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Hennigsdorfer „Pool-Bombe“ entschärft

125-Kilo-Blindgänger unschädlich gemacht Hennigsdorfer „Pool-Bombe“ entschärft

Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben am Donnerstagnachmittag in Hennigsdorf eine 125-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Kurz vor 15 Uhr war der Blindgänger entschärft, der bei Baggerarbeiten für einen Swimmingpool entdeckt worden war.

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Die entschärfte Bombe.

Quelle: Ulrich Bergt

Hennigsdorf. Um 14.52 Uhr war die Gefahr gebannt. Fast drei Stunden hatten Sprengmeister Jens Simon und sein Team am Donnerstagnachmittag für die Entschärfung der 125-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gebraucht, die am Sonnabend in einem Hennigsdorfer Garten entdeckt worden war. Allerdings mussten die Arbeiten für einige Zeit unterbrochen werden: Im Sperrkreis waren plötzlich zwei Radfahrer und ein Spaziergänger aufgetaucht. Offenbar waren sie im dichten Wald an der Berliner Stadtgrenze zwischen den Absperrposten hindurchgelangt. Erst als die drei Personen das Gefahrengebiet wieder verlassen hatten, konnte es mit der Entschärfung weitergehen.

Arbeit unter Hochdruck

Sieben Männer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) waren Donnerstagfrüh im beschaulichen Hennigsdorfer Ortsteil Stolpe-Süd angerückt. Unter Leitung von Jens Simon waren Heino Borchert und Frank Pestel als Entschärfer im Einsatz. Die Maschinisten René Benoit und Ralf Lattenstein bedienten das Wasserstrahlschneidegerät. Das vielfach erprobte Verfahren ermöglicht es, mit Hilfe eines Hochdruckstrahls von 700 Bar den kompletten Zünder aus der Bombe herauszuschneiden.

Blumen für Frank Pestel als Dank für seinen mutigen Einsatz

Blumen für Frank Pestel als Dank für seinen mutigen Einsatz

Quelle: Ulrich Bergt

Das Problem bei diesem Blindgänger war der stark deformierte Zünder. „Der obere Teil war abgerissen, der scharfe Zündmechanismus steckte jedoch noch drin“, erklärte Jens Simon. Ein großer Sicherheitsaufwand muste zudem wegen der Lage der Bombe betrieben werden. Sie lag nur knapp einen Meter unter der Oberfläche. Bei Baggerarbeiten für einen Swimmingpool war sie plötzlich zum Vorschein gekommen. „Tiefe Baugruben sind uns eigentlich lieber“, sagt der Sprengmeister. „Falls doch etwas passieren sollte, bieten sie einen besseren Splitterschutz.“

Alle Anwohner mussten ihre Häuser verlassen

Aus diesem Grund musste auch ein recht großer Sperrkreis gezogen werden – 1000 Meter im Radius. Bis 10 Uhr mussten alle Einwohner von Stolpe-Süd ihre Häuser verlassen. Ebenso die Bewohner des Asylbewerberheims. Geschlossen war am Donnerstag auch der Kletterpark. Mandy und Marcel Wagener, deren Haus nicht weit vom Fundort der Bombe steht, nutzten das Angebot, die Zeit der Entschärfung im Stadtklubhaus zu überbrücken. Die meisten anderen nutzen den Tag für einen Ausflug oder Einkauf. „Wir müssen hier bleiben, wegen meines Bereitschaftdienstes und wegen Krümel und Mailo, den beiden Hunden“, erklärt Marcel Wagener.

Bis um 10 Uhr mussten alle Einwohner ihre Häuser verlassen haben

Bis um 10 Uhr mussten alle Einwohner ihre Häuser verlassen haben.

Quelle: Ulrich Bergt

Etwa 750 Bewohner von Stolpe-Süd und 470 Asylbewerber waren von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen. Der größere Teil des Sperrkreises lag jedoch in Berlin-Heiligensee, dort mussten rund 2000 Menschen ihr Heim verlassen. In Hennigsdorf waren das Ordnungsamt, unterstützt von der freiwilligen Feuerwehr, der Polizei und der Forst im Einsatz, auf Berliner Seite etwa 300 Polizisten. Die Einsatzzentrale lag im Hennigsdorfer Rathaus, wo alle Fäden bei Fachbereichsleiterin Edith Wiesner und Ordnungsamtschef Volker Riemann zusammenliefen.

„Die Bombe lag fast auf der Stadtgrenze, deshalb der länderübergreifende Einsatz“, erklärte so Hennigsdorfs Bürgermeister Andreas Schulz. „Das hat wunderbar geklappt, Danke an alle Einsatzkräfte.“

Sprengmeister Jens Simon bedankte sich bei den Bürgern, „die so klaglos alles hingenommen haben.“ Kurz nach 15 Uhr, als die Straßensperren geöffnet wurden, strömten sie zurück in ihre Wohnungen.

Von Ulrich Bergt

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