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Oberhavel Hennigsdorf: Es rumort in der Koalition
Lokales Oberhavel Hennigsdorf: Es rumort in der Koalition
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13:07 22.03.2016
SPD-Fraktionschef Udo Buchholz war „nicht erfreut“ über das Abstimmungsverhalten der jungen Genossen. Quelle: Privat
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Hennigsdorf

Die gescheiterte Abstimmung über die Radlerbrücke in Nieder Neuendorf wirkt in der Koalition nach. In der vergangenen SVV hatten die SPD-Männer Michael Mertke und Dennis Lange nicht - wie offenbar vorher verabredet - für den Bau der rund 300 000 Euro teuren Brücke gestimmt. Weil auch alle anderen Fraktionen dagegen stimmten, scheiterte der Bau (MAZ berichtete). Es habe eine intensive Aussprache im Fraktionsvorstand gegeben, erklärt Fraktionschef Udo Buchholz. Er sei über das Abstimmungsverhalten der jungen Genossen „nicht erfreut“ gewesen. „Ich halte den Fraktionszwang für unerlässlich, wir sind als geschlossene Mannschaft gewählt worden und haben oft knappe Mehrheitsverhältnisse.“ Buchholz hofft, dass die Koalition künftig wieder geschlossen auftritt, Mertke und Lange will er in der Fraktion behalten. Buchholz sagt aber auch: Sollte sich jemand entscheiden, gehen zu wollen, sollte er sein Mandat für einen Nachrücker abgeben

Ganz so weit wird es wohl nicht kommen. Michael Mertke kündigte an, bleiben zu wollen. Allerdings werde er in Fraktion und Partei kürzer treten. „Für die Ortsvereins- und Fraktionsvorstandswahlen werde ich nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagte Mertke, seit fünf Jahren Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes. Bei der Wahl am 9. Mai wolle er nicht mehr antreten. Es sei ihm klar, dass ein Zusammenhang zu seinem Abstimmungsverhalten hergestellt werde. „Die Gründe sind aber vielschichtiger“, sagt der 31-Jährige. Er mache eine Weiterbildung zum Aktuar – ein Sachverständiger – , zudem bauten seine Eltern ein Haus. Auch Dennis Lange, der gegen den Brückenbau gestimmt hatte, wird nicht mehr zur Vorstandswahl antreten.

Die gescheiterte Abstimmung war auch in den anderen Fraktionen Thema. Es geisterte gar das Gerücht herum, dass die Koalition vor dem Aus stehe. SPD-Fraktionschef Udo Buchholz dementiert das, die Koalition sei nicht gefährdet. Auch Grünen-Chefin Petra Röthke-Habeck erklärt, man halte an der Koalition fest. „Man muss sich an Absprachen halten in der Koalition, und das haben eben ein paar Abgeordnete nicht getan. Aber wir tragen das nicht nach.“

Sorgen haben die Grünen im Moment eher mit ihrer Doppelspitze Marty Kressin und Sophia Schley, beide erst Anfang 20. Die Studenten wurden erst im Januar vom Grünen-Ortsverband gewählt. Nun wollten sie offenbar nicht mehr. Eine neue Spitze könnte nun am 11. April gewählt werden. Petra Röthke-Habeck schließt nicht aus, dass sie wieder antritt. Dabei hatten sie und Anja Senger im Januar nicht mehr kandidiert, weil sie kürzer treten wollten.

Von Marco Paetzel

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