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Hennigsdorfer AfD-Chef in Leichenskandal verwickelt?

Hennigsdorf (Oberhavel) Hennigsdorfer AfD-Chef in Leichenskandal verwickelt?

Dietmar Buchberger, AfD-Vorsitzender von Hennigsdorf und zweiter bei der Bürgermeisterwahl, soll laut einem rbb-Bericht als Erstbeschauer Tote gegen Geld an einen Berliner Bestatter vermittelt haben. Pro Verstorbenem soll er bis zu 300 Euro kassiert haben. Buchberger bestreitet alle Vorwürfe und sieht die Vorwürfe als Angriff auf ihn als AfD-Mann.

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Der Bestatter, hier ein Symbolfoto einer Einäscherung, soll sein Geschäft in Berlin-Hellersdorf haben.

Quelle: dpa

Hennigsdorf/Berlin. Gegen den Hennigsdorfer AfD-Vorsitzenden Dietmar Buchberger gibt es schwere Vorwürfe. Er soll als einer von drei Medizinern Tote gegen Bezahlung an einen Hellersdorfer Bestatter in einer abgelegenen Plattenbausiedlung vermittelt haben, das berichtet der rbb. Für jeden Toten sollen die Ärzte dabei bis zu 300 Euro kassiert haben.

Ein Kollege und weitere Zeugen sollen die Praktiken öffentlich gemacht haben. Ärzten ist es untersagt, Familienmitgliedern der Toten einen Bestatter zu empfehlen. Die Berliner Ärztekammer prüft den Fall. „Die Untersuchungen haben Anfang Juli begonnen, aktuell läuft die Zeugenbefragung“, erklärt Sascha Rudat, Sprecher der Ärztekammer. Bestätigt habe sich der Verdacht aber bislang nicht. Das könne sich jedoch ändern, wenn sich im Zuge der Berichterstattung noch weitere Zeugen melden, etwa Ärzte oder Angehörige, die wichtige Aussagen machen können. „Das Ergebnis der Untersuchungen ist deshalb noch völlig offen“, so Rudat.

Dietmar Buchberger selbst bestreitet alle Vorwürfe. Er könne sich nicht einmal vorstellen, dass es unter Erstbeschauern eine solche Praxis überhaupt gebe. „Anonyme Zeugen beschuldigen einen AfD-Politiker. Da kann sich jeder selbst seinen Raum drauf machen“, erklärte Buchberger. Er sei schockiert gewesen, als er von den Vorwürfen erfahren habe. Befürchtungen habe er aber keine. „Die anonymen Zeugen sollen sich mal schön outen, dann wird ermittelt und dann werden wir ja sehen, was herauskommt.“

Dietmar Buchberger, der in Nieder Neuendorf lebt, hatte bei der Bürgermeisterwahl in Hennigsdorf im September 21,7 Prozent erreicht und war hinter Thomas Günther auf dem zweiten Platz gelandet. Er ist 1957 in Graz geboren, 1961 zogen seine Eltern nach West-Berlin. Buchberger studierte Meteorologie und Medizin.

Als Erstbeschauer bei Todesfällen arbeitete er in den vergangenen Jahren. Die Beschauer stellen den Tod fest und entscheiden, ob obduziert werden muss – etwa, wenn sie unnatürliche Verletzungen feststellen. „Es werden viele Tote gefunden, in U-Bahn, Bus oder Wohnungen“, hatte Buchberger kürzlich im Gespräch mit der MAZ erklärt. Angefangen habe er mit vier Leichen im Monat, heute sei es sein Hauptgeschäft. Pro Tag beschaue Buchberger mitunter bis zu 20 Tote. Auch an Feiertagen lasse er sich manchmal dazu überreden, selbst wenn er nicht im Dienst sei.

Von Marco Paetzel

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