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Hennigsdorf Betrügerisches Fax an LEW-AEG-Senioren
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Betrügerisches Fax an LEW-AEG-Senioren
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17:07 11.10.2018
Die Mitglieder des LEW-AEG-Seniorenclub, hier beim Sommerfest unter den Nussbäumen, wurden von Betrügern zur Kasse gebeten. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Als Birgit Kruckewitt das Schreiben aus dem Fax-Gerät holte und überflog, da bekam sie schon ein seltsames Gefühl. „Die Frist zum Antworten auf das Schreiben war viel zu knapp, das hat mich stutzig gemacht. Ich lasse mich doch nicht erpressen", sagt die Koordinatorin des LEW-AEG-Seniorenclubs Hennigsdorf. Gefaxt hatte die sogenannte „Datenschutzauskunfts-Zentrale“, die für ihre Betrügereien einschlägig bekannt ist.

Sie bietet in dem offiziell anmutenden Fax ein „Datenschutz-Basispaket“ an. Nach der Einführung der EU-Datenschutz-Grundverordnung, heißt es in dem Schreiben, seien Unternehmen „datenschutzkonform aufzustellen und Aufsichtsmaßnahmen der Behörden zu vermeiden.“ Das von der DAZ angebotene Paket beinhalte Informationsmaterial, ausfüllfertige Muster, Formulare und Anleitungen zur Umsetzung der neuen Datenschutzgrundverordnung. Ein Stapel Papier, für den die DAZ, die als Postadresse eine Oranienburger Anschrift in der Lehnitzstraße angegeben hatte, einen stolzen Preis verlangt: Wer auf das Schreiben eingeht, der soll 498 Euro pro Jahr zahlen. Und das mit einer festen Vertragslaufzeit von drei Jahren.

Kein Geld für ein windiges Angebot

Hätte Koordinatorin Birgit Kruckewitt das Fax also unterschrieben zurückgeschickt, hätte der LEW-AEG-Seniorenclub rund 1500 Euro für ein windiges Angebot zahlen müssen. „Und das für eine Leistung, die kein Mensch braucht. Datenschutz kann ich alleine herstellen, dafür brauche ich keine Hilfe von solchen Unternehmen“, sagt die Koordinatorin. Sie kann sich aber auch vorstellen, dass es viele Unternehmen und Vereine gibt, die auf das Schreiben der DAZ hereinfallen. „Viele wollen keinen Ärger. Und gerade beim Thema Datenschutz sind ja im Moment alle hochsensibel und reagieren dann möglicherweise auf solche Schreiben.“

Tatsächlich bestätigt Polizeisprecherin Dörte Röhrs, dass das Fax zuletzt bei einigen Firmen und Vereinen in der Region eingegangen ist. Deshalb hat die Polizei, wie in anderen Landkreisen Brandenburgs, auch für Oberhavel eine Warnung herausgegeben: Mit der Unterschrift auf dem mitgeschickten Formular gehe man einen kostenpflichtigen Vertrag ein. „Dazu besteht keine Pflicht und die „Datenschutzauskunft-Zentrale“ ist keine Behörde, wenngleich das Schreiben einen derartigen Eindruck beim Empfänger erwecken soll.“ Die Polizei rät: Lassen Sie sich nicht überrumpeln und lesen Sie den Text auf dem Dokument genau.

Von Marco Paetzel

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