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Hennigsdorf Die Stars in der Zideka-Manege
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01:15 03.08.2018
Das Balancieren auf dem Drahtseil üben die kleinen Artisten jedes Jahr. Je nach Schwierigkeitsgrad kommt dann auch schon mal eine Augenbinde dazu. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Es ist Dienstagmorgen, kurz nach zehn Uhr. Auf dem Platz hinter dem Pur-Haus in der Fabrikstraße haben sich die kleinen Stars der Manege versammelt, das Training hat schon begonnen. Auf der Bühne wummert Pop-Musik, dazu probt eine Truppe von Mädchen ihre Choreographie. Ein paar Meter weiter unter einem Zirkuszelt trainiert eine andere Gruppe das Laufen auf Kugeln und Rollen. Vorne am Zaun gibt es andere kleine Artisten, die sich von Helfern auf Händen tragen lassen und einbeinig in der Luft stehen.

Ein ganz normaler Tag beim Kinderzirkus-Projekt „Zideka“, das der Arbeitsförderer Pur seit 13 Jahren ausrichtet, könnte man meinen. Doch das Trainingstempo ist nicht so hoch wie sonst in diesen Tagen. „Wenn es so heiß ist, trainieren wir etwas weniger und machen dann lieber mal Sachen wie einen Kinoausflug am Mittwoch“, sagt Pur-Koordinator Steffen Leber, der seit dem Abschied seiner Vorgängerin und Zideka-Gründerin Gudrun Bergmann 2015 Chef auf dem Platz ist.

Die Einrad-Show ist ein Klassiker beim Zideka. Quelle: Marco Paetzel

Rund 50 Kinder trainieren derzeit auf dem Zirkusplatz, weitere 50 haben die beiden Trainingswochen schon zu Beginn der Sommerferien absolviert. Und das Projekt ist gefragt bei den Kindern. Seit Dezember 2017 konnten die Eltern ihre Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren anmelden, die Listen waren schnell voll. „Manche Eltern kamen noch zwei Wochen vor Beginn des Projekts, da mussten wir dann leider absagen“, so Leber.

Gedacht ist das Projekt vor allem für Kinder, deren Eltern sich nicht viel leisten können. Etwa, weil sie arbeitslos oder Asylbewerber sind. Mindestens die Hälfte der Plätze sind für diese Kinder reserviert. Das sei auch bitter nötig, denn viele hätten sonst vielleicht keine schönen Ferien. „Wir haben hier Kinder dabei, die waren in ihrem Leben noch nicht einmal im Kino“, so der Koordinator. Damit auch die Eltern dieser Kinder vom Zideka-Projekt erfahren, wirbt die Pur in ihrem Nachbarschaftstreff im Schweitzer-Viertel oder auch über den zuständigen Integrationsfachdienst der Verwaltung im Asylbewerberheim Stolpe-Süd für die schönen Ferientage.

Auch einen Instrumenten-Workshop gibt es auf dem Zideka-Gelände. Quelle: Marco Paetzel

Auch für das Mittagessen ist jeden Tag gesorgt. Christoph Groth, Chef der Escobar, bringt täglich und kostenlos leckere Gerichte in einem quietschroten Opel Blitz vorbei. Für Steffen Leber ist so ein Zideka-Camp, das immer zwei Wochen dauert, aber auch eine Auszeit von Smartphones, Tablets und Co. „Wenn die Kids trainieren, bleiben die Geräte aus. WhatsApp und rumsurfen wollen wir hier nicht haben“, sagt der Pur-Mann. Eine Ausnahme sei aber ein Blick in den Pausen aufs Handy. Mama könnte ja geschrieben haben.

Elf Betreuer der Pur helfen beim Training auf dem Platz mit, darunter auch Ein-Euro-Jobber aus den Nachbarschaftstreffs. Dazu kommen Schulsozialarbeiter oder die mobilen Jugendarbeiter, die mit den Kids etwa einen Graffiti-Workshop veranstalten. Auch Maja Degner hilft mit. Als Einrad-Trainerin saust sie über die Bühne. Angefangen hat die junge Frau vor elf Jahren als Zideka-Kind, seit 2010 trainiert sie mit. „Es ist doch toll, wenn auch Kinder schöne Ferien haben, deren Eltern nicht viel Geld haben“, sagt die 18-Jährige. Ihr Können zeigen die Kids am Freitag ab 14 Uhr. Dann kommen Eltern, Freunde und Bekannte auf den Zirkusplatz, um die Show zu sehen.

Die Artistik-Show ist eines der Highlights beim Kinderzirkus. Quelle: Marco Paetzel

Von Marco Paetzel

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