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Hennigsdorf Wenn Fußball bei der Integration hilft
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Wenn Fußball bei der Integration hilft
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01:16 12.10.2018
Das Flüchtlingsteam stellte sich in der Halbzeitpause für ein Foto mit den Sachsenhausenern ins Tor. Nach dem Spiel ging es ins „Fairplay“. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Als Mohammad Al Sahyone in die Kabine kam, hatte der Schiedsrichter das Spiel schon angepfiffen. Doch er hatte eine Entschuldigung parat. „Ich komme aus Berlin, da habe ich eben meine theoretische Führerscheinprüfung bestanden“, sagt der 21-Jährige mit einem Grinsen. Normalerweise ist Al Sahyone Stammkeeper der Flüchtlingsmannschaft, die am Mittwochabend auf dem Hennigsdorfer „Gemeindeacker“ – mittlerweile ein schmucker Kunstrasenplatz – gegen die dritte Mannschaft von Sachsenhausen spielte. Mit 1:5 ging das Team unter. Mohammad Al Sahyone kam in der zweiten Halbzeit aufs Feld, parierte zwar einen Elfmeter, musste aber noch viermal hinter sich greifen.

Das Projekt heißt „Integration durch Sport“

Seit zweieinhalb Jahren steht der Syrer für das Team vom Projekt „Integration durch Sport“ zwischen den Pfosten. 2016 kam er nach Deutschland, weil er in Syrien in den Krieg hätte ziehen müssen. Einen Krieg für Diktator Bashar al-Assad, das lehnt der 21-Jährige ab. In Hennigsdorf hat der junge Mann, dessen Vorbild Barcelonas Keeper Marc-André ter Stegen ist, mittlerweile eine Wohnung im Schweitzerviertel. Wenn er seinen Führerschein gemacht hat, will er im kommenden Jahr eine Lehre anfangen, möglichst als KfZ-Mechaniker. Derzeit jobbt Al Sahyone als Hilfskraft in einem Dönerladen. Einmal die Woche trifft er sich mit seinen Teamkameraden zum Training auf dem Kunstrasenplatz. „Sport tut mir gut, und das Training macht Spaß.“ Auch, wenn er sich noch ein extra Torwarttraining wünschen würde.

Keeper Mohammad Al Sahyone ist seit zweieinhalb Jahren dabei. Quelle: Marco Paetzel

Seit Mai 2016 trainieren Hans-Dieter Werner, Helmut Kostorz und Hans-Jürgen Golisch vom Stadtsportverband Männer aus Kamerun, Somalia, Tschad, Eritrea, Syrien und Afghanistan. Jeden Montag ab 18.30 Uhr wird auf dem Kunstrasenplatz trainiert, derzeit zählen 39 Spieler aus dem Landkreis zum Kader. Testspiele gab es unter anderem auch schon gegen Veltens zweite Mannschaft, einer 0:7-Klatsche folgte im Rückspiel im August 2017 ein 4:3-Sieg.

Flüchtlinge spielen auch für Hennigsdorf oder Oranienburg

Nach der Niederlage war Betreuer Hans-Dieter Werner etwas angefressen. „Es wollen ja alle spielen, deshalb kamen viele in der zweiten Hälfte rein. Das hat den Spielfluss gestört.“ Er zollte aber auch den Sachsenhausenern Respekt, die seien klar besser gewesen. Das Ergebnis steht eigentlich auch nicht im Vordergrund. Die Spieler sollen sich zeigen, für andere Teams interessant werden. Mittlerweile spielen zwei der Männer in Hennigsdorfs erster Mannschaft, vier in der Zweiten vom Oranienburger FC Eintracht. Einige der Spieler konnten auch schon Lehrstellen bekommen.

Unterstützung bekommt die Truppe von der Stadt Hennigsdorf, Unternehmer Peter Heydenbluth oder dem Rotary-Club Hennigsdorf/Oranienburg. Der spendierte zum Testspiel einen Satz Trikots. „Wir unterstützen das, weil der Fußball den Jungs die Integration erleichtert“, so Präsident Matthias Kraume. Ein Rückspiel in Sachsenhausen soll es im Frühjahr 2019 geben. Dann soll ein Sieg her.

Von Marco Paetzel

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