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Oberhavel Hildegard Dunst (90): Das Laub muss weg
Lokales Oberhavel Hildegard Dunst (90): Das Laub muss weg
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18:00 09.11.2016
Hildegard Dunst mit ihrer Laubharke. Quelle: Robert Tiesler
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Groß-Ziethen

Jeden Morgen gegen 7 Uhr steht Hildegard Dunst auf. Dann frühstückt sie erst mal in Ruhe, bevor sie sich ihrem Tagwerk zuwendet. Jeden Tag – wenn es das Wetter zulässt – sieht die 90-Jährige nämlich auf der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen.

Sie fegt den Weg vor ihrem Haus sauber und harkt das Laub von der Wiese und ordentlich auf einen Haufen am Straßenrand. „Die Haufen werden abgeholt“, sagt sie. „Zum Glück, so soll man denn auch damit hin?“

Sie macht das nicht nur für sich. Sondern auch auf der anderen Straßenseite, bei den Nachbarn, macht sie sich an die Arbeit. „Die älteren Leute schaffen das teilweise ja nicht mehr“, sagt sie und schmunzelt ein bisschen. Auch wenn man sie dann auf ihr eigenes Alter anspricht. „So lange, wie ich kann, mache ich das. Und ich mache das gerne, ich kann ja nicht nur den ganzen Tag in meinem Wohnzimmer rumsitzen“, erzählt sie und schiebt noch mal hinterher: „Nein, das kann ich wirklich nicht.“

Gerade die älteren Groß-Ziethener kennen Hildegard Dunst. Lange Jahre brachte sie im Dorf die Post in die Haushalte. Davor war sie Landarbeiterin. „Wir mussten früher die Kartoffeln selber ernten. Dreschen, einfahren, alles alleine. Das können sich die Leute heute ja gar nicht mehr vorstellen“, sagt sie nachdenklich. „Ich habe es schon früh gemacht, weil meine Mutter nicht mehr konnte.“ Später begann sie dann, bei der Post zu arbeiten, war als deren Angestellte oft in der Region rund um Kremmen unterwegs.

Die Zeiten sind vorbei. Sie genießt nun die Rente in Groß-Ziethen. „Ich kann nicht klagen“, sagt sie. Und allein ist sie ja auch nicht. „Meine Tochter kommt oft vorbei und putzt meine Fenster und macht die Gardinen.“ Auch ihr Sohn ist oft da – so ziemlich jeden Tag nach der Arbeit schaut er bei ihr vorbei. Oder der Schwiegersohn nimmt sie mit in den Urlaub, er hat ein Busunternehmen, da kann die Groß-Ziethenerin auch mal mitfahren. „In den Urlaub, zur Ostsee“, sagt sie. Da kommt es auch schon mal vor, dass im Dorf ein großer Reisebus vorfährt. Hildegard Dunst muss schon wieder schmunzeln. „Ich bin zufrieden.“ Im Haus macht die 90-Jährige ansonsten noch viel allein. Und eben draußen vor dem Grundstück.

„Heute war ich nur eine gute Stunde draußen und habe geharkt, sonst wäre ich schon fertig gewesen“, erzählt sie. Wenn sie sieht, dass draußen noch Dreck oder Laub liegt, dann hat sie keine Ruhe. Nur im Winter, wenn der Schnee liegt, ist sie vorsichtig. Manchmal legt sie sich mit dem Gemeindearbeiter an, der auf der Dorfstraße sauber macht, sagt sie. „Das ist nicht mein Tempo, was er da macht. Ich glaube, der hat Angst vor mir.“ Und wieder das schelmische Schmunzeln.

„Das alles hält sie gesund“, sagt Groß-Ziethens Ortsvorsteherin Astrid Braun. „Sie ist ein Urgestein hier im Dorf.“ Öfter mal legt sie bei Hildegard Dunst einen Zwischenstopp ein. Dann wird erst mal geplaudert.

Von Robert Tiesler

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