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Hennigsdorf Umbauvariante der Fontanestraße beschlossen
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Umbauvariante der Fontanestraße beschlossen
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06:56 28.06.2018
Rote Radwege und breite Fußwege, so sieht die Fontanestraße heute aus. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Bisher war der Radweg in der Hennigsdorfer Fontanestraße auf dem kombinierten Fuß-Radweg durch eine rote Pflasterung vom Fußweg optisch getrennt. Die Autos hatten die Straße für sich. Das soll sich im Zuge der anstehenden Umbaumaßnahmen, deren Gestaltungsbeschluss am Mittwoch von den Stadtverordneten in namentlicher Abstimmung mehrheitlich entschieden wurde, nun ändern. Denn von den ursprünglich vier vorgestellten Umbaumöglichkeiten hatte die Stadt Hennigsdorf die Ausbauvariante 1 im Abschnitt zwischen Marwitzer Straße und Parkstraße empfohlen.

Kombinierter Mischverkehr auf der Fahrbahn

Diese Ausbauvariante sieht einen kombinierten Mischverkehr auf der Fahrbahn vor und einen Gehweg mit „Radfahrer frei“. Die Fahrbahn weist zukünftig eine Fahrbahnbreite von 7,5 Metern, die Gehwege eine breite von 2,6 Metern auf. Durch die Fahrbahnbreite kann bei Bedarf ein Schutzstreifen von 1,5 Metern für Radfahrer festgelegt werden, der im Notfall von Autofahrern überfahren werden kann.

Zustimmung zum Änderungsantrag der SPD

Ergänzt wurde die Variante 1 um einen Änderungsantrag der SPD-Fraktion, dem mehrheitlich zugestimmt wurde. Diese Änderungsantrag, der auch schon im Bauausschuss empfohlen wurde, sieht vor, dass ergänzend zur Variante 1 von Beginn an, ein markierter (Linie plus Piktogramme) 1,5 Meter breiter Schutzstreifen für Radfahrer errichtet und zusätzlich Schilder mit dem Hinweis „Gehweg für Radfahrer frei“ angebracht werden. Dieser Antrag sei doch ein „starker Kompromiss“ zu den vorgebrachten Argumenten, erklärt Udo Buchholz (SPD).

Insgesamt vier Änderungsanträge

Denn in der Stadtverordnetenversammlung standen weitere drei Änderungsanträge zum Gestaltungsbeschluss auf der Tagesordnung, die jedoch deutlich abgelehnt wurden. So schlugen die Linken vor, die Umbaumaßnahme zu verschieben und abzuwarten, welche Erfahrungen mit der gemeinsamen Nutzung des Geh-/ Radweges in der Marwitzer Straße vorliegen. „ Wir müssen die Straße nicht jetzt umbauen“, erklärte Ursel Degner (Linke). Denn die Fontanestraße sei „gut befahrbar“ und habe keine Schlaglöcher. Auch die Bürger seien mit dem jetzigen Zustand zufrieden, so die Politikerin. Außerdem sei die Ausbauvariante 1 auf beiden Bürgerversammlungen abgelehnt worden, erinnerte sich Degner. „Warum lassen wir es nicht wie es ist, mit einem breiten Fußweg und dem roten Radweg?“

Grundhafte Erneuerung notwendig

Doch die 2,3 Kilometer lange Straße, die auch Teil des 2014 beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) ist, und als wichtigste, innerstädtische kommunale Hauptverkehrsstraße der Stadt gilt, weist nach Inkrafttreten der neuen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung 2013 zahlreiche Mängel auf, die eine grundhafte Erneuerung nötig machen. So wird vor allem die starke Lärmbelästigung der Anwohner, der fehlende Baumbestand, die mangelhafte Führung der Radfahrer, die Unfallgefahren an den Knotenpunkten und Einmündungen, die mangelnde Barrierefreiheit sowie fehlende Parkplätze kritisiert. Durch den Umbau sollen außerdem die baulichen Voraussetzungen für eine Tempo-30 Zone erreicht werden.

Verlust der Fördermittel bei einer Verschiebung

Wenn man den Gestaltungsbeschluss für die Umbaumaßnahme jetzt aufschieben würde, warf Udo Buchholz ein, würden sich die Arbeiten um mehrere Jahre verschieben. Denn wenn man eine derartige Nutzerbeobachtung in der Marwitzer Straße durchführen würde, müsse dafür mindestens ein Jahr veranschlagt werden. So dass sich auch die Grundsatzentscheidung um mindestens 1,5 Jahre verschieben würde. Auch die Stadt wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass mit so einer Entscheidung zudem die angestrebten Fördermittel aus dem Programm „Aktive Stadtzentren II“ nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Zahlreiche Einwände gegen die vorgeschlagenen Varianten

Und so entschieden sich die Abgeordneten für die Vorzugsvariante 1 der Stadt, auch wenn man sich nicht einig war, ob das die optimale Lösung für alle Verkehrsteilnehmer sei. Die Linken kritisierten die Radfahrer als undiszipliniert, verwiesen auf die offiziellen Unfallstatistiken und befürchten Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern auf den zukünftigen gemeinsamen Wegen. In der SPD machte man sich hingegen Sorgen um unsichere Radfahrer, die ohne die Regelung „Gehweg frei“ auf die Straße gezwungen werden, so wie es die Grünen gefordert hatten, die dafür aber für eine 50 Zentimeter breitere Straße plädierten und nur Kindern unter zehn Jahren die Nutzung des Gehweges auf dem Rad erlauben wollten. Applaus gab es für den Satz von Werner Hoffmann (SPD): „Entscheidend ist, die Straßeneinmündungen so zu fassen, dass diese besser einsehbar sind.“ Simone Goertz (Linke) machte sich zudem Sorgen, dass sich schnelle E-Bikes und langsame Fußgänger auf einem gemeinsamen Weg begegnen könnten. „Das ist Gefahrenpotenzial.“ Deshalb stimmte sie auch nicht für die Vorzugsvariante der Stadt.

Von Ulrike Gawande

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