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„Hier verdurstet keiner“

Grüneberg „Hier verdurstet keiner“

Seit drei Jahrzehnten ist der Grüneberger Frank Huge selbstständig. Getränkeverkauf und Schankwirtschaft – das sind die beiden Standbeine, auf denen sein Gewerbe fusst. Am Montag will er auf das Jubiläum anstoßen.

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Frank Huge in seiner Schankwirtschaft.

Quelle: Stefan Blumberg

Grüneberg. Am Anfang war der Mut. Der Mut, sich zu DDR-Zeiten selbstständig zu machen. Frank Huge – der gelernte Maler – brachte ihn auf. „Das war damals nicht ganz so einfach. Aber ich war wohl lieb gewesen“, sagt er schmunzelnd und mit einem Blick zurück auf die Anfänge vor 30 Jahren. Seit dem 1. Mai 1987 steht er beruflich auf eigenen Füßen. Er wollte sein eigener Herr sein. Diesen Plan setzte er um. Das Haus wurde aufgestockt und ausgebaut. „Wer nichts reinsteckt, bekommt auch nichts raus.“ Er kaufte zuerst Obst und Gemüse auf. Bis zur Wende lief das Geschäft, danach sattelte er um: Getränkeverkauf und Schankwirtschaft. So steht es auf dem Schild am Haus an der Liebenberger Straße/ Ecke Am Siedlerstreifen. „Anfangs hatten wir nur Flaschenbier im Angebot“, sagt er. 1993 kam der Tresen. Der existiert heute noch so wie damals. Im kleinen, gemütlichen Ausschankraum stehen kleine Tische und Stühle, Billard spielen ist nebenan möglich. Skat wird in der Wirtschaft auch. „Und bei mir darf geraucht werden“, so der 58-Jährige. Die rauchenden Kunden finden es gut, die nichtrauchenden wissen, worauf sie sich bei einem Besuch einlassen. „Es meckert keiner.“

Nur noch sechs statt 20 Sorten Bier

Das Prinzip ist von Anfang ist geblieben. Getränke gehen über den Tresen sowie kästenweise aus dem Haus, „wobei der Getränkeverkauf zurückgegangen ist. Ich habe zwar immer noch welche da, aber sie werden nicht mehr so gekauft wie am Anfang“. Heute habe er noch sechs verschiedene Sorten Bier auf Vorrat, früher belief sich diese Zahl auf etwa 20.

Also bleibt die Haupteinnahmequelle die Schankwirtschaft. Mittagstisch gibt es keinen. Um 15 Uhr geht wochentags die Tür auf, am Wochenende sowie an Feiertagen um 11 Uhr. „So lange wie Gäste da sind“, sagt Frank Huge, der in Grüneberg fast nur „Boxer“ genannt wird. „Wenn um 20 Uhr der Raum leer ist, mache ich eben zu.“ Er wohnt im selben Gebäude. Donnerstag bleibt das Geschäft geschlossen. Frank Huge ist in Grüneberg neben den beiden Gaststätten der dritte Anbieter, bei dem es frisch Gezapftes gibt. „Wir beißen uns nicht. Die Gaststätten machen eher die großen Sachen wie Büffets oder Feiern. „In Grüneberg muss keiner verdursten“, sagt er, zumal ja mit Vivaris auch noch ein großer Getränkeproduzent im Ort angesiedelt ist und zudem weitere Einkaufsmöglichkeiten da sind.

Familie hilft, wenn es nötig ist

Vor seiner Selbstständigkeit arbeitete er (wie gefühlt jeder Grüneberger) in der „Getränkefabrik“. Seitdem er dort weg ist, steht er im Alltagsgeschäft allein seinen Mann. Seine Frau Karin hält ihm den Rücken frei und hilft, die Kinder fassen bei größeren Veranstaltungen mit zu. Auch wenn die besseren Zeiten schon einige Jahre zurückliegen – Frank Huge geht es darum, das Geschäft auch nach knapp drei Jahrzehnten zu halten. Dass es bis jetzt geklappt hat, verdankt er seinen Kunden. Die kommen zu 60 Prozent aus Grüneberg, zu 40 Prozent aus der Nachbardörfern. Bei ihnen möchte er sich am Montag, 1. Mai, bedanken. An dem Tag wird er ab 11 Uhr mit seinen treuen Kunden anstoßen auf sein Jubiläum „30 Jahre Selbstständigkeit“.

Von Stefan Blumberg

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