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Herz Sutra in der Himmelsetage

Wiederaufbau in Fürstenberg Herz Sutra in der Himmelsetage

Vor zwei Jahren wüteten im Haupthaus der Alten Reederei in Fürstenberg die Flammen. Ein Feuerteufel hatte die Villa an der B 96 in Brand gesteckt. Besitzer Michael Wittke entschied sich für den Wiederaufbau.

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Der japanische Mönch Seigaku segnete die Alte Reederei zur Wiedereinweihung mit einem Herz Sutra nach der Lehre Buddhas.

Quelle: Foto: Margot Schöning

Fürstenberg. „Mich hat die buddhistische Zeremonie sehr bewegt. Es war ein nachdenkliches Innehalten, ein weltoffener, naturverbundener Spiritualismus“, sagte Michael Wittke am Sonnabend beim sechsten Zimtfest. Der Bauherr und Eigentümer hatte die Alte Reederei 2002 erworben und zu einem gastlichen Schmuckstück von Fürstenberg auf handtuchschmalem Gelände mit vier Ferienwohnungen im Haupthaus, Radlerherberge und Café im Zweckgebäude des einstigen Kraftwerkes verwandelt. Dann schlug genau vor zwei Jahren, am 7. November, der Feuerteufel zu. „Eine kranke Seele“, wie es Wittke ausdrückte, „zündete das Haupthaus an. Feuer und Löschwasser zerstörten alles“. Nach zweifelnden und verzweifelten Stunden entschied der Lehrer: „Wir bauen wieder auf. Fürstenberg ist meine Heimat geworden und die Alte Reederei soll mein Alterssitz sein, wenn ich in drei Jahren in den Ruhestand gehe.“

Das Projekt Alte Reederei sei mit seiner Vielzahl an Angeboten längst über sich hinaus gewachsen. Viele Menschen, die auf einer Wellenlänge liegen, bringen sich ein und fühlen sich mit der Anlage verbunden. An all das dachte Michael Wittke während der halbstündigen Zeremonie des japanischen Mönches in der obersten Etage des Haupthauses, das als höchstes Wohngebäude einen fantastischen Blick über die Wasserstadt ermöglicht. Mindestens 20 Gäste des Zimtfestes hatten sich über die erhaltene Jugendstiltreppe in die Himmelsetage der Alten Reederei begeben. Sie erlebten genau so intensiv wie der Hausherr die fernöstliche Zeremonie, die mit ihrem Singsang an frühchristliche Rituale erinnerte.

Der 34-jährige Mönch Seigaku segnete das Haus mit der Herz-Sutra vor allem gegen Feuer. Seigaku, in Tokio geboren, meditierte nach dem Abbruch seines Studium der Politikwissenschaften sechs Jahre in dem berühmten Zen-Kloster „Eihei-ji“, Tempel des ewigen Friedens am Japanischen Meer in der Präfekturen Fukui auf der Hauptinsel Honsh. Seit 2011 lebt und lehrt er mit seiner Familie im Berliner Prenzlauer Berg. Freunde hatten ihn zur Erholung in die Alte Reederei nach Fürstenberg eingeladen. Als er von der geplanten Einweihung hörte, bot er sich an, das Haus zu segnen, so wie er es schon vielfach in Japan getan hatte.

Neben diesem Hauptereignis offerierte das Zimtfest die Besichtigung des fast fertigen und interessant eingerichteten Haupthauses, das zum Jahreswechsel die ersten Gäste beherbergen soll. Dazu gab es Kultur und Kulinarisches. Rainer Doering sang Texte in Ringelnatz-Manier, Tilman Denecke begeisterte mit Gitarren-Jazz, Danny und Mina boten eine Salsa-Probierlehrstunde, Isabell Ventelou leckere Marmeladen und anderes Eingekochtes, Malte Bachmann eine abendliche Whiskey-Probierstrecke und Koch Niels Bachmann vollendete mit einem Gourmet- Zimt-Menü und mit Life-Musik im Café und Chili aus dem Feuertopf.

Von Margot Schöning

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