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Hennigsdorf Unterricht auf einer Baustelle
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Unterricht auf einer Baustelle
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07:08 28.08.2018
Das Baugerüst steht noch und doch findet dahinter Unterricht statt. So sieht die neugebaute Regenbogenschule in Hennigsdorf von der Seite Am Bahndamm aus. Stand: 27. August 2018 Quelle: Ulrike Gawande
Hennigsdorf

Viele Hennigsdorfer fragen sich seit dem Schulbeginn nach den Sommerferien, wie in der neugebauten Regenbogenschule am Bahndamm überhaupt Unterricht stattfinden kann. „Der Bau ist nicht fertig, an keiner Seite“, empört sich ein Anwohner, der jedoch anonym bleiben will. „Ich finde es beschämend und staune, dass man hier überhaupt Unterricht machen kann.“ Überall liege Schutt, Sandberge stapeln sich und ein Blick in die Fenster zeige, dass im Hausmeisterraum noch nicht einmal die Kabel verlegt und verputzt seien.

So sieht es auf der möglichen Erweiterungsfläche der Regenbogenschule Hennigsdorf aus. Stand: 27. August 2018 Quelle: Ulrike Gawande

Er habe den Baufortschritt von A bis Z verfolgt, so der Anwohner. Aus seiner Sicht sei die Schule noch eine Baustelle. Constanze Gatzke, Pressesprecherin des Landkreises, der Träger der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ist, bestätigt auf MAZ-Nachfrage, dass nicht alle Arbeiten zum ersten Schultag fertiggestellt werden konnten. So steht sogar noch das Gerüst für die Klinkerarbeiten. Sie betont jedoch, dass ausstehende, lärmintensive Arbeiten, wie die Fertigstellung des Außenbereiches nur nach Schulende ab 15 Uhr oder am Wochenende ausgeführt werden. „Ausnahmen in der ersten Schulwoche waren mit dem Schulleiter Sebastian Backhuß abgesprochen.“

Hier könnte ein Anbau an den Neubau der Regenbogenschule Hennigsdorf angedockt werden. Quelle: Ulrike Gawande

Besonders ein (noch) fehlender Schulhof für die derzeit 94 Schüler mit Behinderung fällt bei dem Neubau, für den der Landkreis 7,5 Millionen investiert hat, ins Auge. „Es ist richtig, dass der Schulhof nicht fertiggestellt ist; das wurde dem Kollegium bereits im Frühjahr mitgeteilt“, erklärt die Kreissprecherin. So habe aktuell die Fertigstellung des Außengeländes Vorrang. Zwar sei die sogenannte Evakuierungsfläche bereits verfügbar, auf der für die Hofpausen ein kleiner Buddelkasten eingerichtet wurde, aber der gesamte Hof soll erst bis Jahresende fertiggestellt sein. Wenn Bepflanzung und das Aufstellen der Spielgeräte abgeschlossen wurden. „Wie mir der Schulleiter aber bestätigt, haben die Klassen die Möglichkeit, das Zentrum Hennigsdorfs und naheliegende Spielplätze für die Pausen aufzusuchen“, beschwichtigt Constanze Gatzke.

So sieht ein Teil, die sogenannte Evakuierungsfläche, des jetzigen Pausenhofes der Regenbogenschule Hennigsdorf aus. Stand: 27. August 2018 Quelle: Ulrike Gawande

Auch ein Namensschild fehlt an dem Schulgebäude, in dem die Kinder aus zwei Schulstandorten zusammengezogen sind. „Das Eingangsschild wurde leider fehlerhaft gefertigt“, weiß die Pressesprecherin. Derzeit werde es nachgebessert und anschließend angebracht. Aber am Briefkasten sei ein Hinweis auf die Regenbogenschule zu finden.

Auch der Eingangsbereich der Regenbogenschule Hennigsdorf ist noch nicht fertiggestellt. Nur ein Namenszettel am Briefkasten weißt auf die Schule hin. Quelle: Ulrike Gawande

„Ich hatte von so einem Neubau andere Vorstellungen“, erklärt ein Hennigsdorfer enttäuscht. Ihn stören die dunklen Fenster und Türen sowie der kahle Sichtbeton ohne Farbe in den Innenräumen, der zudem an den rauen Fugen ein gewisses Unfallrisiko berge. Die Entscheidung für den Sichtbeton sei von Schule und Träger aufgrund eines Architektenvorschlags und nach Besichtigung eines Referenzobjekts gefällt worden, erläutert Gatzke die Wahl. Das pädagogische Konzept sehe vor, dass die Schüler „ihre Schule“ nun erobern und zu Leben erwecken sollen. Dazu sollen Schülerarbeiten an Wänden und Decke angebracht werden. Klassen- und Gruppenräume wurden zudem zum Schuljahresbeginn mit neuem Mobiliar ausgestattet. Fehlende Möbel für andere Räume wurden am Montag angeliefert.

Hier stauten sich in der ersten Schulwoche die Krankentransporte und Taxen, die 83 der 94 Schüler bringen. Am Montag lieferte eine Spedition fehlende Möbel. Quelle: Ulrike Gawande

Auch den Stau an den ersten Schultagen durch Krankentransporte oder Taxen vor dem Schuleingang – 83 Schüler werden so befördert – habe man zum Anlass genommen Veränderungen vorzunehmen. Nun werden die Schüler gestaffelt abgeholt. Doch sei es keine Option gewesen, den Umzug der Schule zu verschieben, so Gatzke, da das alte Gebäude mit den 20 neuen Schülern zu klein gewesen wäre, und zudem die Stadt Hennigsdorf das Gebäude zum Hort umbauen will. Auch aus pädagogischer Sicht sollte ein weiterer Umzug für die Schüler vermieden werden, da Veränderungen die Schüler „aufwühlen“.

Von Ulrike Gawande

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