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Hennigsdorf Unterwegs mit der Gassi-Gruppe
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17:47 30.07.2018
Marco Goj, Sandra Dlabola, Maria Martienßen-Kittelsen und Gruppenchefin Beatrice Schulz (v.l.) trafen sich am vergangenen Freitag am neuen Kanal. Die Treffen sind meist spontan und werden über eine WhatsApp-Gruppe verabredet. Quelle: Robert Roeske
Hennigsdorf

Es ist ein schwüler Freitagabend, dunkle Wolken hängen über dem Platz ein paar Meter hinter dem früheren Ponyhof Quadriga. Vier Hundefreunde stehen auf der Wiese, ihre Fiffis wetzen um sie herum, jagen Stöckchen nach. Einige springen auch in den Kanal, der auf der anderen Seite des Waldweges liegt. Ihre Frauchen und Herrchen haben sich hier verabredet, sie treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Gassi gehen. Heute soll es am Kanal entlanggehen, bis zu einer Stelle mit Bänken. „Man läuft halt nicht einsam rum, sondern hat immer Gesellschaft. Das ist für die Tiere und die Menschen gut“, erklärt Maria Martienßen-Kittelsen, den Blick immer auf ihre beiden Hunde Luna und Abby gerichtet.

Sie steht neben Beatrice Schulz aus Hennigsdorf-Nord, die mit ihren Hunden Miska und Addy im April 2017 nicht mehr alleine Gassi gehen wollte. Der Hennigsdorfer an sich geht lieber alleine Gassi, viele drehen sich um, wenn sie von weitem einen Hund sehen. „Dann hat man Leute im Wald gesehen, und dann kürzen die Leute einfach ab, damit man ihnen gar nicht erst begegnet“, sagt die Gründerin.

Addy hat jetzt keine Angst mehr vor Bulldoggen

Und so eröffnete sie eine Gruppe auf Facebook, um kontaktfreudige Hundebesitzer zu finden. Mehr als 200 Mitglieder hat die „Hundegruppe Hennigsdorf zum Austauschen & kennenlernen“ aktuell. Der harte Kern der Gassigeher sind aber rund 35 Leute, die Mitglied einer Whats­App-Gruppe zum Thema sind. Die Treffen finden im ganzen Stadtgebiet statt, aber nicht regelmäßig. „Einer schreibt etwa abends in die Gruppe, dass er jetzt in den Wald geht und ob sich noch jemand anschließen will. Und dann kommen die Leute dazu, bei denen es passt“, sagt die 21-jährige Beatrice Schulz.

Wenn es hoch kommt, treffen sich schon mal zehn bis zwölf Hundefreunde mit ihren Tieren. Ihren Hunden bringe das so viel, sagt die junge Mutter. Ihr Addy, mit zehn Jahren ist der Jack-Russell-Terrier der Truppenälteste, sei nicht mehr so zickig. „Er konnte mit französischen Bulldoggen gar nicht und die ignoriert er jetzt zumindest“, so die junge Frau. Eins konnte sie ihm aber noch nicht abgewöhnen: „Er will einfach alle bespringen. Aber er ist ja kastriert“, sagt das Frauchen. Läufige Hündinnen sind okay, aber Rüden sollten generell kastriert sein.

Auch über Giftköder, Tierärzte oder Badestellen sprechen die Herrchen

Auch Maria Martienßen-Kittelsen ist beim Gassi gehen dabei, wann immer sie es schafft. „Hunde, die noch keine Grenzen haben, lernen sie endlich mal“, sagt die 28-Jährige. Ihre Luna habe am Anfang alles und jeden angesprungen. Jetzt ist sie ruhiger geworden, lässt aber wiederum auch nicht alles mit sich machen. Auch beim Schwimmen lernen die Hunde voneinander. Solche, die eher wasserscheu sind, sehen, wie andere einfach ins kühle Nass wetzen. Wie der Rüde Oscar, der Wasser liebt. „Das ist doch etwas anderes, als wenn man selbst versucht, mit dem Hund ins Wasser zu gehen“, so Martienßen-Kittelsen.

Etwas abseits der Gruppe steht Marco Goj, der seit Juli 2017 in der Gassi-Gruppe dabei ist. Da hat der Hennigsdorfer seine Reika, einen deutsch-belgischen Schäferhund, bekommen. „Hier kann man sich gut austauschen und sehen, wie andere Leute mit ihren Hunden umgehen, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat“, sagt der 24-Jährige. Unter anderem tauschten sich die Mitglieder aus, als Unbekannte im vergangenen Jahr Giftköder in Hennigsdorf – etwa am Friedhof – ausgelegt haben sollen. Andere Themen sind die Wahl des Tierarztes oder einer guten Badestelle. Am Wichtigsten ist Goj aber die Gemeinschaft. „Wenn man mit seinem Hund nur allein unterwegs ist, wird er eigenbrötlerisch und kann nicht mit anderen Hunden.“ Das wolle er seiner Reika nicht antun.

Von Marco Paetzel

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