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Hennigsdorf Mit der Geige um die Welt
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01:16 03.12.2018
Nico Zurawski aus Hennigsdorf ist immer noch aufgeregt vor Auftritten, auch wenn er schon zahlreiche Konzerte gespielt hat. Quelle: Andre Berthold
Hennigsdorf

Schon als Baby habe ihm seine Mutter Mozart-CDs vorgespielt, verrät Nico Zurawski aus Hennigsdorf. Besonders die Geige habe da aus der Musik herausgestochen, erinnert sich der 21-Jährige. Fortan habe er seine Eltern genervt, auch ein solches Instrument zu bekommen. Mit Erfolg: Mit vier Jahren bekam er seine erste Geige. „Meine Eltern haben meinen Wunsch sehr erst genommen, auch wenn sie dachten, es sei nur eine Phase.“

Erster Geigenunterricht mit sechs Jahren

Unterricht bekam er mit sechs. Erst an der Oranienburger Kreismusikschule, dann an der Musikschule Hennigsdorf und später bei Privatlehrern, denn der Hennigsdorfer hatte Talent. Und so war es immer schon sein Wunsch, Berufsmusiker zu werden. „Ich konnte nichts anderes“, lacht der sympathische Musikstudent, der nach seinem Abitur am Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum 2017 nun an der Hochschule für Musik in Freiburg studiert. Dort könne er sich jetzt voll auf die Musik konzentrieren. Spielt im Hochschulorchester und genießt die Nähe zu Frankreich und der Schweiz.

Nico Zurawski aus Hennigsdorf Quelle: Andre Berthold

Er sei stets recht zielstrebig gewesen, habe schon als Kind täglich mindestens eine Stunde lang geübt. Später teilweise sechs bis acht Stunden pro Tag. Vor der Aufnahmeprüfung an den Hochschulen – auch aus Lübeck hatte er eine Zusage – spielte er sogar Tag und Nacht. „Da bin ich in den Wäschekeller gegangen, um meine Eltern nicht zu stören.“ Bei den Vorspielen an den Hochschulen entschied er sich für ein Violinkonzert von Max Bruch, eine Caprice von Paganini und das Violinkonzert Nr. 5 von Mozart. Auch privat hört Nico Zurawski viel klassische Musik. Sein Vorbild ist der 1974 verstorbene russische Violinist Dawid Oistrach. „Er hat den schönsten Violinton – unverwechselbar.“

Ein Faible für Opern

Zurawski besucht auch gern selbst Konzerte und geht in die Oper, Egal ob Stücke von Tschaikowsky, Bizet oder Mozart. Er genießt die Musik und die Interaktion zwischen den Musikern im Orchestergraben und den Sängern auf der Bühne. Er gerät ins Schwärmen, wenn er von der aktuellen Inszenierung der Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“ von Sergei Prokofjiew an der Komischen Oper in Berlin erzählt. „Berlin hat eine geniale Kulturlandschaft auf einem hohen Niveau.“ Ansonsten liebt er Sinfonien und Violinkonzerte von Tschaikowsky. Und so ist er froh, dass er auch in Freiburg direkt neben dem Theater wohnt.

Mit der Musikschule nach Paris und Polen

Inzwischen hat der Hennigsdorfer mit seiner Geige schon viel von der Welt gesehen. Mit der Musikschule reiste er nach Paris und Polen. „Ronny Heinrich stellt viel auf die Beine“, ist er des Lobes voll. Mit der Jungen Philharmonie Brandenburg, bei der er seit 2012 spielt und wo er seit 2016 sogar Konzertmeister ist, ging es 2014 durch Zentralamerika und durch Frankreich. „Ich mag es aus dem Koffer zu leben. Die Konzertreisen schweißen zusammen“, so der junge Geiger. Doch es muss nicht immer die Ferne sein: Mit einem Kammerorchester der Jungen Philharmonie geht es durch Brandenburg. Sie spielen in Kirchen, in kleinen Städten. „Das Publikum ist sehr dankbar.“ Auch kleine Soli machen ihm Spaß, auch wenn die Kollegen stets am kritischsten seien. Und so übernimmt er auch gerne Aushilfsspiele, sei es bei der Jungen Sinfonie Berlin, mit der er jüngst in der Berliner Philharmonie als Konzertmeister auftrat.

Nico Zurawski bei einem Auftritt als Konzertmeister im Konzerthaus Berlin. Quelle: Uwe Hauth

Ein Highlight sei auch jedes Jahr die Teilnahme am jOpera-Festival in Jennersdorf (Österreich). In konzentrierter Arbeit wird dort in nur drei Wochen eine Oper auf die Beine gestellt. Mal ist es „Carmen“, dann wieder „Der Barbier von Sevilla“. Das sei immer sehr interessant, denn man müsse stets auf die Sänger reagieren. Über Silvester wird er mit Kommilitonen für zwei Wochen in China mit der Philharmonie Baden-Württemberg auf Tournee gehen. Im Gepäck Stücke von Beethoven und Schumann. „Darauf freue ich mich sehr!“ Er selbst mag Barockwerke. „Die Brandenburgischen Konzerte sind schön, Bach hat tolle Musik komponiert“, so Zurawski, der die Stücke gerne als Projekt aufführen würde. „Auch wenn mir vom Spiel her die Romantik mehr liegt“, ergänzt er mit einem Lächeln. Deshalb ist es auch sein Traum später in einem großen Opernorchester zu spielen und nebenbei Kammermusik zu machen. „Eine Orchesterstelle wäre toll!“

Von Ulrike Gawande

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