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Hennigsdorf Die Kita am Waldrand
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00:22 02.02.2019
Annika Lohr mit Tochter Mathilda (3) vor der Kita. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Und dann saust Emilia die Rutsche herunter. Hinter ihr warten schon Skyla und Mathilda am Holzspielzeug. Die Kinder spielen in einem Raum, der ein bisschen an ein Wohnzimmer erinnert. Kein Wunder. Die Kita „Am Waldspielplatz“ befindet sich in einem gemieteten Einfamilienhaus. Und zwar unmittelbar in der Nähe zum Wald. Vor einem Jahr hat Annika Lohr ihre Privatkita mit rund 95 Quadratmetern Spielfläche in der Karl-Liebknecht-Straße eröffnet. Mit fünf Kindern fing sie an, heute sind es schon 15 Mädchen und Jungen. Neben Annika Lohr betreuen ihre Mutter Bettina Kirch und die Azubine Zaneta Vogel die Kleinen.

Eigentlich könnte Annika Lohr glücklich sein, für sie ist ein Traum in Erfüllung gegangen. „Das Haus habe ich immer gesehen, als ich mit meinen Kindern zum Spazieren in den Wald gegangen bin.“ Schon damals dachte die Erzieherin, dass es mit der Nähe zum Forst ein idealer Ort für Kinder wäre. Als dann die Mieter auszogen, nutzte Annika Lohr ihre Chance. Sie sprach mit dem Vermieter Uwe Fischer, überzeugte ihn von den nötigen Umbauarbeiten. „Er war begeistert, hat sofort zugesagt“, so die 36-Jährige.

76000 Euro Kredit von der KfW

Doch für die junge Mutter bedeutet die Kita auch ein finanzielles Risiko. Annika Lohr setzte alles auf eine Karte, nahm 76 000 Euro Existenzgründerkredit bei der KfW auf. Mit dem geliehenen Geld musste sie den Bauantrag stellen und das Haus so umbauen, dass es als Kita genutzt werden darf. Es mussten Rettungstür und Notausgangstreppe eingebaut sowie zwei Zimmer per Durchbruch verbunden werden. Auf dem Grundstück musste Annika Lohr zudem noch zwei Parkplätze schaffen.

Das Wohnhaus wurde zur Kita umgebaut. Quelle: Marco Paetzel

Die Kita-Leiterin glaubt fest an ihr naturnahes ganzheitlich-pädagogisches Konzept. „Wir versuchen, den Sommer über alles draußen im Garten zu machen“, so die 36-Jährige. Dazu kommen Waldspaziergänge, um den Kindern ein Bewusstsein für die Natur zu vermitteln. „Wichtig ist mir auch die Konstanz an Bezugspersonen.“ In anderen Kitas gebe es Schichtsysteme, hier nur eine Schicht. Am wichtigsten sei ihr die Entschleunigung. „Heute ist der Alltag der meisten Familien extrem stressig, wenn Mutter und Vater arbeiten gehen.“ In ihrer Kita könnten die Kinder ausgelassen spielen, es gebe dafür auch Rückzugsorte. „Alles andere stresst die Kinder. Spielen ist Verarbeitung des Alltags und extrem wichtig“, so Annika Lohr. Zudem würden sich die Erzieher auch mal eher um ein kränkelndes Kind kümmern, statt es gleich von den Eltern abholen zu lassen.

Spender sind erwünscht

Gerne würde Annika Lohr noch mehr Dinge kaufen, um die Talente der Kinder zu fördern – von Sportgeräten bis zu Musikinstrumenten. „Dafür sind die finanziellen Mittel aber einfach nicht mehr da“, sagt die Kita-Leiterin, die vorher Tagesmutter war. Hauptsächlich mit diesen Spielsachen habe sie ihre Kita eröffnet. Doch es brauche neue Dinge. Annika Lohr würde sich deshalb über private Spender freuen, die ihr unter die Arme greifen. Die Beiträge der Eltern – im Schnitt 300 Euro – allein reichten da nicht. Unter anderem müsse eine Bewegungslandschaft und ein Sonnenschutz für den Außenbereich gekauft werden. Für die Zukunft wünscht sich Annika Lohr, dass noch so viele Kinder hinzukommen, bis es 20 sind. Perspektivisch will sie das Haus kaufen und zu einer festen Größe in Hennnigsdorfs Kitalandschaft werden.

Von Marco Paetzel

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