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Hennigsdorf Mit 30 Broten und Knoblauch-Kilos nach Italien
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Mit 30 Broten und Knoblauch-Kilos nach Italien
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00:21 07.10.2018
Detlef Werner war mit seiner mobilen Knoblauch-Räucherei in Italien und düst 2019 nach Moskau. Quelle: Jeannette Hix
Hennigsdorf

Geräucherten Knoblauchzehen ist es zu verdanken, dass Hennigsdorf jetzt in aller Munde ist. Detlef Werner (58) hat das Gemüse samt seiner mobilen Knoblauch-Räucherei mit nach Italien genommen. Denn in der Stadt Turin startete jetzt die angesagte Slow-Food-Veranstaltung Terra Madre Salone del Gusto. Und Detlef Werner war auch eingeladen. Und weil das so ist, haben auch viele der 7000 geladenen Delegierten und 900 Aussteller aus 143 Ländern Detlef Werners Räucher-Knoblauch gekostet.

In „einem Ritt“ war der „Knoblauch-Mann“ die 1500 Kilometer in 18 Stunden von Hennigsdorf nach Turin gedüst. Im Gepäck: Kiloweise Räucherknoblauch und 30 Weißbrote samt Toaster. Rund 18 750 geröstete Brot-Häppchen zum Verkosten seines Räucherknoblauchs will er während der Schlemmermesse, die zig mal größer und angesagter ist als unsere Grüne Woche, an den Mann und die Frau gebracht haben.

Stand auf der Slow-Food-Messe Terra Madre Salone del Gusto in Italien. Das Schild zeigt Detlef Werner den Besuchern, um seine Stimme zu schonen. Quelle: privat

Und während an manchen Ständen teilweise eher „tote Hose“ gewesen sein soll, soll an seinem Stand immer was los gewesen sein. „Ständig kamen Leute aus aller Herren Länder vorbei wie Japaner oder Afrikaner. Sie wollten nicht nur meine Knoblauch-Häppchen kosten, sondern sich auch noch mit mir fotografieren lassen“, sagt Detlef Werner, der sogar im dort ansässigen Fernsehen zu sehen war und für das angesagte Terra-Madre-Salone-del-Gusto Heft 2018 fotografiert wurde.

Im Gepäck kiloweise Knoblauch und 30 Weißbrote für Häppchen

Was ihn noch stolz wie Bolle macht: Sogar der „Vater“ der Slow- Food-Bewegung Carlo Petrini kam zu seinem Stand mit der Nummer 6K024 geschlendert, den Detlef Werner mit den Fahnen vom Gastgeberland Italien und den Flaggen von Deutschland, Brandenburg und Oberhavel geschmückt hatte. „So will ich das Gastgeberland ehren und auch mitteilen, wo ich herkomme“, sagt Detlef Werner, der während der fünftägigen Food-Messe täglich von 10 bis 21.30 Uhr auf den Beinen war. Abends war dann nur noch schlafen in seinem alten Touran angesagt, den er auf dem Hof vom Messegelände parken konnte.

„Aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und zig Kontakte geknüpft“, sagt Detlef Werner, der als Junge mal Deutscher Meister im Rudern war und eigentlich mal Elektromonteur gelernt hat. Doch dann bot ihm die Firma vor sieben Jahren aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen eine Abfindung an und Detlef Werner griff zu. „Geld ist nicht alles. Und da ich schon damals als Hobby immer Forellen geräuchert hatte, kam mir die Idee mit dem Knoblauch. Einen Räucherofen hatte ich ja.“ Und er fing an, zu experimentieren – welches Holz ist am besten, wie erhält der Knoblauch die optimale Räuchernote.

Sogar Sterne-Hotels sollen nach dem Räucherknoblauch ganz wild sein

Volltreffer: Inzwischen hat sich Detlef Werner einen festen Stammkundenkreis „erräuchert“. Er verkauft seinen in Bucherauch geräucherten Knoblauch inzwischen an Sterne-Hotels und war auf Gourmet-Messen in ganz Europa – von Riga bis Süd-Tirol. Weder scharf noch geruchsintensiv soll sein Räucherknoblauch sein, aber trotzdem die gleiche gesunde Wirkung haben wie frischer Knoblauch. „Man kann sagen, dass mich der Knoblauch zu einem Weltenbummler gemacht hat“, sagt Detlef Werner, der pro Tag nicht nur selbst zwei, drei Zehen seiner Räucher-Knollen verdrückt, sondern das Gemüse auch auf heimischen Märkten verkauft (100 Gramm, 2,99 Euro).

Nächste Jahr will der Knoblauch-Mann zur Food Moskwa

Und die nächsten Reisen sind auch schon klar. „Ein Wochenende bin ich auf einer Messe in Salzburg und Anfang November in Stuttgart und Bremen.“ Auch auf der Ostpro-Messe im Berliner SEZ ist der Knoblauch-Mann mit seiner mobilen Räucherei eingeladen. Und auch im nächsten Jahr hat er wieder ein großes Ziel vor Augen – die Food Moskwa startet dann, zu der er nicht nur eingeladen ist, sondern auch ein Friedensband zwischen Russland und Deutschland knüpfen will. Das mit der russischen Sprache dürfte kein Problem sein. Von 1986 bis 1990 war Detlef Werner als Werkstoffprüfer an der Trasse in Sibirien.

Tipp: Sonntag, den 7. 10., steht Detlef Werner mit seiner mobilen Knoblauch-Räucherei auf dem Handwerkermarkt in Hennigsdorf (Nieder Neuendorf, Havelpromenade).

Von Jeannette Hix

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