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Hennigsdorf: Die Wehr als Türöffner

Bilanz der Feuerwehr Hennigsdorf: Die Wehr als Türöffner

Mehr als 300-mal musste die Hennigsdorfer Wehr 2015 ausrücken, viele der Einsätze waren Hilfeleistungen wie das Öffnen von Wohnungstüren. Nur 44-mal brannte es dagegen, meistens handelte es sich dabei um vergessene Kochtöpfe oder brennende Böschungen.

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Seltener Einsatz: Im November 2015 brannte es in der Hennigsdorfer Tucholskystraße.

Quelle: Foto; Archiv/Gawande

Hennigsdorf. „Wir haben ein überdurchschnittliches Jahr hinter uns“, sagt Hennigsdorfs Stadtbrandmeister Frank Dobratz. 304-mal ist seine Wehr 2015 zu Einsätzen ausgerückt, das sind etwa 100 mehr als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Etwa 200 Fälle waren sogenannte technische Hilfeleistungen. Dabei müssen die Brandbekämpfer etwa Ölspuren von der Straße kehren, Unfallopfern helfen oder eingesperrte Personen aus Fahrstühlen befreien.

Sogenannte Türnotöffnungen kamen 2015 63-mal vor, das ist etwa doppelt so viel wie im Vorjahr. Das passiert etwa, wenn eine Person in der Wohnung nicht mehr die Tür öffnet und nicht sicher ist, ob sie noch bei Bewusstsein ist. „Ich rate jedem dazu, einen Schlüssel beim Nachbarn zu hinterlegen, sonst müssen wir die Schlösser im Notfall auffräsen“, sagt Stadtbrandmeister Dobratz.

Zu Bränden rückte die Hennigsdorfer Wehr dagegen „nur“ 44-mal aus, genauso viel wie im Jahr 2014. Große Brände seien aber nicht darunter gewesen. „Meistens war es der vergessene Topf auf dem Herd“, so Dobratz. Dabei kam es auch 33-mal zu Fehleinsätzen. „Manchmal geht der Rauchmelder schon los, wenn im Pflegeheim jemand duscht oder jemand raucht“, so Dobratz. Dennoch appelliert er an die Bürger, ihre Häuser und Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten. Die kleinen Geräte würden im Ernstfall Leben retten, so der Stadtbrandmeister.

Sorgen bereitet Frank Dobratz die Tatsache, dass zwei Drittel der Einsätze tagsüber stattfinden, wenn viele seiner Leute auf Arbeit sind. „Wir arbeiten aber da gut mit der Veltener Wehr zusammen und helfen uns gegenseitig“, so Dobratz. Dennoch sucht die Hennigsdorfer Wehr, die derzeit 61 aktive Mitglieder hat, nach neuen Mitstreitern. Eine Werbekampagne hat der Wehr schon acht neue Freiwillige gebracht, sie befinden sich derzeit in der Ausbildung. „Die Kampagne hat bisher super funktioniert“, so Dobratz, der noch zwei weitere Interessenten hat. Seit Juni 2015 hängen 70 Plakate an Bushaltestellen, die Fotos zeigen Mitglieder der Wehr beim Löschen und Retten. „Unseren zweiten Job machen wir freiwillig!“, „Wir sind da, wenn es brenzlig wird“ und „Wir schultern die Verantwortung jederzeit.“ – so lauten die Slogans der aktuellen Kampagne.

Hennigsdorf Bürgermeister Andreas Schulz dankte gestern der Wehr für ihre gute Arbeit. In diesem Jahr will die Verwaltung drei Mitarbeiter für die Wehr einstellen, allesamt Hennigsdorfer Feuerwehrleute. Es sind zwei Gerätewarte und eine Mitarbeiter für die Verwaltung der Feuerwehr.

Von Marco Paetzel

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