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Hennigsdorf 100 Jahre landeskirchliche Gemeinschaft
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16:28 25.02.2019
Der Posaunenchor eröffnete die Feier zum 100. Jubiläum der Gemeinschaft in der Hennigsdorfer Waldstraße. Quelle: Foto: Robert Roeske
Hennigsdorf

Es ist 40 Jahre her, dass Arnim Sotzko das letzte Mal im Gemeindesaal war. Einst hat er hier im Posaunenchor gespielt. Zum 100. Jubiläum der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hennigsdorf war er am Sonntag erstmals wieder in das Haus in der Waldstraße gekommen. Mit Gott hat Sotzko nicht viel am Hut, dennoch hatte er eine Einladung bekommen. Denn sein Großvater Friedrich Sotzko hat das Zentrum ab 1929 bis 1932 aufgebaut, auch Sotzkos Vater Erich war mit dabei auf der Baustelle. Und die war bitter nötig: „Davor hat man sich in der Wohnstube meines Opas in der Feldstraße getroffen.“

Sotzko war einer von mehr als 100 Gästen, die am Sonntag in den Saal gekommen waren. Auch die Pfarrer der evangelischen und katholischen Kirche und ein Vertreter der Brüdergemeinde waren gekommen, genau wie Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther. Prediger Sebastian Meys und Susanne Hellriegel führten durch den Gottesdienst, der mit viel Gesang und unzähligen Fotos aus den vergangenen 100 Jahren gespickt war. Ein Highlight war das Harmonium, ein pumpenbetriebenes orgelähnliches Instrument, das schon vor 100 Jahren zum Musizieren in der Gemeinschaft genutzt wurde. „Das ist das letzte Relikt, das wir finden konnten“, sagte Gemeinschaftsmitglied Reinhard Nendza.

Nur noch 23 Mitglieder hat die Landeskirchliche Gemeinschaft aktuell, in den Anfangsjahren waren es rund 150. „Nach der Wende sind viele Leute weggezogen, der Arbeit oder der Kinder wegen“, so Nendza. Zudem gebe es ein großes Angebot an religiösen Einrichtungen. Die Landeskirchliche Gemeinschaft versteht sich aber nicht als Konkurrent, sie ist ein Verband innerhalb der Evangelischen Landeskirche. „Deshalb haben wir unsere Gottesdienste am Sonntag auch erst ab 15 Uhr, damit wir keiner anderen Kirche in die Quere kommen.“

Statt des Pfarrers gibt es einen Prediger, seine Predigt kommt ohne Liturgie aus. „Wir haben außerdem einen Liederblock, damit die Leute sich sammeln können“, so Nendza. Anschließend gibt es ein gemütliches Kaffeetrinken. Zudem gibt es einen eigenen Posaunenchor sowie Bibel- und Gebetskreise. Für Kinder organisiert die Landeskirchliche Gemeinschaft regelmäßig einen „Playday“ für Kinder im Saal, der immer gut besucht ist.

Am Sonntag fand auch Bürgermeister Thomas Günther warme Worte zum runden Jubiläum. Er erinnerte an die harten Anfangsjahre nach dem ersten Weltkrieg und daran, dass die Gemeinschaft es mit ihrem festen Glauben geschafft habe, zwei Diktaturen zu überstehen. Er sei als nicht christlicher Mensch mit offenen Armen empfangen worden. „Für die Stadt ist diese Offenheit ein Gewinn, was Veranstaltungen der Gemeinschaft angeht, zum Beispiel die offenen Adventsfeiern, Spendenaktionen des Posaunenchors, vor allem aber die Play Days für Kinder.“ Für dieses ehrenamtliche Engagement hat in diesem Jahr Elke Scharke den Gemeinwesenpreis der Stadt beim Neujahrsempfang bekommen. Als Geschenk zum Jubiläum hatte Thomas Günther noch 200 Euro für die Gemeindekasse mitgebracht.

Von Marco Paetzel

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