Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Hennigsdorf: Bald könnte mehr gefällt werden

Satzung zum Baumschutz könnte kippen Hennigsdorf: Bald könnte mehr gefällt werden

Das Verwaltungsgericht Potsdam wird wohl Hennigsdorfs strenge Baumschutzsatzung kippen. Wenn die Stadt nicht Berufung gegen das Urteil beantragt, könne bald jeder fällen wie er wolle, erklärt Jurist Jens Koehn. Er sieht diese Entwicklung sogar positiv. Die Hennigsdorfer Grünen-Chefin Petra Röthke-Habeck dagegen zeigte sich entsetzt über das wahrscheinliche Urteil.

Voriger Artikel
Ein Mann mit Botschaft in Oranienburg
Nächster Artikel
Patrick Krüger tritt zur Wahl an

In Hennigsdorf könnte bald mehr gefällt werden.

Quelle: Foto: dpa

Hennigsdorf. Das Potsdamer Verwaltungsgericht wird die Hennigsdorfer Baumschutzsatzung aller Voraussicht nach kippen. „Wenn die Stadt nicht Berufung beantragt, darf ab Ende Mai in Hennigsdorf jeder Bäume fällen, wie er will“, erklärte der Berliner Rechtsanwalt Jens Koehn. Seine Mandanten wollten auf einem Grundstück in Nieder Neuendorf bauen und hatten dafür etwa 20 junge Erlen gefällt. Ob die Bäumchen breiter als die in der Satzung erlaubten 30 Zentimeter waren, darum war ein Rechtsstreit mit der Verwaltung entbrannt.

In der Satzung ist geregelt, dass dickere Bäume nicht ohne Genehmigung gefällt werden dürfen. „Das hatte zur Folge, dass Grundstücksbesitzer in Hennigsdorf kahlschlagartig gefällt haben, solange der Stamm noch dünn genug war“, erklärt Koehn. Das Kippen der Satzung nütze der Umwelt, weil Bäume wachsen dürfen, ohne dass der Besitzer Angst haben muss, sie irgendwann nicht mehr fällen zu dürfen. „Hennigsdorf hatte die strengste Satzung Brandenburgs. In Potsdam etwa dürfen fällbare Bäume bis zu 60 Zentimeter dick sein“, so Koehn.

Er rechnet damit, dass es mindestens zwei Jahre dauern könnte, bis die Verwaltung eine neue Satzung auf den Weg bringen könnte. Ob die Verwaltung Berufung gegen das Urteil einlegen wird, soll geprüft werden, wenn das Urteil vorliegt. Jurist Köhn würde dem aber gelassen entgegen sehen. „Die 30 Zentimeter Umfang sind nicht mit der Verfassung und dem Bundesnaturschutzgesetz vereinbar.“ Ein Antrag auf Berufung sei außerdem teuer und die Erfolgsaussichten äußerst gering.

Die Hennigsdorfer Grünen-Chefin Petra Röthke-Habeck reagierte entsetzt. „Das Kippen der Satzung wäre fatal!“ Wenn sich das bewahrheite, müsse man schnell eine neue Satzung auf den Weg bringen. Völlig wahllos dürfe aber dennoch nicht gefällt werden, dem stehe das Naturschutzgesetz und die entsprechende Verordnung des Landes entgegen.

Von Marco Paetzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg