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Hennigsdorf Wie aus Alt-Fett Biodiesel wird
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Wie aus Alt-Fett Biodiesel wird
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19:36 30.11.2018
Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Ministerpräsident Dietmar Woidke und ERV-Chef Peter Heydenbluth in der Fettrecyclinganlage. Quelle: Robert Roeske
Velten

Freitag, 15 Uhr. Das Thermometer steht bei zwei Grad Celsius, der Regen pladdert auf das Hallendach. Gerade sind schwarze Limousinen auf dem Veltener Betriebshof in der Breiten Straße vorgefahren, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (beide SPD) steigen aus. Und sofort kriecht ihnen der faulige Geruch aus der Halle der Fettrecyclinganlage der Entsorgung-Recycling-Verwertung GmbH (ERV) in die Nase. „Ein Glück sind wir nicht bei 33 Grad hier“, sagt die Bundesministerin und lacht. Einen solch geruchsintensiven Termin hatte die Sozialdemokratin in diesem Jahr zuletzt im Hochsommer auf einer Mülldeponie. „Da konnte man sehen, wie Joghurtbecher nach einer Woche wieder zum Leben erwachen“, scherzt Schulze.

Lieferanten sind Hotels, Gaststätten &Co.

Doch in Velten geht es nicht um Müll, sondern um Alt-Fett aus der Gastronomie. Peter Heydenbluth, Chef der ERV GmbH, begrüßte seine Gäste und demonstrierte das Geschäftsprinzip. Dafür stand eine Schüssel mit einer braunen Fettmasse unter den riesigen Behältern. „Das sind die Mengen, die aus der Gastronomie vom Fettabscheider aufgenommen werden“, so Peter Heydenbluth. Lieferanten sind etwa Hotels, Gaststätten und Großküchen, Krankenhäuser oder Metzgereien. „Unser Business ist, dass wir in einem Reinigungsprozess das Wasser wieder rausholen, das dann fast Trinkwasserqualität hat“, so Heydenbluth. „Zum Kaffeekochen reicht’s“, flachste Dietmar Woidke dazwischen.

In Zukunft soll auch Schmierstoff aus Fett gewonnen werden

Das überschüssige Fett indes habe hohen Heizwert und werde in Biogasanlagen zur energetischen Verwertung genutzt, für die Biodiesel- und Brennstoffindustrie oder zur Erstellung von Biogassubstrat zur Erzeugung von Biogas. „In einem weiteren Schritt versuchen wir eine Verwertung für technische Mischfettsäure, so dass wir das in den Lkw, die das Ganze einsammeln, wieder als Schmierstoff benutzen können“, erklärte Peter Heydenbluth. Das sei die Zukunft, da wolle man hin. „Da müssen wir natürlich noch ein bisschen investieren“, so der ERV-Chef, der auch Präsident der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) ist. Das werde allerdings am Standort in Münchehofe (Dahme-Spreewald) statt in Velten passieren. Seit der Wende gibt es die Fettabscheideanlage in der Ofenstadt, zwei Mitarbeiter sind vor Ort beschäftigt. Insgesamt hat das Entsorgungs-, Recycling- und Verwertungsunternehmen neben den Standorten in Velten und Münchehofe auch noch einen Sitz in Germendorf.

Im Anschluss an den Rundgang über das Veltener Gelände lud Heydenbluth seine beiden Gäste dann noch zum Gespräch in sein Büro ein.

Von Marco Paetzel

Die Gäste waren wieder zahlreich erschienen zum mittlerweile 4. „Kulturmarkt - Ein Fest zu Weihachten“, der am Freitag wieder in der Diesterweg-Oberschule stattfand. Es gab internationale Speisen, allerdings nicht aus so vielen Ländern wie in den Vorjahren.

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