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Hennigsdorf spart sich teure Radlerbrücke

Brücke für Nieder Neuendorf Hennigsdorf spart sich teure Radlerbrücke

Weil sich die Stadtverordneten mehrheitlich gegen den Bau einer Extra-Radlerbrücke neben dem Ersatzbau für die Hauptbrücke ausgesprochen haben, wird das Wasser-und Schifffahrtsamt nun nur eine Minimalvariante bauen. Die neue Brücke, die voraussichtlich 2017 gebaut wird, könnte in etwa so aussehen wie die alte. Dafür kostet der Neubau die Stadt keinen Cent.

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Die Brücke in Nieder Neuendorf ist verschlissen und muss dringend erneuert werden. Eine Extra-Radlerbrücke wird es parallel zum Brücken-Neubau nicht geben.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Überraschend hatten sich die Stadtverordneten vor zwei Wochen gegen den Bau einer Radlerbrücke zusätzlich zum geplanten Neubau der Brücke in Nieder Neuendorf ausgesprochen. Der Beschluss zum Bau der Extra-Brücke, die die Stadt rund 300 000 Euro gekostet hätte, scheiterte, weil sich Michael Mertke (SPD) enthielt und sein Genosse Dennis Lange sogar gegen das Projekt stimmte, während die Koalition SPD/Grüne ansonsten geschlossen dafür stimmte. Zudem waren auch die anderen Fraktionen angesichts der angespannten Haushaltslage gegen den Bau der Radler-Brücke (MAZ berichtete).

Gestern erklärte Bürgermeister Andreas Schulz, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) nun die vorhandene marode Brücke, Baujahr 1953, durch eine „Nullvariante“ quasi 1:1 ersetzen wird. Eine Entscheidung der SVV darüber sei nicht nötig. „Das Wasser- und Schifffahrtsamt baut seine Brücke neu und hatte uns nur gefragt, ob wir mehr wollen als sie bauen müssten.“ Genau dagegen hatte sich die Mehrheit der SVV jedoch ausgesprochen. Das Gute an der „Nullvariante“: Das WSA muss die Kosten für die neue Brücke, die voraussichtlich 2017 gebaut werden soll, nun komplett selbst tragen.

Dafür gibt es aber auch keinen besonderen Luxus. Die Brücke wird – ähnlich wie die vorhandene – nur 11,55 Meter breit sein, es wird beidseitige Gehwege (je 2,52 Meter) geben auf denen „Radfahrer frei“ angeordnet werden kann. Radler können aber auch die Straße über die Brücke nutzen. Die Fahrbahn soll 6,50 Meter breit werden. Ein Nachteil dieser Variante ist neben der geringen Breite die Tatsache, dass Radfahrer auf dem Gehweg nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, um die Fußgänger nicht zu gefährden. Das war eines der Hauptargumente, warum Verwaltung und Fraktionen überhaupt über den Bau einer Extra-Brücke für Radler nachgedacht haben. Sie sollte vor allem für Radfahrer attraktiv sein, die den Radfernweg Berlin-Kopenhagen nutzen.

Neue Havelbrücke

Auch die Havelbrücke in der Ruppiner Straße, Baujahr 1962, soll ersetzt werden. Am Spannstahl gibt es Korrosion, seit 2009 ist die Brücke für Lkw über 16 Tonnen gesperrt. Die neue Brücke soll wieder 13,62 Meter breit sein. Baubeginn könnte 2020/21 sein.

Für die Übergangszeit erwägt das WSA den Bau einer Behelfsbrücke nördlich der alten Brücke. Betroffen wäre unter anderem der Festplatz.

Bürgermeister Schulz zeigte sich ernüchtert, dass die Radler-Brücke nicht gebaut wird. Das Thema sei aber in der Koalition von Anfang an umstritten gewesen. „Es gab wenige Themen, die so lange diskutiert wurden“, so Schulz, der auch dem Rot-Grünen Koalitionsausschuss vorsitzt. Ob es jetzt wegen des Ausscherens der Genossen Michael Mertke und Dennis Lange in der Koalition Ärger gebe, dazu wollte sich Schulz nicht äußern. Man wisse auch nach monatelangen Diskussionen erst wie sich jemand entscheide, wenn bei der Abstimmung der Arm hochgehe. Schulz outete sich dann aber doch als Fan des Fraktionszwangs: „Man ist Mitglied in einer Fraktion, um sich den Mehrheitseinscheidungen zu beugen. Sonst braucht man keine Fraktion.“

Von Marco Paetzel

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