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Hennigsdorf Von der Maskenbildnerin zur Hundefriseurin
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18:08 29.10.2018
Elena Weingard mit ihrem Rüden Brys (2) im neuen Hundesalon. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Wenn man Elena Weingard nach ihrem großen Vorbild fragt, dann muss sie nicht lange überlegen: Es ist Roman Fomin. „Er ist Weltmeister im Grooming, war schon in der ganzen Welt unterwegs“, sagt die 52-Jährige. Grooming, das bedeutet zu deutsch soviel wie Frisieren von Hunden. Im September hat Elena Weingard im Salon des Meisters in Krasnogorsk bei Moskau hospitiert und ihm zwei Wochen lang bei der Arbeit mit der Schere über die Schulter geschaut. Unter den Augen von Roman Fomin durfte die Hennigsdorferin aber auch selbst an die haarigen Kunden, unter anderem frisierte sie Yorkshire Terrier, Pudel oder Shih Tzu, eine tibetanische Rasse. „Ich habe dort eine Menge gelernt“, sagt Elena Weingard.

Das kann die Hennigsdorferin nun zeigen: Am Donnerstag wird Elena Weingard ihren eigenen Hundesalon in der Hennigsdorfer Feldstraße 14 eröffnen. Auf gut 60 Quadratmeter hat sie ihr Geschäft aufgebaut, dafür musste Weingard einen Kredit aufnehmen. Dass sie ein Risiko eingeht, das ist der 52-Jährigen durchaus bewusst. Immerhin gibt es schon zwei Hundefriseure in Hennigsdorf, auch im ganzen Landkreis gibt es etliche gute Adressen, wenn Pfiffi einen neuen Haarschnitt braucht. „Ich will aber unbedingt mein eigener Herr sein“, sagt die Hundefriseurin. Sie hofft darauf, die Kunden durch ihre gute Arbeit von sich zu überzeugen.

2003 kam die Wolgadeutsche nach Deutschland

Früher hat Elena Weingard ihr Geld als Maskenbildnerin verdient. In ihrer Heimatstadt Isfara in Tadschikistan stylte sie die Schauspieler am städtischen Theater. 2003 kam die Wolgadeutsche mit ihrer Familie in die Bundesrepublik, zwei Jahre später zog sie nach Hennigsdorf. Ihre Ausbildung als Makenbildnerin wurde in Deutschland aber nicht anerkannt, Elena Weingard musste sich komplett neu orientieren. Und so heuerte sie im Asylbewerberheim in Stolpe-Süd als Sicherheitskraft an. „Speziell für die Frauen ist es wichtig, dass sie sich dort auch an Frauen wenden können, wenn es ein Problem gibt“, sagt Elena Weingard. Die Arbeit machte ihr Spaß, doch den Traum von der Selbstständigkeit hatte sie immer im Hinterkopf.

Und so mietete sie sich ein in den leerstehenden Laden in der Feldstraße, als die Chance sich bot. Hier saß früher ein Steuerberatungs-Büro. Das Geschäft ist nur ein paar Schritte von Elena Weingards Wohnung entfernt. „Besser kann man es nicht haben.“ Die Idee, Hundefriseurin zu werden, kam Elena Weingard vor etwa zwei Jahren, als sie zu Weihnachten zwei Yorkshire-Terrier bekam. „Ich habe sie immer selbst frisiert, Haareschneiden lernt man ja als Maskenbildnerin auch.“ Die Preise seien moderat, ab 30 Euro geht es mit einer Komplettpflege für kleine Hunde bis 40 Zentimeter Körperhöhe los. „Dazu gehört waschen, kämmen, föhnen, schneiden, Krallen kürze und Ohrenhaare zupfen“, erklärt die Hundefriseurin, die auch eine Profi-Badewanne für die Vierbeiner angeschafft hat.

Es gibt auch Hundekleidung im Laden

Zusätzlich bietet sie in ihrem Laden auch Hundekleidung an. Vom Weihnachtsmann-Outfit bis zur Partykleidung. „Es ist doch schön, wenn man den Hund zu solchen Anlässen ein wenig schick machen kann.“ Sogar Hochzeits-Outfits hat die Wolgadeutsche im Sortiment. Einige Leute, sagt sie, würden ihre Hunde schließlich auch verheiraten. Sie selbst ist das beste Beispiel: Ihre beiden Hunde Brys und Afina hat sie miteinander vermählt. „Das geht, sie sind nicht verwandt“, sagt Elena Weingard und lacht. Generell sei Kleidung im Winter für Hunderassen empfehlenswert, die keine Unterwolle haben, damit die Tiere nicht frieren. Zudem vertreibt Elena Weingard Hundefutter des Herstellers Reico in ihrem Geschäft. „Auf Wunsch berate ich Kunden zu den Produkten“, sagt sie.

Für ihr Geschäft „Brys Grooming“ – benannt nach ihrem Rüden – hat Elena Weingard schon auf Facebook geworben und Flyer in Hennigsdorf und Umgebung verteilt. Mit Erfolg: „Ich habe jetzt schon Termine für die kommenden beiden Wochen“, sagt die Hundefriseurin.

Von Marco Paetzel

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