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Flüchtlingshilfe wird großgeschrieben

Hohe Bereitschaft zur privaten Unterbringung von Flüchtlingen Flüchtlingshilfe wird großgeschrieben

Auf dem Grundstück eines Glienickers lebt seit einiger Zeit eine kleine Flüchtlingsfamilie. Mutter Jacinta Wanjohi und ihr Sohn Adrian kommen aus Kenia und sind für einen Euro Miete in einer Einliegerwohnung im Haus des 76-Jährigen untergebracht, das er gemeinsam mit seiner Frau bewohnt. Er möchte ein Vorbild sein.

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Viele Oberhaveler bieten Flüchtlingen ihre Hilfe oder eine Wohnung außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft an.

Quelle: dpa

Oberhavel/Havelland. Auf dem Grundstück eines ehemaligen Managers aus Glienicke lebt seit einiger Zeit eine kleine Flüchtlingsfamilie. Mutter Jacinta Wanjohi und ihr Sohn Adrian kommen aus Kenia und sind in einer Einliegerwohnung im Haus des 76-jährigen Glienickers untergebracht, das er gemeinsam mit seiner Frau bewohnt. Er möchte ein Vorbild sein und in Betracht der Vielzahl aufzunehmender Flüchtlinge helfen.

Keine Sicherheit ohne Mietvertrag

Trotzdem der 76-Jährige, der seinen Namen nicht öffentlich machen möchte, seine Hilfe ehrenamtlich und kostenlos angeboten hat, wurde ein Mietvertrag geschlossen und die Miete auf lediglich einen Euro festgesetzt. Eine kostenlose Unterbringung für Flüchtlinge sollte es auf Anraten des Berliner Flüchtlingsrates nämlich nicht geben. „Ohne einen Mietvertrag besteht keine Rechtssicherheit. Überlegt es sich der Vermieter überraschend anders, müsste der Landkreis wieder eine neue Unterkunft suchen“, sagt auch Johannes Kühl vom Fachbereich Soziales des Landkreises Oberhavel. „Die Menschen sollen in den Wohnungen leben und nicht von einer Unterkunft in die nächste ziehen müssen.“

Flüchtlinge können eigenständig auf Wohnungssuche gehen

Nach ihrer Ankunft bringt der Landkreis alle Flüchtlinge zunächst in Gemeinschaftunterkünften unter. Kommen Angebote von Privatpersonen oder kümmern sich die Asylbewerber selber um eine Wohnung, die den finanziellen Rahmen nicht sprengt, können sie diese beziehen. Die finanzielle Aufwendung des Landkreises richtet sich dabei nach der Höhe der Leistung für Sozialhilfeempfänger, die in Oranienburg zum Beispiel 327 Euro pro Monat beträgt. Der Landkreis überprüft, ob die Wohnung geeignet ist und sucht das Gespräch mit dem Vermieter.

Initiative hilft

Auf sich alleine gestellt sind die Flüchtlinge bei der Wohnungssuche meist nicht.„Viele Ehrenamtler helfen ihnen bei der Suche nach der geeigneten Wohnung. Sie übersetzen, besichtigen und füllen Anträge aus“, sagt Arne Probandt von der Initiative „Willkommen in Oranienburg“. „Einige Oberhaveler bringen Flüchtlinge auch privat bei sich Zuhause unter. Mir sind mehrere Fälle bekannt“, so Probandt weiter. „Wir hatten in der Vergangenheit schon zahlreiche Anfragen von Vermietern und Privatpersonen, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollen“, sagt auch Johannes Kühl vom Landkreis.

Große Bereitschaft zur privaten Unterbringung

Dass die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen in privaten Haushalten auch im Havelland groß ist, weiß Kathleen Kunath von der Initiative „Willkommen in Falkensee“. „Ich hatte bereits zehn konkrete Anfragen von Leuten, die Flüchtlinge bei sich Zuhause aufnehmen wollen. Außerdem kenne ich persönlich drei Familien, die schon mit Flüchtlingen zusammengewohnt haben.“ Kunath spricht jedoch auch von Problemen bei der privaten Aufnahme: „Anscheinend ist nicht jeder Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet. Bisher hat es ausschließlich bei Privatpersonen mit Einliegerwohnungen geklappt.“ Johannes Kühl vom Landkreis Oberhavel sieht in der Vermietung einzelner Zimmer und der gemeinsamen Nutzung von Bad, Küche und Aufenthaltsraum jedoch keine Probleme. „Solange ein Untermietvertrag abgeschlossen wird und der Preis des Zimmers nicht die Kosten übersteigt, ist diese Form des Zusammenlebens möglich. Erfahrungen haben wir im Landkreis Oberhavel damit allerdings noch keine gemacht.“

Von Laura Sander

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