seniorenbeiratschefin Kerstin Laatsch.

Eigentlich wollte Helga Duchow längst aufhören mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit. „Eigentlich ist das körperlich kaum noch möglich“, sagt sie. „Aber ich kann nicht anders.“ Nur zu Hause rumsitzen – das kann und will sie auch nicht. Mit ihren Mitstreitern will sie bis 2019 erst mal weiter machen. „Ich hoffe, dass es dann jemand Jüngeres gibt, der das dann übernehmen kann.“

Auf ihrer alten elektrischen Schreibmaschine werden die Termine getippt. Quelle: Robert Tiesler

Eigentlich kommt Helga Duchow aus Leipzig. Das hört man auch. „Sachsenschnauze“, sagt sie und lächelt. „Ich bin in der Zweifelstraße geboren.“ Ganz in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals. „Das passt doch.“ 1961 hat sie geheiratet. In Bötzow fanden sie dann ein Grundstück. Sie lernte im Braunkohlekombinat Espenhain den Beruf der Laborantin, arbeitete dann sehr lange in einem Veltener Unternehmen. „Ich habe Büroarbeit gemacht und bin da reingewachsen in die Organisationsmaterie“, erzählt sie. 1996 wurde sie arbeitslos und hat sich erst mal um ihren Garten gekümmert. Später kam dann der Job in Bötzow.

Anfangs gab es im Ort den Seniorenclub als richtigen Verein. „Aber es hatte sich dann keiner mehr für den Vorstand gemeldet.“ Den Verein gibt es nun nicht mehr, die Senioren sind Teil der regulären Seniorenarbeit in Oberkrämer. Kauft Helga Duchow für die Feiern ein, streckt sie ihr privates Geld vor. dann reicht sie die Belege in der Gemeindeverwaltung ein. „Das klappt sehr gut.“ Manchmal herrsche unter den Senioren Skepsis, ob sie denn alles richtig abrechnen würde. „Aber das kann man alles genau nachprüfen.“

Einfach ist die Planung nicht immer. Denn viele Senioren würden sich zu den Festen nicht vorher anmelden. Kauft Helga Duchow dann 60 Stück Kuchen, und es kommen dann nur 20 Leute, sei das ärgerlich, sagt sie. Rechnet sie dann beim nächsten Fest nur mit 20 Leuten, kommen plötzlich 35, und es ist zu wenig Kuchen da. „Viele kommen lieber spontan“, sagt die 75-Jährige, „für uns ist das manchmal problematisch.“ 670 Senioren gibt es insgesamt in Bötzow. „Und es ziehen viele zu, die zu ihren Kindern kommen“, sagt Helga Duchow.

Wenn der kleine Rentnertreff um 14 Uhr im Gemeindezentrum beginnt, dann ist sie meist schon gegen halb eins dort. „Ich decke den Tisch ein und lege die Liederbücher aus. Der Zeitaufwand ist manchmal groß.“ Die Blumen kommen oft aus ihrem eigenen Garten. Mit ihrem Elektrofahrrad düst sie dann durch Bötzow, um alles von A nach B zu bringen.

Als Vertreterin für Bötzow ist sie auch Teil des Seniorenbeirates in Oberkrämer. „Wir kommen regelmäßig zusammen und planen gemeinsame Veranstaltungen.“ Der Frauentag in Marwitz sei eine sehr gelungene gewesen.

Zeit für Hobbys bleibt ihr da nicht mehr. Wobei: „Eigentlich ist das ja mein Hobby“, sagt Helga Duchow und lächelt wieder.

Von Robert Tiesler

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