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Hennigsdorf Mit Batteriekraft ans Ziel
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Mit Batteriekraft ans Ziel
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18:43 12.09.2018
Jungfernfahrt des neuen Batterietriebzuges Talent 3 am Mittwoch bei Bombardier Transportation in Hennigsdorf. Quelle: Bert Wittke
Hennigsdorf

„Toll“, „einzigartig“, „unschlagbar“ – bei Bombardier in Hennigsdorf wurde am Mittwoch mit Superlativen nicht gegeizt. Der Grund? Beim Schienenfahrzeughersteller in Hennigsdorf stand eine Weltpremiere auf dem Programm. Präsentiert wurde der Talent 3, ein Batterietriebzug, mit dem sich nichtelektrifizierte Strecken überbrücken lassen. In Deutschland sind noch etwa 40 Prozent des Schienennetzes ohne Elektrifizierung. Dort könnte der emissionsfreie, energieeffiziente und geräuscharme Batteriezug von Bombardier Transportation, der sich am Mittwoch auf dem Hennigsdorfer Firmengelände zu seiner Jungfernfahrt in Bewegung setzte, zum Einsatz kommen. 130 Tonnen Zug, die mit Hilfe von Batterien bewegt werden – das sucht weltweit seinesgleichen.

Der neue Batteriezug fährt abgasfrei und ist etwa um die Hälfte leiser als moderne Dieselzüge. Er kann seine Batterien im Fahren an der Oberleitung aufladen, auf oberleitungsfreien Strecken kommt dann die Batterie zum Einsatz. Für das Aufladen der Hochleistungsbatterien auf Lithium-Ionen-Basis werden nach Auskunft von Projektleiter Stefan von Mach gerade einmal sieben bis zehn Minuten benötigt. Der aktuelle Prototyp ist mit vier sogenannten Traktionsbatterien ausgestattet und kann damit Strecken von rund 40 Kilometern zurücklegen. Das Unternehmen plant aber bereits, im kommenden Jahr Züge mit einer batteriebetriebenen Reichweite von 100 Kilometern auf den Markt zu bringen.

Großer Bahnhof bei der Präsentation des Zuges am Mittwoch auf dem Gelände von Bombardier Transportation. Quelle: Bert Wittke

„Wir wollen den Bahnverkehr weiter elektrifizieren. Ein Zug, der seine Batterien im Fahren an der Oberleitung aufladen kann, ist hierfür ein Riesenschritt und Innovation pur“, erklärte Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr am Mittwoch in Hennigsdorf und fügte hinzu: „Auf nicht- oder nur teilelektrifizierten Strecken heißt es dann: weg vom Diesel auf der Schiene – hin zu sauberer und umweltfreundlicher Mobilität.“ Ab Mitte kommenden Jahres werde der neue Batterietriebzug in der Region Ulm (Baden-Württemberg) für die Dauer eines Jahres im Fahrgastbetrieb erprobt.

Eine Weltpremiere im eigenen Bundesland wollte auch Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) nicht verpassen. „Die weitere Entwicklung und Erprobung alternativer Antriebe gehört zu den wichtigen Zielen unserer Mobilitätsstrategie“, sagte sie. Man habe deshalb bei den Ausschreibungen für das Netz Elbe-Spree auch zu alternativen Angeboten aufgefordert. Eisenbahnunternehmen, die innovative und klimafreundliche Antriebe für die drei Diesellinien anbieten, sollen mit einem Bonus bewertet werden. Ende des Jahres endet die Angebotsfrist. Dann werde sich herausstellen, ob Bahnen mit alternativen Antrieben auch in Brandenburg zum Einsatz kommen werden.

Auch äußerlich ist der neue Zug ein echter Hingucker. Quelle: Bert Wittke

„Mit Bombardier“, wandte sich Staatssekretär Enak Ferlemann an Kathrin Schneider, „haben sie eine echte Perle in ihrem Bundesland. Putzen und pflegen Sie sie!“ Die Ministerin bekräftigte: „Das werden wir tun.“ Man wolle alles tun, um den Standort in Oberhavel für Brandenburg und Deutschland zu sichern. Die Weltpremiere der Innovation sei zudem ein wichtiger Baustein, Hennigsdorf dauerhaft als Forschungsstandort für den Eisenbahnbau zu etablieren. Dies sei jedoch nur möglich, wenn auch der Bund dahinter stehe.

Von Bert Wittke

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