Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Hochwasser-Schäden: Grünes Licht für Nothilfefonds
Lokales Oberhavel Hochwasser-Schäden: Grünes Licht für Nothilfefonds
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:47 13.07.2017
Überflutete Wiesen vor den Toren Leegebruchs. Quelle: Ingo Pahl
Anzeige
Oberhavel

Der Kreistag Oberhavel votierte am Mittwochabend einstimmig für die Einrichtung des Nothilfefonds für die durch Starkregen und Überschwemmungen geschädigten Menschen in Oberhavel. Der Fonds wird mit einem Budget von 250.000 Euro aus Haushaltsmitteln des Kreises aufgelegt. Das Land hatte zugesichert, dass es weitere 150.000 Euro beisteuert.

Soforthilfe bis zu 2000 Euro pro Haushalt

Das Antragsverfahren: Betroffene können bis zum 31. Juli einen Antrag auf Soforthilfe als kurzfristigen Zuschuss beim Landkreis Oberhavel stellen. Der jeweilige Privathaushalt muss an Gebäuden oder Räumen oder im Bereich Haushalt/Hausrat einen Gesamtschaden von mindestens 5000 Euro erlitten haben. Eine Schadensregulierung durch eine Versicherung darf nicht möglich sein. Die Höhe der Soforthilfe für Privathaushalte orientiert sich an der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen und beläuft sich auf bis zu 2000 Euro. Darüber hinaus können Betroffene bis zum 31. Oktober einen finanziellen Zuschuss zur Instandsetzung oder den Ersatz von beschädigten Hausratsgegenständen beantragen. Auch hier ist eine Zuwendung von bis zu 2000 Euro möglich. Formulare sind jetzt auf www.oberhavel.de zu finden. ­Nachfragen unter 03301/601247. Exemplare liegen auch in Rathäusern der betroffenen Städte und Gemeinden aus.

Einstimmig wurde der Nothilfefonds beschlossen. Quelle: Kugler

„Das ist ein wichtiges Signal für die betroffenen Menschen in Oberhavel“, sagte Landrat Ludger Weskamp (SPD). Der Hilfsfonds könnte auch noch aufgestockt werden. „Wir werden dann im Kreistag darüber diskutieren“, so Weskamp.

Weskamp dankt den Einsatzkräften

Viel Beifall erhielt Weskamp für eine emotionale Rede, mit der er den Einsatzkräften, die sich nach dem Jahrhundertregen besonders in Leegebruch gegen die Wassermassen stemmten, dankte. Insgesamt seien 1259 Frauen und Männer von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk und weiteren Einrichtungen im Einsatz gewesen. Der Kreis habe alles angefordert, was verfügbar war. Enttäuscht äußerte sich Weskamp über Aussagen, dass der Kreis Leegebruch allein gelassen habe. Ein amtierender Bürgermeister habe es nicht geschafft, sich bei den Einsatzkräften zu bedanken.

Die Fraktionschefin der Linken, Elke Bär, äußerte, dass es trotzdem Menschen in Leegebruch gegeben habe, die sich allein gelassen gefühlt hätten. Es gebe jetzt sehr viel Redebedarf. Nach dem Großeinsatz müsse geklärt werden, was gut war und was nicht geklappt hat. Sie regte einen Sonderausschuss dafür an.

Es werden Erfahrungen in die künftige Ausbildung und Ausstattung einfließen, erwiderte Weskamp. Es habe aber nichts gegeben, was total schiefgelaufen sei. Jetzt müssten erst einmal die Fachleute das Geschehen auswerten, so Frank Bommert von der CDU. „Schuldzuweisungen bringen nichts.“

Die SPD/LGU-Kreistagsfraktion würde sich wünschen, dass neben Landkreis und Land sich auch die Gemeinde Leegebruch an dem Nothilfefonds beteiligt, so Andreas ­Noack. Die grundsätzlich gute Haushaltslage der Gemeinde sollte eine Beteiligung zulassen. Andere Abgeordnete gaben zu bedenken, dass sich zum Beispiel die Schäden an der Infrastruktur in Leegebruch gegenwärtig noch nicht abschätzen lassen.

Nur jeder Dritte gegen Elementarschäden versichert

„Für uns gilt: Wer aufgrund fehlender Leistungsfähigkeit Hilfe benötigt, soll sie schnell und unbürokratisch bekommen“, hatte Andreas Noack von der SPD-/LGU-Kreistagsfraktion erklärt.

Viele Betroffene sind gegen die Schäden nicht versichert, da bei Starkregen und Überschwemmung zur Wohngebäudeversicherung zusätzlich eine Elementarschadenversicherung erforderlich ist. Nur etwa jeder Dritte Hauseigentümer in Brandenburg habe diesen Zusatzbaustein, hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) informiert.

Leegebruch kann stolz sein auf Nachbarschaftshilfe

Fraktionschef Noack erinnerte an die Arbeit des Krisenstabes des Landkreises. Das Ziel, die vielen betroffenen Menschen von den ungeheuren Wassermassen so schnell wie möglich zu befreien, sei erreicht worden. Notunterkünfte wurden bereitgestellt und die OVG richtete einen Shuttle-Service ein. Die AWU hatte Sperrmüll-Abholungen angeboten und durchgeführt.

„All dies konnte aber die Nachbarschaftshilfe nicht ersetzen, die sofort nach den sintflutartigen Regenfällen einsetzte und auf die die Leegebrucher stolz sein können“, betonte Noack. Nach dem „Jahrhundertereignis“ müssten nun alle Bemühungen darauf ausgerichtet sein, schnellstmöglich die Schäden zu beseitigen und Vorsorge für die Zukunft zu treffen.

Hunderte Haushalte noch ohne Abwasser

Die größte Herausforderung ist noch immer die Wiederherstellung der Abwasseranschlüsse. Eine dreistellige Zahl von Haushalten sind noch vom Abwassernetz getrennt. Neuer Regen hat die Arbeiten zurückgeworfen. Die OWA geht davon aus, dass die Reparaturen noch einige Zeit andauern werden.

Millionen Liter Wasser flossen in der vorigen Woche aus Leegebruch kommend durch die Pumpen in das Veltener Hafenbecken. Das Technische Hilfswerk hatte mit neun Hochleistungspumpen in Spitzenzeiten bis zu 72 Millionen Liter Wasser am Tag aus der Ortslage Leegebruch und dem Gebiet zwischen B 96 und A 10 abgepumpt.

Hier finden Sie das Antragsformular „Soforthilfe“

Land unter in Leegebruch

Alle Infos zum Hochwasser in Leegebruch gibt es auf unserer Sonderseite: www.MAZ-online.de/leegebruch

Von Heiko Hohenhaus

Die Grünlers Backstuben GmbH mit Hauptfiliale an der Berliner Straße in Oranienburg, sowie in der Villa Grünler und bei Kölle in Borgsdorf, will nun ein Bäckereigebäude neben der Hauptfiliale errichten. Firmenchefin Katja Grünler-Erchinger nennt den Neubau Grünlers Manufaktur und betont damit die traditionelle Handarbeit im Haus.

12.07.2017

Ohne Beteiligung eines anderen Fahrzeugs verunglückte am Dienstagabend ein 82-jähriger Autofahrer in Hennigsdorf (Oberhavel). Nach Polizeiangaben beschleunigte das Fahrzeug plötzlich und fuhr ungebremst gegen ein Haus. Rettungskräfte versuchten, den Mann wiederzubeleben, doch jede Hilfe kam zu spät.

12.07.2017

Die Abfallwirtschafts-Union Oberhavel (AWU) argumentiert, dass der Buchenweg 1 - 20 in Velten für die Entsorgungsfahrzeuge zu eng sei. Die Anwohner sollen die Mülltonnen zur nächsten größeren Straße bringen und sind sauer.

15.07.2017
Anzeige