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Hennigsdorf Drohende Vollsperrung in Hennigsdorf: Einwohner fassungslos
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Drohende Vollsperrung in Hennigsdorf: Einwohner fassungslos
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18:24 16.04.2019
Die marode Havelbrücke könnte beim Bau der Behelfsbrücke beschädigt werden, fürchtet das zuständige Amt. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Am Montag ließ Bürgermeister Thomas Günther die Bombe platzen: Beim Neubau der Havelbrücke in Hennigsdorf will das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde (WSA) auf eine Behelfsbrücke verzichten, es droht im Jahr 2021 eine mindestens neunmonatige Sperrung der Strecke. Die drohende Vollsperrung, die unter anderem Stolpe-Süd von Hennigsdorf abschneiden würde, sowie die damit verbundene Erklärung seitens des WSA bringt viele Leser auf die Palme.

„Die Hauptbrücke könnte beschädigt werden – das ist der Grund? Das ist aus meiner Sicht ja wohl mehr als eine billige Ausrede“, meint beispielsweise Theresa Schubert. Die Hennigsdorferin und ihr Lebensgefährte wären von der Sperrung direkt betroffen: „Die Brücke gehört zu unserem Arbeitsweg. Ohne Behelfsbrücke hätten wir einen immensen Umweg“, berichtet sie und weist darauf hin, dass die parallel stattfindenden Bauarbeiten des Autobahn-Ausbaus die Situation noch zusätzlich verschärfen. „Mein Partner muss täglich von Hennigsdorf zur Arbeit nach Mühlenbeck fahren. Wenn dann die Autobahn bei Birkenwerder auch noch gesperrt ist, kommt er mitunter gar nicht zur Arbeit oder nur über einen ganz großen Umweg.“ Theresa Schubert selbst arbeitet in Berlin im Schichtdienst. Zusätzliche Konsequenz im Falle solch einer Verkehrslage: „Ich sehe meinen Freund gar nicht mehr.“

Umweg nicht nur zeitaufwendig, sondern auch umweltunfreundlich

Eine mögliche Bauplanung ohne Behelfsbrücke strapaziert indessen nicht nur das Zeit- und Nervenkostüm der betroffenen Verkehrsteilnehmer. „Alle reden über CO2 -Vermeidung und das Klima. Aber dass täglich ’zig tausend Autos über Monate hinweg etliche Kilometer Umwege fahren müssen, das geht schon klar?“, fragt sich Bender Rodriguez.

Nur noch mit Sarkasmus weiß sich unterdessen Alexander Kühnel zu behelfen: „Ein Glück sind die Auffahrten auf die Autobahn in Richtung Oranienburg so lang, um den Verkehrsfluss dort in der Rush-hour sicher zu stellen“, meint er süffisant. Auch sei es in Richtung Velten ja zum Glück während der Hauptverkehrszeit nie dicht, „da können ja ruhig noch mehr Autos durch“, schüttelt er den Kopf. „Die gesamte Infrastruktur hier in Brandenburg ist eine einzige Katastrophe“, findet er. „Ich komme aus Südthüringen. Dort gibt es selbst zwischen kleinen Dörfern erstklassige Straßen, die breit und neu sind“, berichtet er. Aufbaugelder seien in seiner Heimat seit der Wende hervorragend investiert worden, meint der Zugezogene. „Ich war und bin nach wie vor entsetzt, wenn ich die Region in Oberhavel damit vergleiche“, sagt er.

Drohen Hennigsdorf ähnliche Probleme wie Oranienburg?

Aileen Haase-Koch weist auf die ähnliche Verkehrsproblematik in Oranienburg hin. Seit dort im September vergangenen Jahres der Neubau der Dropebrücke – ohne Behelfsbrücke – begann, quälen sich tagtäglich Autokolonnen entlang der Ausweichroute durch die Stadt, regelmäßige Staus eingeschlossen. „Warum sollte es den Hennigsdorfern auch besser gehen als uns Oranienburgern?“, meint auch sie süffisant und ist sich sicher: „Solch eine Entscheidung zeigt, dass die Verantwortlichen dort nicht lang müssen.“

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Die Hennigsdorfer Stadtverwaltung hat sich in einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer über die Maßnahme beschwert. Eine Antwort aus Berlin haben die Hennigsdorfer allerdings noch nicht erhalten.

Von Nadine Bieneck

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