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Hennigsdorf Zu Besuch in der Zahnfabrik
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Zu Besuch in der Zahnfabrik
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00:19 02.06.2018
Mitarbeiterin Nadine Schimschock trägt Keramik auf den Zahnersatz auf. Insgesamt gibt es rund 20 Mitarbeiter im Unternehmen. Quelle: Foto: Enrico Kugler
Hennigsdorf

Auf dem Bürotisch liegt das nächste Gebiss, daran hängt ein kleiner Zettel. Lars Feige nimmt die falschen Zähne in die Hand, dreht sie einmal komplett herum. „Da müssen wir einen Zahn erneuern“, sagt der Chef. Das sei eben Materialverschleiß, nach zwei Jahren im Mund sei es in der Regel so weit. Kein Problem. Bei „Dental Keramik Hennigsdorf“ richten die Mitarbeiter die Gebisse wieder. Und wenn man so in die Münder Oberhavels schaut, dürften einige der Kronen, Brücken, Schienen oder kompletten Gebisse „made in Hennigsdorf“ sein.

Das Unternehmen arbeitet mit rund 40 Zahnärzten zusammen, sie kommen aus Hennigsdorf, Falkensee, Oranienburg, Mühlenbeck, Berlin. „Wenn sie beim Patienten einen Abdruck genommen haben, rufen sie an und bestellen den Zahnersatz“, sagt Lars Feige. Innerhalb von einer halben Stunde holt ein Bote den Abdruck ab. Dann wird er im Unternehmen von einer Software erfasst, ausgegossen und gefräst. In rund zehn Tagen ist der Zahnersatz in der Regel fertig. Wie viele Aufträge er im Monat hat, weiß der Unternehmer aber vorher nie. „In den Sommerferien ist immer wenig los, weil die Leute dann in den Urlaub fahren“, so der 44-Jährige. Auch die Grippewelle in diesem Frühjahr tat ihm wirtschaftlich weh. „Wenn die Leute krank sind, gehen sie ja nicht zum Zahnarzt.“

Jürgen Feige begann das Geschäft mit den Zähnen schon 1977

Doch Feige, der derzeit rund 20 Mitarbeiter – davon vier Lehrlinge – beschäftigt, kennt das Geschäft gar nicht anders. Schon 1977 eröffnete sein Vater Jürgen Feige im Friedrich-Wolf-Krankenhaus – der heutigen Hennigsdorfer Oberhavel-Klinik sein Labor, wo er Zahnersatz herstellte. 1990 gründete er Feige-Zahntechnik, die Jürgen Feige an die heutige Konkurrenz Flemming Dental verkaufte. 2009 machte sich Sohn Lars Feige selbstständig und übernahm das Traditionsunternehmen von seinem Vater. Von 400 Quadratmetern Mietfläche im Blauen Wunder zog Feige im Juni 2016 in das Gebäude in der Veltener Straße 35-37, das er kaufte. Hier saß vorher Eon-Edis. „Wir haben rund 1500 Quadratmeter Platz. Und ich hoffe, in 25 Jahren ist der Kredit abbezahlt“, sagte Feige und lacht.

Doch das Geschäft wird schwieriger. Heute kauften sich Zahnärzte einen Scanner und stellten Schwestern an das Gerät, die dann in der Praxis direkt Zahnersatz herstellen. „Patienten wollen außerdem mehr Zahnersatz aus China oder Ungarn“, so Feige. Das Produkt sei gar nicht mal so viel schlechter, aber Reparaturen oder Anpassungen dauerten viel länger. Zudem, so Feige, wisse man nicht, welche Materialien verwendet werden. „In Deutschland gibt es ein Gesetz für Medizinprodukte – Was sie in Ungarn nehmen, weiß man nicht“, so der Zahntechniker-Meister.

Zahnersatz ist nicht gleich Zahnersatz

Die Qualität des Zahnersatzes vergleicht Feige mit der Ausstattung bei einem Auto. Generell gehe der Trend dazu, dass er immer unauffälliger, immer unsichtbarer wird. Das lassen sich die Leute dann auch etwas kosten, über die Standardgebisse der Krankenkassen hinaus. „Wir können zum Beispiel mehrere Weißtöne bei Zahnfarben verwenden, wenn der Kunde das möchte“, so Feige. Das werde dann individuell vor Ort angepasst. Auch Goldzähne oder Vollkeramik können als Material verwendet werden. Zweitere seien am langlebigsten, weil sie hart und fest seien. „Da scheint auch das Licht besser durch als wenn sie einen Unterbau aus Metall haben, wie die Kasse ihn zahlt.“ Das sehe viel natürlicher aus als ein Zahn, der einfach immer nur weiß ist.

Ein Trend sei außerdem, dass die Leute immer mehr festsitzenden Zahnersatz wollen. „Den nimmt man nicht mehr raus, sondern er wird im Kiefer verschraubt oder zementiert“, sagt Lars Feige. Generell werde das Material für den Zahnersatz auch immer langlebiger, härter und fester, da gebe es ständig Weiterentwicklungen.

Seit 2016 sitzt das Unternehmen in der Veltener Straße,. Quelle: Enrico Kugler

Auch die Arbeit habe sich durch die Technologie verändert. „Früher hat man in Wachs modelliert, eingebettet und in Metall gegossen“, erklärt Lars Feige. Heute werde viel mehr am PC erledigt, neue Technologien wie Fräsmaschinen, 3D-Drucker oder digitale Abformung erleichtern die Arbeit. Doch einfacher sei der Beruf des Zahntechnikers deshalb nicht unbedingt geworden. „Wenn sie nicht wissen, wie man einen Zahn macht, können sie dem Computer auch nicht sagen, wie das geht“, sagt Feige, der mit seiner Familie im Liebenwalder Ortsteil Neuholland lebt.

So unstet das Geschäft mit dem Zahnersatz auch sein mag, Lars Feige liebt seinen Beruf. „Man kann viele Menschen glücklich machen“, sagt der Chef, „wenn sie ordentliche Zähne haben.“

Der PC übernimmt heute schon wichtige Aufgaben. Quelle: Enrico Kugler

Von Marco Paetzel

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