Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Herr Wichmann und seine Oldtimer
Lokales Oberhavel Herr Wichmann und seine Oldtimer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:48 27.09.2014
Vor drei Jahren fuhr Michael Wichmann aus Schmachtenhagen mit seinem Ford Capri (r.) zur Verabschiedung in den Ruhestand. Seitdem haben sich noch drei Oldtimer in seinem Garten dazugesellt. Der MGRoadster ist inzwischen zum Liebling seiner Frau avanciert (vorn). Quelle: Enrico Kugler
Schmachtenhagen

„Eigentlich hatte ich mit alten Autos kaum etwas am Hut“, erinnert sich Michael Wichmann aus Schmachtenhagen. Es sollte anders kommen.

Der gebürtige Hamburger ist „Flachdachspezialist“. Und seit 1979 landauf, landab als solcher bundesweit unterwegs. Überall dort, wo’s durchregnet, nicht mehr alles ganz dicht ist. Besonders viele kaputte Flachdächer gab es nach der Wende im Osten zu reparieren. Wichmann half deshalb in Leipzig und in Karl-Marx-Stadt, ist unter anderem auf Block- und Plattenbauten spezialisiert und hat viele Fachliteratur publiziert. Und als sein Chef ihn fragte, ob er nach Berlin gehen würde, sagte er ja. „Die Leute hier waren sehr wissbegierig. Das kannte ich im Westen so nicht.“ Im Schmachtenhagener Stegeweg fand er dann auch ein Grundstück, das einst dem Fleischer gehörte. Dort baute Michael Wichmann mit Ehefrau Heidi ein neues Haus und ludt die Nachbarn zum Einzug: „Das Eis war schnell gebrochen. Heute bezeichnet er sich als bekennender „Wossi“.

Ford Mustang – viel Chrom zum Putzen. Quelle: Enrico Kugler

Das Grundstück – mit mehreren hölzernen Stellplätzen samt begrüntem Dach bebaut – trägt ohne Zweifel seine Handschrift. Schließlich ist Wichmann gelernter Zimmermann. Auch der Teich mit den Koikarpfen. „Ich bin ja Spezialist im Dichtmachen“, sagt er und muss lachen. Inzwischen hat er auch vier Stellplätze Marke Eigenbau auf dem Grundstück platziert. „Ein fünfter komme nicht in- frage“, habe seine Frau schon gedroht. Aber jeder Oldtimer will eben sein Plätzchen im Trockenen haben. Und vier hat der 64-jährige Vorruheständler inzwischen im Stall. Während er über den Winter immer noch bundesweit auf Vortragsreisen zum Thema „alte“ Flachdächer sanieren als Spezialist unterwegs ist, gehören der Sommer und das schöne Wetter seinem neuen Hobby: den alten Autos.

Der „Ford Capri“ stammt aus Wiesbaden. Ist Baujahr 1980 und hatte beim Kauf 33.000 Kilometer runter. Freunde seiner Frau hatten Wichmann darauf aufmerksam gemacht: „Und ich habe der Besitzerin, eine alten Dame, in die Hand versprochen: Das Auto bleibt, wie es ist. Und plötzlich hatte ich ein neues Hobby.“ Überhaupt ist es die Philosophie von Michael Wichmann, seine Oldtimer nicht „zu verbasteln“. Ihm ist der Originalzustand wichtig.

Was er selbst dazutun kann? „Waschen, polieren, wachsen und Konservierung, damit nirgends der Rost blüht. Und auch ein bisschen schrauben.“ Bei allem anderen sei er auf die Hilfe seiner Seelenverwandten angewiesen, die er im Oldtimerclub Oberhavel gefunden hat. Die Tüftler mit Riesenherz für alte Karossen. Sie treffen sie sich regelmäßig zum Fachsimpeln und zu Ausfahrten. „Und vor allem sind die Frauen immer mit von der Partie.“

Bei Sonnenschein ist Wichmann jedes Wochenende unterwegs. Er fährt mit seinen Autos auch mal zum Einkaufen, ins Fitnessstudio, zu den Kinder nach Hamburg oder mit dem Capri zur Inspektion an den Ku’Damm. „Die freuen sich, ihren Lehrlingen mal so ein Auto zeigen zu können. Liegen geblieben ist er noch nie. Toi, toi, toi, dass es so bleibt."

Oldtimerclub

Der Oldtimerclub Oberhavel wurde am 13. November 2009 in Oranienburg gegründet.
Alle Fabrikate sind willkommen, Oldtimer wie Youngtimer.
Treff: Jeden zweiten Mittwoch im Monat findet der Klubabend ab 19 Uhr bei „Carollis“ in der Breiten Straße 6 in Oranienburg statt.

Anschaffung Nummer 2 war im Hause Wichmann ein Mercedes 230C, Baujahr 1980, mit Federkernsitzen und Velours bezogen. Silberdistelmetallic. Nummer 3 ein Ford Mustang, Baujahr 1968, mit viel Chrom und in der Originalfarbe, welcher dann jedoch gegen einen Mustang Cabrio „burned Amber“ getauscht wurde. Jüngst ist nun ein MGB Roadster Cabrio dazugekommen, gebaut 1974. Ein Zweisitzer in der Originalfarbe „Braken“ oder eben Sandbraunorange, „mit dem man gemütlich 100 Sachen fahren kann und der inzwischen das Lieblingsauto meiner Frau ist.“

Ein Luxus-Hobby der Upperclass? Nein, das findet der Schmachtenhagener Baufachmann überhaupt nicht. Den Capri habe er für 5000 Euro erworben, den Roadster – ein Scheunenfund – für 100 Euro, in den er allerdings 10.000 Euro reingesteckt habe. Die Steuer sei bezahlbar. Der Wert liegt für ihn im Sehen und Gesehenwerden, im Werkeln und Fachsimpeln. Vor allem, wenn er mit dem Ford Capri unterwegs sei, werde er überall angesprochen: Der eine habe in solch einem Gefährt die Fahrschule gemacht, der andere das erste Mal Richtung Bella Italia in den 1970er- Jahren die Alpen überquert. „Alle staunen, wollen sich mal reinsetzen.“ So wie auch bei einem Benefizspiel mit Fußballerlegende Uwe Seeler in Bredereiche. „Der Mann hatte Tränen in den Augen“, erinnert sich Michael Wichmann.

Von Heike Bergt

Oberhavel Mildenberger Grundschüler tauften Orchidee im Botanischen Garten - Eine Perle in Rosa und Weiß

Eine rosafarbene, neugezüchtete Orchidee trägt seit Freitag einen Namen, den ihr Mildenberger Schüler und Lehrer verliehen haben. Die Kreuzung wird nun weltweit Baca Mildenbergia Scolaris heißen – Perle der Mildenberger Schüler. Die Ehre der Taufe und Namensgebung haben sich die Kleinen verdient.

27.09.2014
Oberhavel Bewohner informierten sich über Maßnahmen gegen Einbrüche - Polizei lobt Bärenklauer Sicherheitspartner

Seit Bärenklau die Sicherheitspartner hat, gebe es im Dorf weniger Einbrüche als in den umliegenden Orten. Da ist sich Ralf Neumann, Revierpolizist in Oberkrämer, sehr sicher. „Es herrscht viel mehr Sicherheit in Bärenklau“, sagte er am Donnerstagabend am Rande einer Veranstaltung in der alten Remonteschule.

29.09.2014
Oberhavel Stadtverordnete wollen Projekte erneut unter die Lupe nehmen - Hohen Neuendorfer Bürgerhaushalt ausgebremst

Der Bürgerhaushalt 2014 steckt in der Warteschleife. Überraschend verwehrten die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag der Projektvorauswahl von Verwaltung und Bürgern ihr Votum. Stattdessen wurde das Papier in den Stadtentwicklungsausschuss zurückverwiesen.

27.09.2014