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Hennigsdorf Porzellan-Hochzeit: Stahl und Motor fusionierten
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Porzellan-Hochzeit: Stahl und Motor fusionierten
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00:25 02.09.2018
1990/1991 spielte Stahl Hennigsdorf in der Regionalliga Nordost. Quelle: MAZ-Archiv
Hennigsdorf

Dieses Duell hatte es über Jahrzehnte in sich. Mit Motor und Stahl beheimatete die Stadt Hennigsdorf gleich zwei Fußballvereine, die sich mit großer sportlicher Rivalität begegneten. Bis zum Jahre 1998, denn dann wurde plötzlich aus Motor Hennigsdorf und dem FC Stahl Hennigsdorf der FC 98 Hennigsdorf. Am Wochenende nun feiert der Verein sein 20-jähriges Jubiläum.

Kleiner Rückblick: Zwei Topvereine der Stadt sollten (mussten) verschmelzen. Doch wie soll der neue Verein heißen? Wie sieht das Logo aus? Wer trainiert welches Team? Wo spielt die erste Mannschaft? Und die wichtigste Frage: Auf welchem Platz? Im Stahl-Stadion? Oder auf der Anlage von Motor?

Mit Skepsis und Bauchschmerzen gingen die Vereinsmitglieder zur Fusions-Versammlung. Damals in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule. Schon bei der Sitzverteilung – Stahl saß auf der einen Seite; Motor auf der anderen – war klar: das wird nicht leicht. Verständlich! Denn Freunde waren nur die wenigsten. Aber es gab sie.

Federführend und Initiator der Fusion beider Vereine war die Stadt Hennigsdorf um den damaligen Bürgermeister Andreas Schulz (SPD), erinnert sich das Motor-Mitglied Uwe Thiller. „Anfang der Neunziger Jahre schraubten die Großbetriebe der Stadt die finanziellen Zuwendungen deutlich zusammen. Beide Vereinsgelände waren mehr oder weniger marode. Also hatte die Stadt die Idee, auf dem Motorgelände in der Fontanestraße ein Sportzentrum zu erreichten. So kam alles ins Rollen“, erinnert sich Thiller, der seit vielen Jahrzehnten Mitglied bei Motor Hennigsdorf ist. Das damals sportlich ausgegebene Ziel hieß Oberliga für den neuen Hennigsdorfer Großverein. „Heute spielt die erste Mannschaft in der Landesliga, ich denke man hat die damaligen Ziele weit verfehlt“, so Thiller.

Stimmen einstiger Aktiver

Holger Bahra, von 1988 bis 1991 bei Stahl Hennigsdorf: „Ich hatte drei tolle Jahre in Hennigsdorf. Die Fusion war absolut sinnvoll, aber mit zu hohen Zielen.“

Eberhard Janotta, von 1978 bis 1983 bei Stahl Hennigsdorf: „Wir hatten ein schickes Stadion bei Stahl, deshalb war ein Wechsel zu Motor nie ein Thema.“

Nico Jahnke, von 1984 bis 1998 bei Stahl Hennigsdorf: „Die Motor-Spieler hatten alle lange Haare, das war für mich schon ein Ausschlusskriterium.“

Falk Franke, von 1968 bis 1998 Motor Hennigsdorf: „Motor war immer der Verein der Arbeiterklasse, Stahl eher für das gehobene Segment.“

Daniel Kraatz, von 1983 bis 1998 Motor Hennigsdorf: „Motor hat mir sehr viel gegeben im Leben. Die Fusion ist sportlich eine Enttäuschung.“

Roland „Mäcky“ Reinhardt, von 1985 bis 1998 Motor Hennigsdorf: „Die Motor-Familie war speziell. Menschen, die voll rangeklotzt haben. Es war eine tolle Zeit für mich.“

Von Sebastian Morgner und Knut Hagedorn

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