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Hennigsdorf „Der Knochenbrecher“ von Nieder Neuendorf
Lokales Oberhavel Hennigsdorf „Der Knochenbrecher“ von Nieder Neuendorf
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02:21 31.05.2018
Tim Wilde spielt in „Hot Dog“ den Chef einer Polizeieinheit an der Seite von Til Schweiger und Matthias Schweighöfer. Quelle: Quelle: Warner Bros.
Nieder Neuendorf

Es ist Sonnabend, sechs Uhr. Tim Wilde quält sich aus den Federn, schmeißt sich in seine Laufklamotten. 2,8 Kilometer rennt er vom Yachthafen gegen den Uhrzeigersinn um die Siedlung herum. Sein Ziel: Die Naturbadestelle. Auf dem Spielplatz dort macht der 52-Jährige Klimmzüge, dann springt er ins stille Wasser. Wie jeden Morgen. Nur heute ist ein besonderer Tag. Gleich fährt Tim Wilde nach Berlin-Adlershof, dort ist ein Zug abgestellt. Er mimt einen Schaffner bei den Dreharbeiten für „Head full of Honey“. Es ist das US-Remake von Til Schweigers erfolgreichstem Film „Honig im Kopf“.

Tim Wilde ist wieder der Schaffner

Wilde spielt, wie im Original, den Zugschaffner, der den demenzkranken Amandus Rosenbach ins richtige Abteil bringt, als der sich verlaufen hat. In der ersten Fassung spielt Wilde die Szene mit Dieter Hallervorden, diesmal steht er mit US-Superstar Nick Nolte vor der Kamera. Seit drei Monaten paukt Wilde, der in seiner Schulzeit nur Russisch hatte, jeden Tag Englisch mit einer Amerikanerin via Skype. Was er sagen wird? Streng geheim! „Der Gag mit Thomas Müller funktioniert bei den Amis nicht, aber die neue Variante finde ich auch richtig cool.“ Die Szene im Originalfilm entstand kurz vor der WM-Partie Deutschland-Portugal 2014, bei dem 4:0 machte Thomas Müller einen Hattrick. Und so heißt der Schaffner im Film eben Thomas Müller. „Drei Tore gegen Portugal“, murmelt der demenzkranke Amandus, als er den Namen hört. Es ist einer der Gags des Films. Auch die US-Variante werde saukomisch, sagt Wilde. Seine Englischlehrerin habe vor Lachen auf dem Boden gelegen. Ein gutes Omen.

Auch beim Schuh des Manitu oder dem Tatort war er dabei

Seit 20 Jahren ist Tim Wilde eine große Nummer in der Branche. Er saß als Cowboy John in „Schuh des Manitu“ auf dem Gaul oder war im Tatort als Holger Petretti Chef von Nick Tschiller (Til Schweiger). Er mimte auch in Streifen wie „Ossi’s Eleven“, „Die wilden Kerle“, „Schutzengel“ oder „Hot Dog“.

In Nieder Neuendorf ist Tim Wilde seit acht Jahren glücklich. Quelle: Marco Paetzel

Dabei hatte Tim Wilde, in Stralsund aufgewachsen, an der Schauspielerei lange kein Interesse. „Theatermachen“, das bedeutete in seiner Heimat Stralsund immer nur Prügeleien in Diskos. Als er 27 war, schleppte ihn seine damalige Freundin dann ins Berliner Schillertheater. Sie saßen in der ersten Reihe, oben spielte unter anderem Heino Ferch. „Ich habe zu meiner Freundin gesagt, was die da spielen, kann ich auch“, erinnert sich Wilde. Und machte Ernst. Er schummelte sich drei Jahre jünger und wurde mit seinen vermeintlichen 24 – das war die Obergrenze – an der Fritz-Kirchhoff-Schauspielschule aufgenommen.

Seine erste Rolle war die eines Bauarbeiters

Seine erste Rolle war „Der Campus“ von Sönke Wortmann, Wilde spielte einen Bauarbeiter. Der Regisseur hatte ihn vorher in einem Werbespot für Premiere (heute Sky) entdeckt, in dem er mit Franz Beckenbauer gespielt hat. Seitdem wird Tim Wilde oft gebucht, arbeitet vor allem mit Til Schweiger zusammen. „Til ist einer der wichtigsten Regisseure, die wir in Deutschland haben. Der Mann hat Filmgeschichte geschrieben und das Roadmovie nach Deutschland gebracht.“

Nach Hennigsdorf kam Tim Wilde vor acht Jahren. Vorher hatte er mit seiner Frau gegenüber in Heiligensee gewohnt. Nach der Trennung wollte er am Wasser bleiben und lebt heute auf 90 Quadratmetern am Yachthafen. Sein Sohn Milo (12) kommt ihn oft besuchen, hat auch ein Zimmer in der Wohnung.

Ein Mann am Strand erkannte den „Knochenbrecher“

Tim Wilde liebt die Ruhe, die Lockerheit der Nieder Neuendorfer. „Das ist eine entspannte Truppe hier.“ Als der Schauspieler neulich wieder morgens Sport am Strand machte, flachste ihn ein älterer Herr an: „Hey, du hast dem ja gestern den Finger gebrochen, das war aber nicht nett.“ Der Herr spielte auf den Film „Friesland: Familiengeheimnisse“ an, der am Abend zuvor im Fernsehen lief. Darin spielt Wilde einen brutalen Geldeintreiber, der den Leuten mit einem Flaschenöffner die Finger bricht. Das sei das Tolle an seinem Job. „Du kannst jemandem den Daumen brechen“, sagt Tim Wilde, „und dann kriegst du danach Szenenapplaus.“

Tim Wilde bei Dreharbeiten zu Wapo Bodensee. Quelle: ARD/SWR/Patrick Pfeiffer.

Von Marco Paetzel

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