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Hennigsdorfer wollte Afrikaner töten

Angriff aus Fremdenhass Hennigsdorfer wollte Afrikaner töten

Weil er im August 2015 zwei Afrikaner mit einer abgebrochenen Bierflasche attackiert hatte, muss sich ein 38-jähriger Hennigsdorfer demnächst vor dem Neuruppiner Landgericht verantworten. Im schlimmsten Fall drohen dem Mann 15 Jahre Haft. Vor dem Angriff sich hatte der Hennigsdorfer mit den Afrikanern friedlich unterhalten, dann eskalierte die Lage.

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Die Tat geschah vor dem Dönerladen am Postplatz.

Quelle: Foto: Archiv

Hennigsdorf. „Es besteht der Verdacht, dass er den Tod zweier Menschen billigend in Kauf genommen hat“, sagt Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer über einen 38-jährigen Hennigsdorfer. Gegen den Mann hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben, der Fall soll vor der Schwurgerichtskammer des Neuruppiner Landgerichts verhandelt werden. Dem Hennigsdorfer werden versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen sowie einfacher Körperverletzung in einem Fall vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Anfang August vergangenen Jahres war der Hennigsdorfer ausgerastet, vor dem Dönerladen auf dem Postplatz war der 38-Jährige mit einer abgebrochenen Bierflasche auf zwei Asylbewerber losgegangen. Ein Mann aus Kamerun erlitt leichte Verletzungen im Gesicht, sein Begleiter aus Somalia wurde schwer am Hals verletzt. Er hatte eine tiefe Schnittwunde, die Halsschlagader war von der zerbrochenen Flasche nur knapp verfehlt worden. Zeugen berichteten nach dem Angriff, dass der Tatort vor dem Dönerladen regelrecht blutverschmiert gewesen sei.

Der Angriff war laut Staatsanwaltschaft wohl auch fremdenfeindlich motiviert. Zeugen hatten ausgesagt, dass der Hennigsdorfer beim Angriff rassistische Beleidigungen gerufen haben soll. Zudem hatten Ermittlungen ergeben, dass er eine „latent ausländerfeindliche Haltung“ habe.

Seltsam dabei ist allerdings, dass sich der Angreifer mit den beiden Opfern vor der Tat mehr als zwei Stunden lang friedlich vor dem Ziel-Center unterhalten habe, die Männer sollen zusammen Alkohol getrunken haben. Dann jedoch wolle der Hennigsdorfer bemerkt haben, dass er sein Handy vermisst. Er beschuldigte die beiden Afrikaner und wollte sein Telefon zurück. Darüber seien die drei Männer in Streit geraten, der vor dem Dönerladen mit der Flaschen-Attacke eskaliert war. Die Gegend war nach dem Angriff gut acht Stunden lang gesperrt, etwa fünf Einsatzwagen der Polizei, Kripobeamte und ein Staatsanwalt waren vor Ort, um Spuren zu sichern und Zeugen zu befragen.

Dass die Ermittlungen mehr als ein halbes Jahr gedauert haben, liege daran, dass man auf DNA-Untersuchungen habe warten müssen, erklärte Staatsanwalt Andreas Pelzer der MAZ. Zum erwartbaren Strafmaß äußerte er sich extrem vorsichtig. Es könne sich eventuell strafmildernd auswirken, dass der Mann in der Tatnacht betrunken gewesen sei und dass er die Tat nicht vollendet hatte. Im Klartext: Die Männer sind noch am Leben. Diese Tatsache müsse aber wiederum nicht zwingend zu seinen Gunsten ausgelegt werden, erklärte Pelzer.

Wann die Verhandlung gegen den Hennigsdorfer stattfindet, steht derzeit noch nicht fest, hieß es gestern aus dem Landgericht Neuruppin. Zunächst müsse die Anklageschrift an die Verteidigung des Mannes geschickt werden, um eine Stellungnahme zu bekommen. Allein das könnte zwei, drei Wochen dauern, erklärte Gerichtssprecherin Iris le Claire.

Von Marco Paetzel

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