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Hennigsdorf Als ein Russen-Star in der Stahlstadt kickte
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Als ein Russen-Star in der Stahlstadt kickte
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01:15 16.06.2018
Simone Schulz vom Kulturmarketing, Stadtklubhaus-Chef Michael Glinka und Martin Brand, der die Ausstellung mit konzipiert hat. Quelle: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

Wenn die deutsche Elf bei der Fußball-WM in Russland auf dem Feld steht, wird auch das Stadtklubhaus wieder gut gefüllt sein. Zum Public Viewing hängt hier eine LED-Leinwand, die über die ganze Bühne reicht. Für die Halbzeitpausen oder die Zeit vor dem Spiel hat sich Stadtklubhaus-Chef Michael Glinka etwas Besonderes einfallen lassen: Im Foyer wird eine Stunde vor Anstoß der ersten Partie der deutschen Elf am Sonntag um 17 Uhr gegen Mexiko die Ausstellung „Russkij Futbol“ eröffnet.

Auf einem Dutzend Plakaten werden bekannte Stars des russischen Fußballs zu sehen sein. Von Kultkeeper Lew Jaschin über die oft grimmig dreinschauende Trainerlegende Walerij Lobanowskyj bishin zu Ex-Arsenal-Star Andrey Arshavin, der seine Karriere aktuell bei einem kasachischen Erstligisten ausklingen lässt, reicht die Ausstellung. Zu jedem Spieler gibt es eine Kurzbiographie, die Texte sind unterhaltsam und kurzweilig geschrieben.

Marian Plachetko kam vom Armeeklub nach Hennigsdorf

Auch ein ehemaliger Nationalspieler mit Hennigsdorfer Vergangenheit hat es ins Ensemble der Plakate im Comic-Stil geschafft: Marian Plachetko, zweimaliger Nationalspieler seines Landes. Nach seinem Karriereende bei ZSKA Moskau wird das Kopfballungeheuer 1975 zur „Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ versetzt, den Innenverteidiger verschlägt es nach Elstal ins ehemalige Olympische Dorf. Für viele altgediente russische Fußballer ist es ein idealer Standort, um ihre Karriere ausklingen zu lassen. Im Gegensatz zu einfachen Soldaten besteht ihr Alltag im Grunde nur aus Fußballspielen. Auch Plachetko, der mit seiner Familie nach Deutschland gekommen ist, spielt hier im Herbst seiner Karriere. Mit dem Armeeverein SASK Elstal testet der Abwehrrecke unter anderem gegen namhafte Klubs wie Union Berlin, gibt es Jugendtrainer oder spielt in der Armee-Auswahlmannschaft. „Er hat auch in Hennigsdorf fünf Jahre lang bei BSG Motor gespielt, sie pendelten damals immer zwischen zweiter und dritter DDR-Liga“, erklärt Martin Brand, der die Ausstellung gemeinsam mit dem Büro „Kulturingeniere“ aus Berlin konzipiert hat.

Plachetko spielt mit vielen Landsmännern in der DDR: 17 sowjetische Soldaten spielen im Jahr 1979 in den fünf Staffeln der DDR-Liga auf. In der Oberliga durften sie allerdings nie spielen. „Die Oberliga war ausländerfrei, das galt überraschenderweise auch für die Freunde aus der Sowjetunion“, erklärt Martin Brand. Die Ausstellung hängt auch an vielen anderen Orten in Deutschland, Premiere hatte sie am 7. Juni im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst.

Public Viewing und ein Exkurs in die russische Fußballgeschichte

Stadtklubhaus-Chef Michael Glinka ist stolz, dass die Bilder auch in Hennigsdorf hängen werden. Erst in der vergangenen Woche hatte Hennigsdorf Stadtmarketing-Beauftragter Christoph Schneider kurzfristig den Kontakt hergestellt. Glinka war begeistert, sagte sofort zu. „Die Leute lernen beim Public Viewing 120 Jahre Fußballgeschichte aus dem Gastgeberland kennen.“ Es gebe wenig Text, das lade zum Vorbeischlendern ein.

Die Ausstellung ist kostenlos zu sehen, genau wie das Public Viewing. Besichtigt werden kann sie ab dem 17. Juni bis zum 4. Juli täglich von 10 bis 20 Uhr im Stadtklubhaus, Edisonstraße 1. Sie wird ihre Zuschauer finden, da ist sich Michael Glinka sicher. „Die Public Viewings“, sagt er, „sind hier immer gut besucht.“

Von Marco Paetzel

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