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Flüchtling sprang aus dem Fenster

Hennigsdorf: Asylbewerber schwer verletzt im Krankenhaus Flüchtling sprang aus dem Fenster

Ein Bewohner des Asylbewerberheims in Stolpe-Süd hat am Mittwochmorgen beim Sprung aus dem Fenster des ersten Stocks schwere Verletzungen erlitten. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik geflogen. Vermutlich handelte er aus Angst.

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Er sprang vermutlich aus Panik.

Quelle: dpa

Hennigsdorf . Ein Bewohner des Asylbewerberheims in Stolpe-Süd hat am Mittwochmorgen beim Sprung aus dem Fenster des ersten Stocks schwere Verletzungen erlitten. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik geflogen. Es bestehe keine Lebensgefahr, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Der Mann aus Kamerun handelte offenbar in Panik. Er befürchtete abgeschoben zu werden, als ein Polizeiwagen vor der Unterkunft hielt. Ein Mitbewohner berichtet, dass der Verzweifelte mehrfach davon sprach, er würde sich eher umbringen. Bereits dreimal zuvor sei die Polizei gekommen, um ihn abzuholen, zuletzt am 22. Juni um 4 Uhr morgens. Obwohl nach Auskunft einer Flüchtlingsanwältin die Frist für eine Abschiebung nach Spanien Anfang Juni abgelaufen sei.

Diesmal galt der Polizeieinsatz jedoch zwei anderen Bewohnern des Heims. Dies bestätigte der Pressesprecher der Kreisverwaltung Oberhavel, Ronny Wappler. Beide seien am Mittwochmorgen jedoch nicht angetroffen worden. Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde seien in Amtshilfe von zwei Revierpolizisten begleitet worden, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam mit.

Die Initiative „Willkommen in Oberhavel“ kritisiert die derzeitige Abschiebepraxis. Die Ausländerbehörde nehme in Kauf, dass Menschen aus Verzweiflung ihr Leben aufs Spiel setzen. Darüber hinaus versetzt die permanente Polizeipräsenz die zum Teil traumatisierten Bewohner unnötig in Angst und steht in Widerspruch zu einer in Hennigsdorf gepflegten Willkommenskultur, erklärte Kisten Neumann. „Wir kennen den Schwerverletzten als einen ruhigen Menschen. Er kommt regelmäßig zum Deutschunterricht, zu den Treffen von Willkommen in Oberhavel und besucht den Gottesdienst. Kürzlich hat sich eine mögliche berufliche Perspektive für ihn aufgetan. Aber in den letzten Wochen lebte er in großer Angst vor einer Abschiebung.“

Von Ulrich Bergt

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