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Hennigsdorf Die Angst vor dem Regen
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17:18 10.08.2018
Bernd Peise vor dem Fallrohr. Wenn es regnet, kann das Wasser nicht zur Straße ablaufen, weil der Regenwasserkanal kaputt ist. Quelle: Fotos: Marco Paetzel
Hennigsdorf

In diesen Tagen schaut Bernd Peise mit großer Sorge in den Himmel. Die Hitzewelle ist vorerst abgeebbt, Gewitter ziehen über Hennigsdorf. „Wenn es mal richtig regnet und bis zum Kellerfenster kommt“, sagt der 67-Jährige, „dann könnte uns der Keller absaufen.“ Der Rentner steht in seinem Vorgarten, direkt neben dem Fallrohr. Wenn es stark regnet, läuft das Wasser über. Dann steht das komplette Beet im Vorgarten unter Wasser. „Bei den Starkregenfällen im letzten Jahr war es richtig schlimm“, sagt Bernd Peise. Der Grund: Das Wasser im Fallrohr kann nicht mehr richtig ablaufen, weil der Regenwasserkanal, der raus auf die Straße führt, defekt ist. Das bestätigten Bernd Peise zwei Monteure einer Falkenseer Rohrreinigungsfirma. Versuche, das Rohr freizuspülen, schlugen allesamt fehl.

Die Peises wollen ihre Kosten ersetzt haben

Das Schlimme daran: Das Wasser versickert ins Erdreich und tritt von dort aus durchs Mauerwerk in den Keller. In einer Ecke gibt es bei jedem Regen feuchte Stellen. Wie viele Flaschen Schimmel-Ex Peises Frau Brigitte (66) hier schon versprüht hat, das können die Eheleute nicht sagen. Das sind nicht die einzigen Kosten, die den Peises entstanden sind. Auch die rund 120 Euro für die Rohrreiniger haben sie gezahlt, zudem muss das Mauerwerk getrocknet werden. „Wir erwarten, dass diese Kosten übernommen werden“, sagt Brigitte Peise. Zudem will das Paar natürlich, dass das Rohr schnell repariert wird.

Der Landesbetrieb lässt das Ehepaar warten

Die Peises wandten sich mit dem Problem an die Hennigsdorfer Stadtverwaltung. „Mit dem Ausbau der Berliner Straße im Jahr 2001 wurden auch die vorhandenen Dachentwässerungen einzelner Grundstücke in der Berliner Straße wieder an den dort vorhandenen Regenwasserkanal angeschlossen“, hieß es in der Antwort. Und: Die Stadt verweist darauf, dass die Berliner Straße eine Landesstraße ist – damit wäre der Landesbetrieb Straßenwesen bei dem kaputten Abwasserkanal in der Pflicht. „Die Peises sind aber Bürger unserer Stadt, da wollen wir helfen“, erklärt Ilona Möser, Sprecherin der Stadtverwaltung. Man habe sich deshalb an den Landesbetrieb gewandt und gebeten, den Sachverhalt zu prüfen. Doch bislang hat der Landesbetrieb noch nicht auf die Anfrage geantwortet. „Wir bleiben aber dran und wollen den Peises helfen“, sagt Ilona Möser.

Das Ehepaar, das bei der Sanierung der Straße immerhin rund 14000 Euro an Anliegerbeiträgen gezahlt hat, wartet nun schon seit Wochen auf eine Reaktion des Landesbetriebes. Auch eine MAZ-Anfrage an den Betrieb blieb am Freitag unbeantwortet. Und so bleibt für die Peises vorerst die Sorge vor dem nächsten Regen. „Es kommt der Herbst“, sagt Bernd Peise, „da kommt ja immer mehr runter.“

Von Marco Paetzel

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